10 Jahre SPD – und jetzt?!

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Nach 5 Monaten Bloggersommerpause, versuche ich in den nächsten paar Zeilen zu bewerten, wie die letzten 10 Jahre in der SPD für mich persönlich so liefen und wie meine Wahlempfehlung für die Abgeordnetenhauswahl 2016 (Lichtenberg Wahlkreis 1 Neu-Hohenschönhausen) aussieht. Weil es bei meinem letzten politischen Blogpost reichlich Aufregung gab schon vorab der Hinweis, dass das alles meine reine subjektive Meinung ist, die ich hier kundtue.

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Vor 10 Jahren am 1. September 2006 bin ich im Rahmen der Abgeordnetenhauswahl 2006 in die SPD eingetreten. Ich kann mich noch ziemlich genau an die Situation erinnern. Ich arbeitete damals im Dreischichtsystem über eine Zeitarbeitsfirma in einer Fräserei und Dreherei. Da mich die Politik der SPD schon seit der Zeit, für die ich mich für Politik interessierte ansprach und ich auch die Klientel war, für die die SPD einmal stand, habe ich mich dazu entschieden Online kurz vor meiner Spätschicht in die SPD einzutreten um den Wahlkampf und vor allem Klaus Wowereit zu unterstützen. Nachdem ich in meinen ersten zwei/drei Wochen an zwei Infoständen und einer Abteilungssitzung teilnahm rutschte ich in die Inaktivität ab. Ich zahlte brav meine Mitgliedsbeiträge, bekam hier und da mal eine Mail und als die Bundestagswahl 2009 anstand war ich auch mal auf der ein oder anderen Wahlveranstaltung aber ohne mich als Genosse erkennen zu geben. Mich kannte da ja mittlerweile eh niemand mehr. 2009 machte ich dann hauptsächlich Onlinewahlkampf in diesem neuen Funky Social Network Twitter. Im Mai 2010 wurde ich dann wieder Aktiv und relativ schnell wurde ich auch in die Arbeit des Vorstandes in meiner Abteilung mit eingebunden. (Wahrscheinlich notgedrungen weil sonst ja nicht so viele Menschen ehrenamtlich in den Parteien aktiv sind.) Im Jahr 2011 wurden meine Aufgaben dann grösser. Ich verwaltete 5 von 6 Facebookseiten der Abgeordnetenhauskandidaten, brachte viele Sozis in höheren Positionen zu Twitter und unterstütze alle Online so wie hier und da mal an Infoständen. Ab Februar 2011 war ich 4 Jahre lang Schriftführer in meiner Abteilung und ab Januar 2012 Bürgerdeputierter in der Bezirksverordnetenversammlung Lichtenberg (Im Ausschuss Rechnungsprüfung, Bürgerbeteiligung, Bürgerdienste und Verwaltungsmodernisierung)

Da es meine Gesundheit nach vier Amputationen, mehreren Depressionen und mittlerweile 7 Krankenhausaufenthalten nicht mehr zu ließ mich in dem Maße einzubringen, wie ich es gern getan hätte, habe ich den Weg nach zwei Jahren im Ausschuss frei gemacht und blieb trotz allem nicht auf meinem Posten kleben, wie es vll. der ein oder andere im politischen Betrieb getan hätte.
In der Zwischenzeit konzentrierte ich mein politisches Streben und Handeln ganz auf meine Abteilung und brachte mich mit vollem Herzen dort ein. Es wurden sehr viele Veranstaltungen organisiert, viele Infostände etc. überall war ich im Hintergrund sehr gern dabei, war mir nicht zu Schade Abends vor Veranstaltungen auch mal 3-4 Kuchen zu backen oder einen halben Tag Schnittchen zu schmieren während die, die sich unbedingt ins Rampenlicht drängen wollten dort den Sonnenkönig spielen konnten.

Irgendwann gab es in der Abteilung auch Differenzen und insgesamt drei Leute haben sich dafür entschieden doch lieber inaktiv zu werden. Zwei von denen sind mittlerweile im letzten Jahr aus der SPD ausgetreten und ich werde es nachdem ich meine 10 Jahre in der Partei geschafft habe nach dem Abgeordnetenhauswahlkampf 2016 im September auch tun. Die administrativen Aufgaben z.B. auf der Facebookseite von Sylvia-Yvonne Kaufmann werde ich dann natürlich auch abgeben. Bei anderen Facebookseiten, die ich noch administrierte und vor 5 und 6 Jahren gegründet habe wurde ich rechtzeitig vor dem Wahlkampf im Februar und Juli als Admin entfernt ohne vorher mit mir Rücksprache zu halten.
Entweder bin ich in den letzten Jahren weiter nach Links gerückt oder die SPD in den vergangenen Jahren weiter nach rechts. Vll. war es auch beides. Jedenfalls haben wir uns auseinandergelebt. Ohne jetzt auf jedes einzelne kleine Thema einzugehen, läuft in der SPD so einiges schief und da ich mir jetzt vorstellen kann, wie einigen Genossen der Kopf Rot anschwillt und sie ihre „Man tritt nicht aus der SPD aus, sondern die SPD Mitgliedschaft endet mit dem Tod“, „Damit machst du die Arbeit von zig Genossen zunichte, die jede Woche draußen am Infostand stehen“ und „Nicht meckern, machen und Mehrheiten organisieren.“ Plattitüden auspacken. Spart sie euch. Das hab ich in den letzten 10 Jahren schon zig mal gelesen.

Vor 3,5 Jahren ist nach 20 Jahren Mitgliedschaft in der SPD einer meiner Follower bei Twitter und Facebookfreund Kai ausgetreten und auch er hat viele richtige Gründe gesammelt und aufgeschrieben. Das möchte ich auch nicht vorenthalten: https://blog.kbojens.de/20-jahre-in-der-spd-wozu-noch/

„Innerparteiliche Willensbildung? Wie 1987.

Natürlich geht es beim Thema Internet nicht nur um das Netz an sich, sondern vor allem auch darum, wie man diese Technik nutzen kann, um innerhalb der SPD einen gemeinsamen Willen zu erarbeiten. Parteien sind Diskussionsplattformen, in denen sich Mitglieder auseinandersetzen, um Programme zu entwickeln, Beschlüssen zu fassen, kurz: um Politik gemeinsam zu machen. Und dazu gehört im Jahr 2013, dass man als Parteiauch die Kommunikationsform nutzt, die mittlerweile eine breite Mehrheit von Menschen ständig um sich hat, sei es auf der Arbeit, privat, auf dem Smartphone oder im Fernseher — das Internet. Während die Piraten ehrenamtlich eine ganze Infrastruktur mit Diskussionsforen, Mailinglisten und Newsservern wuppen, bietet die SPD nur die Möglichkeit, ein eigenes Blog auf spd.de zu führen, um dort zu diskutieren. Wahnsinn. Es gab viele Jahre eine Seite mit dem schönen Namen meinespd.net. Dort gab es einen internen Bereich für Mitglieder, Diskussionsforen und vieles anderes. Das Problem war nur, dass das Teil offenbar irgendwo eingekauft wurde und völlig unbenutzbar war. Anstatt diese Software dann auszubauen oder die Probleme zu beheben, hat die SPD das dann lieber auch irgendwann geschlossen.
Ich kann als SPD Mitglied in keinem geschlossenen Bereich mit anderen Mitgliedern diskutieren, ich kann nirgendwo zentral nachlesen was zum Beispiel auf der letzten Vorstandssitzung meines Ortsvereins oder im Bezirks- und Kreisvorstand besprochen wurde. Ich kann im Jahr 2013 nicht einmal herausfinden, was auf dem Parteitag der SPD Lübeck im Jahr 2012 beschlossen wurde. Es gibt keine Übersicht der Anträge oder gar Beschlüsse. Nichts. Null. Falls jemand ortsabwesend ist: Pech gehabt! Und das Schlimmste ist, dass sich all das auf absehbare Zeit nicht ändern wird. Es interessiert die meisten Genossen schlicht nicht, weil sie anscheinend in einem Alter oder einer inneren Einstellung sind, in der das ohnehin nicht mehr interessiert. Die SPD verfügt über einen Millionen Etat (Alleine im Jahre 2011 waren es staatliche Zuschüsse von 42(!) Millionen Euro) und schafft es nicht, eine moderne Infrastruktur anzubieten, in der sich Mitglieder jederzeit austauschen können. Aber: Das bekommen die Piraten ohne wesentliche Zuschüsse selber auf die Beine gestellt. Das Problem ist hier, dass auch die breite Mehrheit der SPD-Führung auf allen Ebenen offenkundig kein Interesse an moderner innerparteilicher Willensbildung hat. Politik funktioniert auch so, und in dem fortgeschrittenen Alter — siehe oben — hat man ohnehin keinen inneren Zugang zu dieser Technik oder hält Statusmitteilungen auf Facebook schon für den Ausdruck moderner Demokratie. Und ab und kann man einen Antrag auch mal online vor einem Parteitag diskutieren und verkauft das als total innovativ. Und dabei war die SPD durchaus mal innovativ mit dem ersten SPD Online Ortsverein Mitte der 1990’ger(!). Aber auch das ist eingeschlafen.Rufe ich heute die Seiten der SPD etwa auf meinem iPhone auf, sehe ich vor allem Pressemitteilungen und Selbstbejubelungen. Nirgendwo finde ich aber einen Bereich, in dem ich zum Beispiel mit anderen Migliedern diskutieren könnte. Ich kann dort lesen und die publizierte Meinung der Partei aufnehmen, aber teilnehmen kann ich faktisch nicht. Ich könnte lediglich die Blogs von Users kommentieren oder selber bloggen — das war es dann auch schon

Wohlgemerkt: Ich will keine ausschließliche Online-Partei, die nur über E-Mails, Wikis und Foren diskutiert. Ich will genauso die monatlichen Sitzungen, die Kohlfahrten, den Wahlkampf, die Diskussionsabende, die politischen Veranstaltungen, den Tanz in den Mai und all das was das menschliche Zusammenleben so ausmacht. Was ich im 21. Jahrhundert will, ist eine Symbiose aus beidem. Sowohl die Kohlfahrt als auch das Wiki, in dem ich die letzte Sitzung des Ortsvereins nachlesen kann.“

In der Zukunft habe ich nicht vor, bei einer anderen Partei Mitglied zu werden. Ich bleibe wie Willy Brandt das (glaube ich) mal gesagt hat Sozialdemokrat ohne Parteibuch. Nun steht es mir nun allerdings frei als politisch interessierter Bürger auch andere progressive Kandidaten zu unterstützen ohne den Korpsgeist, dass der oder die Kandidatin von der SPD sein muss. Oder ich kann auch mal den Wahlkampf anderer Parteien zu loben oder einzelne Aktionen (wie z.B. die der CDU Lichtenberg, die das Thema „Verkürzung der S Bahn Linie S75 als einzige Partei auf der Tagesordnung hatte und es auf die landespolitische Agenda brachte.) und so kommen wir nun zu dem Thema, dass mich die letzten Wochen und Monate beschäftigt hat, wen und welche Partei werde ich eigentlich wählen? Da ich daraus noch nie ein Geheimnis gemacht habe und das Wahlgeheimnis für mich ein „Kann“ und kein „Muss“ ist, gehe ich auch bei dieser Wahl wieder offen damit um.

Ich hab ich mich nach ausgiebiger Recherche dazu durchgerungen zur Abgeordnetenhauswahl 2016 zu 66% Links zu wählen und zu 33% SPD.

Erststimme:

Hier habe ich an den Claim von Helmut Schmidt gedacht „Zieh mit, wähl Schmidt!“ und mich für Ines Schmidt entschieden. Ihre frische, herzliche und anpackende Art haben mich dazu bewegt sie zu unterstützen. Ihre langjährige Arbeit in der BVG und als Gewerkschafterin taten ihr übriges. Im Politikbetrieb haben wir nämlich viel zu wenig ArbeiterInnen und zu viel Juristen. Da tut frischer Wind echt mal ganz gut. Btw. Ich hätte mir nat. noch gewünscht, wenn Ines Schmidt das Thema „Verkürzung der S75“ als Angestellte der BVG (Im Aufsichtsrat und Frauenbeauftragte) auf der Tagesordnung gehabt hätte und nicht der CDU allein das Feld überlassen hätte. Den ich glaub bei dem Thema ÖPNV kennt sie sich richtig gut aus.

P.S. Ich hätte mich natürlich auch gefreut, wenn Hendrikje Klein oder Sebastian Schlüsselburg in Neu-Hohenschönhausen angetreten wären, denn die beiden hätte ich auch sehr gern supportet!

Zweitstimme:

Mit meiner Zweitstimme unterstütze ich dieses mal die Linke. Ich persönlich bin für Rot-Rot-Grün (Und auch nicht erst seit dieser Wahl.) Da ich aber auch glaube, dass die SPD wenn möglich wieder mit der CDU koalieren könnte (Wer kann das den noch mal wollen? Egal ob Land oder Bund: #NoGroKo) bin ich für eine starke Linke. Überzeugt hat mich hier vor allem das Interview mit Klaus Lederer bei Jung & Naiv:

Drittstimme:

Ich unterstütze und wähle die SPD. Nicht unbedingt wegen ihrer BVV Mitglieder sondern weil Birgit Monteiro Lichtenbergs Bürgermeisterin bleiben sollte. Ich habe Birgit vor 10 Jahren bei einer Wahlveranstaltung im Hohenschönhausener Linden-Center kennengelernt und sie bei den ein oder anderen Dingen auch schon beraten.

Ich mag nicht nur ihre ruhige und authentische Art sondern auch wie sie sich schon als Mitglied des Abgeordnetenhauses für Behinderte einsetzte. So z.B. hab ich sie z.B. im März 2013 kontaktiert als Abgeordnete als es darum ging, das Rollstuhlplätze bei den Eisbären Berlin von 0€ auf über 250€ erhöht werden sollten. (P.S. Die Preise blieben gleich und es wurde nichts erhöht!)

Zum nachlesen: Dauerkartenpreise für RollstuhlfahrerInnen

Außerdem war Birgit Monteiro eine der wenigen Personen, die aktiv gegen die Große Koalition und für die Öffnung des Parteikonvents war und das in den Sozialen Netzwerken und beim Parteikonvent durch eine Demo auch zum Ausdruck brachte. Bei soviel Courage zieh ich meinen Hut äh mein Cap und gebe meine Stimme Birgit!

P.S. Wenn Birgit Monteiro nicht erneut angetreten wäre, hätte ich bei der BVV Stimme trotz alle dem nicht Links wählen können wegen der linken Bürgermeisterkandidatin. Wer 2012 kruden Content vom rechtsverschwörerischen KOPP-Verlag und Infokrieger in sozialen Netzwerk teilt oder fünf Woche vor der Bundespräsidentenwahl von Joachim Gauck Sachen schreibt wie „Es wird vor der Wahl noch etwas veröffentlicht, dass ihn stürzt.“ sollte nicht wirklich ein öffentliches Amt bekleiden und ist zumindest für mich unwählbar! Links hab ich dazu nicht aber ein sehr gutes Gedächtnis und die Tweets:

Zum Abschluss nochmal Dankeschön an alle netten Genosseninnen und Genossen, die ich Kennenlernen durfte in den letzten 10 Jahren und für die spannende Zeit. Ich freue mich auf einen neuen Lebensabschnitt und der Rest aus der SPD sicher, dass sie jetzt ihre Ruhe vor mir haben. 😀

P.S. vergesst bitte nicht am 18. September wählen zu gehen!
Und wenn das Wahllokal zu weit entfernt ist wie bei mir (30min. mit ÖPNV/zu Fuß) dann macht wie ich Briefwahl!

#RockTheVote

Wir sehen uns…

Wally

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#WallysHockeyCorner 27

#WallysHockeyCorner 27

Eisbären scheitern am Endboss Köln

Frei nach dem Playoff Song „Endboss“ von Marteria der in der Mercedes-Benz Arena rauf und runter gespielt wurde, scheitern die Eisbären nach Level 1 (der Hauptrunde) im Level 2 (dem Viertelfinale) an den Kölner Haien.

Eisbären Berlin
„Wenn du das letzte Spiel nicht gewinnst, hat die Saison immer einen faden Beigeschmack.“ Dieses Zitat von Eisbären Trainer Uwe Krupp erinnert an das Zitat von Oakland A’s Manager Billy Beane, dessen Story im Film Moneyball verfilmt wurde: „If you lose the last game of the season, nobody gives a shit.“ Wie Billy Beane und die Oakland A’s setzten die Eisbären Berlin seit dieser Saison auf Advanced Stats und beschäftigten den Statistikanalysten Alan Hamilton. (Siehe #WHC vom 29. September 2015: http://www.lichtenbergmarzahnplus.de/saisonstart-geglueckt/ )

Wie seine Auswertung der Saison aussieht und wie Sportdirektor Ustorf, Trainer Krupp und Manager Lee diese Analysen in die Saisonbewertung mit einfließen lassen, würde mich schon sehr stark interessieren. Aber Einblick werden wir in den Bereich wohl nicht bekommen. Vom sportlichen Aspekt her standen sich im DEL Viertelfinale zwischen dem Zweiten und dem Siebenten der Vorrunde zwei Teams auf gleicher Augenhöhe gegenüber. In insgesamt sieben Spielen wurde das Maximum ausgereizt, was ging. Zum Teil waren die Spiele sehr von der Defensive geprägt. So konnten z.B. drei Shutouts erzielt werden. Zwei auf Kölner Seite von Gustav Wesslau und einer von Eisbären Goalie Petri Vehanen. Beinahe wäre es sogar für Wesslau ein dritter Shutout geworden, hätte Laurin Braun im zweiten Spiel nicht in der Verlängerung das entscheidende 1:0 erzielt. Das erste Spiel ging mit 3:0 an die Haie. Insgesamt blieben die Eisbären damit komplette 120 Minuten ohne Torerfolg. Im dritten Spiel der Serie platzte zum Glück der Knoten und die Eisbären konnten einen 5:1- und 4:1-Erfolg auf der Habenseite bei den Heimspielen verbuchen. Die Auswärtsspiele in Köln gingen mit 4:0 und 5:1 an die Haie.

Im alles entscheidenden Spiel 7 der Serie machten die Eisbären zu viele kleine Fehler und man merkte ihnen ihre Nervosität an. Phasenweise wirkten sie sogar platt bis sie kurz vor Ende des zweiten Drittels bei einem 0:3-Rückstand das Momentum durch zwei schnelle Tore auf ihre Seite zurückziehen konnten. Die Sturm und Drangphase der Eisbären wurde leider durch die Pausensirene unterbrochen und die Kölner retteten sich in die Pause. Enttäuschend waren die Zuschauerzahlen im Viertelfinale. Hätte ich mit ausverkauften Haus zu jedem Spiel gerechnet, war die Arena jedoch nur zum Spiel 3 ausverkauft. Bei den anderen Spielen verloren sich nur 11.454, 13.524 und 12.443 Zuschauer in der Arena. Die Fans in der Stehkurve gaben zumindest alles. Sei es beim lautstarken Support oder vom Anfertigen kreativer Choreos wie z.B. die Oberbaumbrücke mit einer fahrenden U Bahn.

Ich persönlich ziehe ein eher positives Fazit der Saison. Mit Platz 2 nach der Hauptrunde hätte vor der Saison niemand gerechnet und dass man gegen Köln im Spiel 7 rausfliegt, ist auch zu verschmerzen, finde ich.

Vielleicht ist die Entwicklung von Krupp sogar etwas mit der von Pagé zu vergleichen. Dort gab es auch eine konstante Weiterentwicklung vom Viertelfinale 2002, Halbfinale 2003, Finale 2004 sowie Meisterschaft 2005 und 2006. Nun sieht es aktuell bei uns so aus: Pre-Playoffs 2015, Viertelfinale 2016. Dass die Erwartungen natürlich gestiegen sind, sollte in der Chefetage jeder wissen. Ein gewisser Umbruch im Team muss nun auch langsam erfolgen, um 2017 das nächste Level zu erreichen. Freuen wir uns auf eine spannende Sommerpause voller Fragen. Wer kommt? Wer geht? Wer bleibt? Kommt Torhüter Mathias Niederberger zurück? Und so weiter und sofort.

OSC Berlin und FASS Berlin
Bei den Damen vom OSC Berlin ist die Saison mittlerweile beendet. Mit 29 Punkten landete der OSC auf Platz 5 der DFEL. Meister und DEB Pokalsieger wurde ECDC Memmingen.

Zurzeit spielt das Nationalteam der Deutschen bei der Weltmeisterschaft in Dänemark. Aus Berlin sind Nina Kamenik, Laura Kluge und Lisa Schuster im DEB Kader.

Bei den Akademikern von FASS Berlin sieht es zurzeit nicht so rosig aus. Nach einer durchwachsenen Vorrunde landeten sie auf Platz 15 mit 31 Punkten und damit in der Relegationsrunde. Die dortigen Gegner sind der Hamburger SV, ECC Preussen Berlin und die Crocodiles Hamburg. Bisher wurden in der Relegationsrunde alle Spiele verloren. Das letzte Spiel der Relegation ist am 1. April 19 Uhr im Hohenschönhauser Wellblechpalast gegen ECC Preussen.

Diverses
Das Eisbären Farmteam, die Dresdner Eislöwen, stehen zurzeit in der DEL2 im Halbfinale gegen die Bietigheim Steelers. Erst wurden in den Pre-Playoffs die Eispiraten aus Crimmitschau ausgeschaltet und dann im Viertelfinale die Fischtown Pinguins Bremerhaven.

Der an die Düsseldorfer EG ausgeliehene Torhüter Mathias Niederberger wurde zum Torhüter der Saison 2015/2016 gewählt.

Eisbären Sportdirektor Stefan Ustorf wurde in die deutsche Eishockey Hall of Fame aufgenommen.

In eigener Sache
Danke an die treuen Leser, die nach der Krankenhaus bedingten Pause bei der Stange geblieben sind und allen eine schöne Sommerpause.

P.S. So ganz ohne Hockey sind wir noch nicht. Das DEL Halbfinale und Finale könnt ihr noch schauen, die Eishockey Weltmeisterschaft in Russland und bis in den Juni rein die Stanley Cup Playoffs aus Nordamerika. Viel Spaß!
Falls Ihr auch weiterhin in der Sommerpause über Eishockey informiert sein wollt, folgt mir einfach unter Wally44 bei Twitter: https://twitter.com/Wally44
Falls euch die Kolumne gefallen hat, teilt sie doch bitte in Euren Netzwerken wie Facebook, Twitter etc. Vielen Dank!

Ciao and Take care!

Wally #WHC

Original erschienen bei lichtenbergmarzahnplus.de

Neues aus der Anstalt #NadA Woche 2

KH Blog2

Neues aus der Anstalt #NadA

Woche 2

Die zweite Woche im Krankenhaus begann ganz gut, ich habe von einer Freundin eine positive Nachricht bekommen, hab mit einer ehemaligen Mitpatientin lange am Telefon getratscht über den Klinikalltag und das wichtigste, die Mitpatienten fangen an Kontakt zu suchen. Ich würde das von mir aus ja nie machen. Die zweite Woche ist jetzt auch die erste Woche in den ich alle Veranstaltungen meiner Gruppe in meinen Plan habe ohne Ablenkungen durch EKG oder andere Sachen. In einem Gespräch mit einer Mitpatientin, dass ich im Rahmen der Körpertherapie führen musste wurde mir versichert, wie toll das Krankenhaus hier sei und wie zufrieden sie ist. Teil des Gespräch war es einander die Krankheitsbilder vorzustellen und auch gemeinsame Sachen rauszufinden, die dann vor den anderen Mitpatientinen in einer Pantomime dargestellt werden sollten. Wir haben das Thema Depressionen genommen. In einem Seminar, das vor allen Patienten des Fachbereichs vom Chefarzt durchgeführt wurde, wurden Psychopharmaka und die drei verschiedenen Psychotherapieformen vorgestellt. Irgendwann nach Jahren der Krankheiten, kennt man sich doch da sehr gut aus so dass man fast wie Gert Postel irgendwann eine Stelle als Arzt annehmen könnte. Mittlerweile hatte ich auch das erste mal Sport in der wunderbaren Sporthalle der Klinik. Ein Drama, dass die dann nur für Rückengymnastik und anderen Kleinkramschickschnack missbraucht wird.

Dienstag Abend ging es zum ersten mal in die Lehrküche der Klinik um dort mit den anderen 9 Mitpatientinen das Abendessen zuzubereiten. In der Vorwoche wurden zwei Leute bestimmt, die ein Gericht auswählen, dafür einkaufen müssen und es vorstellen. Zubereitet wird es dann von der gesamten Gruppe. Vor dem Essen wird dann noch eine siebenminütige Achtsamkeitsübung gemacht und dann geht es ans eingemachte. Gekocht wurde Geflügel und im Ofen wurde Feta Käse in Aluhüten äh Aluschiffchen gebacken. Zum Nachtisch gab es Quark mit Sauerkirschen. Nach dem Essen wurde noch gemeinsam abgewaschen, geputzt etc. Ich fand die Mahlzeit in der Runde ziemlich gut, da wir alle an einer langen Tafel saßen und nicht einzeln wie zu den anderen 20 Mahlzeiten der Woche. Es förderte auf alle Fälle die Kommunikation.

Der Mittwoch stand ganz im Zeichen von Ernährungsberatung. Erst Einzeln und dann in der Gruppe. Die Beratung hier ist auf alle Fälle besser als in der Charité, die Frau dort war doch sehr überfordert, wie man im Nachhinein sehen konnte. Donnerstag hatte ich das dritte mal Körpertherapie. Da ich nun die Mitpatienten auch so langsam kennengelernt habe war es auch einfacher sich darauf einzulassen. Die Interaktionen in der Gruppe wurden mit Übungen gefördert und lustige Spielchen wurden absolviert.

Später am Tag gab es dann noch für alle Neupatienten eine Einführung in die Sozialberatung. Leider sind solche Seminare die doch eher allgm. Gehalten sind immer wieder eine Bühne für Kloppipatienten, die meinen dass sie ihre Probleme statt in Einzelsitzungen vor allen Leuten in so einen Seminar klären können. Mich nervt sowas nur noch weil das nicht das erste mal innerhalb der ersten 2 Wochen hier vorkommt. Nachmittag und Abends war ich das erste mal mit Mitpatientinen unterwegs. Erst 16H. in der Cafeteria zum Tratschen und dann 19H. zum Billard spielen. Funfact, ich verlor alle drei Partien gegen Mitpatientin Cindy. Ausserdem erinnert mich der Name immer an Cündy mit Ü von Kurt Krömer!

Freitag stand ganz im Zeichen der Aquagymnastik. Zum ersten mal durfte ich von der Ärztin aus Schwimmen und es hat Megaviel Spaß gemacht. Ich war vorher Jahre lang nicht in einer Schwimmhalle und letzten Oktober das erste mal wieder in Rimini im Meer. Ich glaub, das Hobby lass ich wieder aufleben und besuch das ein oder andere mal nach meiner Krankenhauszeit ne Schwimmhalle.

Abends wurde dann wieder mit Cindy Billard gespielt. Diesmal verlor ich alle 4 Partien. Es steht also 7:0 für sie. Ich werde das im Restklinikaufenthalt wohl nicht mehr aufholen können.

Am heutigen Samstag hatte ich endlich ein langes Gesprächsthema mit meiner Mitpatientin, mit der ich seit 13 Tagen an einem Tisch sitze. Unser gemeinsames Thema war die großartige Stadt New York in der sie in ihrer Jugend gelebt hat. Es war fantastisch, dass durch so ein Gespräch sämtliche Erinnerungen von #WallysRantnerReisen 2013 wieder hervorgerufen wurden. Das tägliche Wiegen in der Eingewöhnungszeit ist nun auch vorbei so dass ich nun immer etwas länger Schlafen kann außer einmal wöchentlich Dienstags, da ruft 7H. die Waage. In den vergangenen 12 Tagen bin ich 5,5 kg los geworden. Ich wird jetzt erstmal weiter meine tägliche Folge Boston Legal schauen und nachher ein neues Buch anfangen nachdem ich „Drüberleben“ am 29. Januar ausgelesen habe. Wir lesen uns nächsten Samstag zum nächsten Blogpost wieder oder unter der Woche auf Twitter und Facebook.

P.S. ein extra Bienchen bekommt diese Woche noch die Beate, die mir eine tolle Karte ins Krankenhaus geschickt hatte, die ich jetzt wie son Knacki aufgehängt habe und für die DM Berichterstattung über die Lindenstrasse. Nun wissen wir, wer Erichs Mörder ist. 😀

Euer Wally

Neues aus der Anstalt #NadA Woche 1

KH Blog

 

 

 

Neues aus der Anstalt #NadA

Woche 1

Das war sie also, die erste Woche in der neuen Umgebung in der Fontane-Klinik in Motzen (Ortsteil von Mittenwalde in Brandenburg). Die ersten Tage standen ganz im Zeichen des Ankommens, Vorstellung bei zig verschiedenen Ärzten, Oberarzt, Chefarzt und vielen weiteren Leuten. Ergotherapiebelehrung, EKG, Blut abnehmen, Wiegen und vieles mehr. Hier in der Fontane-Klinik soll meine Behandlung fortgesetzt werden aus der Charité vom Juni 2015 als ich 4 Wochen das „Vergnügen“ hatte in Steglitz im Campus Benjamin Franklin zu leben. Dieses mal sind für die Behandlung 10 Wochen angesetzt. Das ist damit siebente Krankenhaus Aufenthalt innerhalb von 6 Jahren.
Die Klinik besteht aus zwei Bereichen. Zum einen der Teil für Suchterkrankungen, die Alkoholiker und Drogensüchtige behandeln und dann den psychosomatischen Teil der Klinik, wo ich auch untergebracht bin. Jeder Patientin und jeder Patient, die hier in Behandlung in Behandlung ist, wird einer Gruppe zugeordnet. In dem Bereich, in dem ich behandelt werde, gibt es mit mir nur zwei Männer und in jeder Gruppe einen. Das heisst, dass ich zur Zeit mit 7 Frauen in einer Gruppe bin. Das das ganz schön abenteuerlich ist, hab ich bei der ersten gemeinsamen Körpertherapie gemerkt, als die Therapeutin als es um das Schienbein ging: „Sie kennen dass vll. wenn man sich in einer Wanne voller warmen Wasser das Schienbein rasiert und man sich schneidet…“ Ich konnte da nur trocken „Nein!“ sagen und hab die ersten Lacher abgeräumt. Das zweite mal als die Gruppe in meinen Beisein zusammentraf war die Stimmung schon gereizter. Eine Mitpatientin hatte wohl ein Verhältnis mit einen Patienten aus einen anderen Bereich und das ging so weit, dass sie ein Kontaktverbot von der Klinik bekommen hatten, was sie unterschreiben mussten. Der Patient hielt sich nicht daran und musste die Klinik verlassen. Die Mitpatientin war deswegen natürlich geknickt und die Gruppe wollte das (zum wiederholten mal) zum Thema machen aber eine andere Mitpatientin war damit gar nicht einverstanden und das ging so weit, dass die dann rum schrie und weinte. Das waren wohl die unterhaltsamsten 90min. meiner ersten Woche.
Ansonsten habe ich durch meine introvertierte Art mit noch niemanden weiter gesprochen bzw. Kontakt geknüpft. Irgendwie ist das hier in diesem Krankenhaus auch schwerer als in allen bisherigen Kliniken, da woanders alles auf eine Station komprimiert ist und man viel Nähe hat aber hier alles sehr weitläufig ist und man eher überall die Patienten aus der Suchtabteilung sieht und die Klientel find ich dann doch eher schwierig.
Was noch negativ zu erwähnen ist, sind die vielen Patienten unterschiedlicher Gruppen, deren Lieblingswort anscheinend „Ich“ ist. Ich hier, Ich da, Ich Bla Bla Bla… Das ist mir ein wenig zu viel Ego. Mich interessiert nämlich wirklich nicht, ob man mal 12 Wochen Heilfasten gemacht hat vor einer Meditationsreise.
Was noch positiv zu erwähnen ist, sind die 4,2 kg, die ich in den ersten 6 Tagen schon verloren habe obwohl ich das Gefühl hab hier mehr zu Essen als zu Hause. Mir wurde am Telefon gesagt, dass ich ja dann wenn ich nachhause komme gar nicht wiederzuerkennen sei. Meine Antwort: Keine Sorge, ich bleib der gleiche zynische Mensch wie vorher. Daran wird ich schon erkannt. 😉

So, dass war es erstmal von mir. Ich denke, dass ich jetzt von jeder Woche im Krankenhaus etwas blogge und zwischenzeitlich könnt ihr alles bei mir auf FB lesen oder noch mehr auf Twitter.

Euer Wally

Was ich in einer Woche als Offliner gelernt habe.

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In unsortierten und v.A. zu vielen Gedanken versuch ich mal einen Überblick zu geben, warum ich mir zwischen dem 1. Januar 2016 und 7. Januar 2016 eine kleine Auszeit genommen habe vom schnellen Leben im Internet.
Ich hatte es satt zig Menschen zu folgen, denen ich irgendwann nur folgte weil wir einen gemeinsamen Freund hatten und Leute in meinen Freundeslisten zu haben, die mich augenscheinlich irgendwann gemutet haben so dass über Comments etc. schon seit Monaten/Jahren keinerlei Kommunikation mehr stattfand also hab ich am 1. Januar nach dem NHL #WinterClassic Game den digitalen Besen rausgeholt und nach verschiedenen Kriterien aussortiert. Manche haben noch mal eine Gnadenfrist bekommen andere nicht. Irgendwann ca. 2012 hatte ich bei Facebook mal über 500 Freunde. Das hat sich im laufe der Zeit stark gewandelt. Von Jahr zu Jahr wurden es weniger. Erst über 500 dann 315 dann 225 dann 185 und nun 159. Das ist wahrscheinlich ein Ähnlicher Schritt, wie ihn Tobias Schwarz ging, der sich bei Facebook löschte und irgendwann von vorn begann und auch bei Twitter alle Follower entfolgte und neu anfing: LINK. Ganz so radikal wollte ich nicht vorgehen, den meine Follower denen ich noch folge sind mir schon lieb. Sei es von Leuten mit großen Account von zigtausenden Followern oder Leuten mit nicht mal 100 Followern.
Ein weiterer Punkt dieses „Experiments“ war auch, dass ich zum Jahresanfang ganz schön was zu schaffen hatte weil ich ab 18. Januar für ca. 10 Wochen bis Ostern in der Brandenburger Pampa im Krankenhaus bin und von dort aus definitiv weniger regeln kann als von Zuhause also hiess es in der Offlinezeit: Zeitschriftenabos kündigen (Bye Bye Eishockey News & NEON), das Fitnessstudio nach 24 Monaten kündigen und das wichtigste: Den jährlichen Rentenantrag neu stellen, der auch jedes mal länger wird. Waren es 2015 noch 42 Seiten Antrag hab ich 2016 66 Seiten abzuschicken. Das ich das alles so schnell in Eigeninitiative geschafft hab, macht mich schon etwas Stolz v.A. dass ich dafür meine Gewohnheiten unterbrochen habe und das durchgezogen habe statt zu Prokrastinieren. Passenderweise kam dazu bei Edition F. in meiner Sendepause ein Artikel raus.
Ein weiterer super Nebeneffekt war einfach mal nicht mitzubekommen, welche Säue schon wieder durchs digitale Dorf getrieben werden, über was oder wen sich wieder groß in drölfzigtausend Tweets echauffiert wird usw. Ich hab die Ruhe in der Offlinewoche doch sehr genossen.
Zu guter letzt war Aspekt meiner Sendepause war aber auch, dass ich mal schauen wollte, ob es überhaupt auffällt, wenn ich weg bin da man ja immer wieder davon liest, wenn ein älterer Nachbar in seiner Wohnung verstorben ist und es niemanden auffällt. Dieses mal halt aus digitaler Sicht. Und nach 24,5 Std. kam die erste Beobachtung, dass ich fehle und ob alles OK sei. Nach und nach kamen dann auch weitere Nachrichten via DM bei Twitter, WhatsApp, FB Messanger und sogar SMS. Einige male entwickelten sich aus den Fragen nach der Sendepause und der Entschleunigung längere Gespräche, die ich so auch ewig nicht mehr erlebte, die irgendwie an die Zeit bei ICQ und MSN erinnerten. Das war auf alle Fälle eine wertvolle Erfahrung nicht immer nur in 140 Zeichen voneinander zu lesen sondern auch mal persönlich miteinander zu schreiben. Von einigen bin ich etwas enttäuscht, dass nichts kam von anderen aber wiederum positiv überrascht.
Apropos positiv überrascht. Positiv überrascht war ich damals 2012 über die Solidarität die man in sozialen Netzwerken bekommt und hab auch dementsprechend positiv darüber gebloggt: LINK. Nun gab es ein Fall kurz vor Ende des Jahres unter meinen Followern, dass Christian Helms nach Weihnachten und über Silvester ins Krankenhaus musste. Die selbe Solidaritätswelle, die ich damals erlebte schwappte über ihn hinweg. Grund genug für mich mal zurückzuschauen und zu überlegen, was den nach 4 Jahren und mehreren Krankenhausaufenthalten davon noch bleibt. Auch dafür hab ich mir die Zeit in meiner Pause genommen um über die Frage nachzudenken. Für ein schnelles „Gute Besserung“ ist das Netzwerk super aber so richtig Nachhaltig ist da nichts. Immer öfter kommen Sachen wie „Lass uns doch mal Treffen“ wo man schon sofort danach weiss daraus wird eh nichts. Eigentlich Schade, wenn man Follower in der selben Stadt hat und man sich doch nur 1x höchstens 2x zu Geburtstagen sieht. Das alles verdient den Namen #Onlinesamkeit. Aber gerade deswegen weiss ich nach dieser Sendepause und Reflektion die positiven Beispiele aus dem Jahr 2015 auch umso mehr zu schätzen. Danke K. & B.! <3

Fazit:

Für das Wohlbefinden war die Sendepause eine gute Entscheidung und ob man nun da ist oder nicht ist im Endeffekt auch egal. Die Erde dreht sich weiter und der Stream in den sozialen Netzwerken fliesst unverändert weiter.

P.S. Bei Twitter ist das Fehlen übrigens stärker aufgefallen als bei Facebook.

P.P.S. Ihr habt die Sendepause von mir doch bestimmt auch so genossen, wie ich sie von euch, oder?! 😛

P.P.P.S. An die FragerInnen, ob alles Okay ist: Nein, ist es nie!

#WallysHockeyCorner 26

#WallysHockeyCorner 26

Spitzenreiter

Kurz vor Weihnachten beschenken sich die Eishockeyteams der Hauptstadt selber. Die Eisbären bauen ihre Führung an der Spitze der DEL-Tabelle mit einem 6-Punkte-Wochenende aus, die Jungs von FASS Berlin gewinnen nach über 20 sieglosen Spielen gleich zweimal hintereinander. Dazu später aber mehr. Viel Spaß mit der neuen und für einige Zeit letzten Ausgabe von #WallysHockeyCorner.

Eisbären Berlin
Es war der Abend der Special-Teams bei den Eisbären am 11. Dezember gegen die Kölner Haie. Den Powerplay und Penaltykilling-Formationen gelang an diesem Abend offensiv fast alles. Von den fünf erzielten Toren beim 5:2 Erfolg gegen den KEC wurden vier Tore in Überzahl von Mark und Darin Olver sowie zwei Mal von Marcel Noebels erzielt. Und als i Tüpfelchen schoss Kapitän André Rankel das abschließende 5:2 in Unterzahl. Vor 13.392 Zuschauern boten die Eisbären vor allem im ersten Drittel richtig schönes Eishockey. Zwei Tage später beim Auswärtsspiel in der bayerischen Landeshauptstadt verloren die Hauptstädter 2:1 gegen Red Bull München. Aus dem Auswärtswochenende vom 18. bis 20. Dezember wurde ein 6-Punkte-Wochenende und der Platz 1 in der DEL Tabelle konnte somit gesichert und vor allem ausgebaut werden. Gegen die Straubing Tigers gelang ein 4:7 Erfolg und mit 2:3 setzten sich die Berliner gegen die Pinguine aus Krefeld durch. Am Dienstag, 22. Dezember, endet der „Roadtrip“ von 4 Auswärtsspielen in zehn Tagen mit dem Spiel gegen die Hamburg Freezers. Bis zum Ende des Jahres spielen die Eisbären am 28. Dezember noch einmal auswärts in München und am 26. sowie 30. Dezember Zuhause gegen Wolfsburg und Iserlohn.

OSC Berlin und FASS Berlin
Kurz vor der Pause in der DFEL verabschiedeten sich die Eisladies mit zwei Niederlagen gegen ERC Ingolstadt. Mit 6:3 und 8:0 fegten die Pantherinnen die Berlinerinnen vom heimischen Eis. Für die Eurohockey-Challenge im finnischen Leppävirta gegen Schweden, Finnland und Russland wurden Anne Bartsch, Nina Kamenik und Lisa Schuster für die Nationalmannschaft nominiert. Die Spiele gingen allesamt verloren. Gegen Schweden knapp 0:1. Gegen die Gastgeberinnen und späteren Turniergewinnerinnen Finnland deutlich 0:7 und gegen Russland nach Verlängerung 2:3. Nina Kamenik steuerte einen Assist zum zwischenzeitlichen 2:2 bei.
Wie oben schon geschrieben, hat es FASS endlich geschafft nicht nur einmal, sondern nach über 20 sieglosen Spielen, zweimal hintereinander zu gewinnen. Aber von vorne: Nach der 11:1 Niederlage in Essen muss ein Hallo-Wach-Effekt eingesetzt haben, denn gegen die Erfurt Black Dragons verlor man nur knapp nach Penalty 6:7. Gegen den Hamburger SV konnten die Akademiker dann mit 6:2 ihren ersten Saisonsieg einfahren. Eine Woche später gelang im Derby gegen ECC Preussen Juniors Berlin der nächste 5:2 Sieg. Nun müssen die Jungs versuchen, sich aus dem Oberliga-Nord Tabellenkeller herraus zu kämpfen. Ein Anfang ist gemacht. Die Rote Laterne haben sie zumindest vorerst an die Crocodiles aus Hamburg abgegeben.

20 Jahre Bosman-Urteil
Am 15. Dezember 1995 erstritt der belgische Fußballprofi Jean-Marc Bosman vor dem Europäischen Gerichtshof ein spektakuläres Urteil, dass nicht nur den Fußball damals maßgeblich veränderte, sondern auch andere Sportarten wie z.B. das Eishockey. Ganz besonders profitierten die Eisbären ab der Saison 96/97 und 97/98 davon, indem sie durch das Urteil quasi die gesamte Mannschaft austauschten und viele gute Ausländer verpflichteten, die heute noch Heldenstatus besitzen – wie z.B. Andrew McKim, Marc Fortier, Derek Mayer, Thomas, Stehen, Leif Carlsson und der heutige Manager Peter-John Lee. Mit den Spielern konnte damals das Halbfinale erreicht und später ins Finale der DEL eingezogen werden.

Diverses:
Kai Wissmann und Can Matthäs wurden in den Kader der U20 Nationalmannschaft berufen und waren bei der U20 Weltmeisterschaft der Division I in Wien vom 13. – 19. Dezember dabei. Der direkte Wiederaufstieg gelang der eigentlich als Fahrstuhlmannschaft bekannten U20 nicht. Im Gesamtklassement wurde der DEB nur Fünfter von sechs Mannschaften. Kai Wissmann steuerte im Turnierverlauf zwei Tore bei und wurde im ersten Spiel gegen Kasachstan zum besten Deutschen gewählt.
Sasa Martinovic, der sich mehrere Wochen in Berlin bei den Eisbären fit gehalten hat und mittrainierte, spielt mittlerweile für Nürnberg. Doch mit seinem alten Team in Zagreb, für das er vier Jahre lang spielte, gibt es massive Probleme. Nicht nur Martinovic sondern auch mindestens 12 weiteren Spielern schuldet Zagreb das Gehalt. Bei Martinovic sind es $ 55.000 (ca. 51.000€). Bereits diesen Sommer ist z.B. Mark Dekanich, ehemals Torhüter bei Zagreb, via Twitter mit dem Thema an die Öffentlichkeit gegangen. Mittlerweile zeigen sich auch andere Ex-Spieler solidarisch und nutzen ihre Reichweite, um auf das Thema aufmerksam zu machen, wie z.B. zuletzt der ehemalige NHL Spieler Mike Commodore.

In eigener Sache
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P.S. wie oben schon angekündigt, wird das vorerst die letzte Ausgabe von #WallysHockeyCorner sein, da ich von Januar bis voraussichtlich Ostern im Krankenhaus sein werde. Trotz alledem möchte ich Euch noch ein frohes Fest und einen fleißigen Weihnachtsmann wünschen sowie einen guten Rutsch und ein gesundes, erfolgreiches Jahr 2016!

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Wally #WHC

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#WallysHockeyCorner 25

#WallysHockeyCorner 25

Zwei fast perfekte Wochen

Es ist geschafft, die Eisbären konnten in den letzten vierzehn Tagen 11 von möglichen 12 Punkten holen. Aber nicht nur für den Hauptstadtclub waren es fast perfekte zwei Wochen seit der letzten #WHC Ausgabe, sondern auch für mich persönlich mit 8 Eishockeyspielen in 17 Tagen in 2 Ländern und 4 Arenen. Dazu unten aber mehr. Viel Spaß bei der neuen Ausgabe von #WallysHockeyCorner.

Eisbären Berlin
Ganz ehrlich, wer hätte gedacht, dass die Eisbären nach knapp der Hälfte der Saison auf Platz 2 der DEL stehen? Ich glaube, die wenigsten. Von daher Chapeau, dass die Mannschaft nach 24 von 52 Spieltagen überraschen konnte und mit 44 Punkten auf dem Konto 4 Punkte hinter Spitzenreiter Mannheim (die allerdings zwei Spiele mehr haben) auf Platz 2 stehen. Zum Platz 2 in der Tabelle hat vor allem das Heimspielwochenende beigetragen, wo die Eisbären als damaliger Tabellendritter gegen den Tabellenersten Mannheim und den bisherigen Tabellenzweiten Iserlohn spielen musste. Beide Partien konnten gewonnen werden. Gegen Mannheim spielten sich die Eisbären fast in einen Rausch mit einem 2. Drittel, in dem sie fünf Mal die Scheibe hinter den Mannheimer Goalies im Netz versenkten. Nach dem zwischenzeitlichen 5:2 gab Dennis Endras auf und machte Platz für den bei den Eisbären altbekannten (gehörte der Organisation zwischen 2004 und 2009 an) Youri Ziffzer, der dann allerdings auch noch das Tor zum 6:2 Endstand kassierte. Die Arena war gegen Mannheim zum ersten Mal in dieser Saison mit 14.200 Zuschauern ausverkauft.

Zwei Tage später fanden 13.829 Zuschauer den Weg in die Arena, um bei einer etwas langatmigen Partie passend zum 2. Advent einen 3:0 Sieg der Hausherren gegen die mit einen Sonderzug angereisten Iserlohn Roosters zu erleben. Petri Vehanen spielte wie schon zuvor wieder fabelhaft und hat sich den Shutout redlich verdient. Das Auswärtswochenende, das die Eisbären vor den beiden Heimspielen absolvierten, führte die Hauptstädter am 27. November nach Ingolstadt und am 29. November nach Schwenningen. Gegen die Panther aus Ingolstadt konnte ein 2:1-Sieg erkämpft werden. Zwei Tage später in Schwenningen bei den Wild Wings gab es dann wohl das verrückteste Spiel der letzten Zeit. In einem offenen Schlagabtausch konnten die Eisbären das Spiel in der Overtime mit 8:7 für sich entscheiden. Hätten die Berliner nicht 10 Sekunden vor Ende der regulären Spielzeit noch den 7:7 Ausgleich kassiert und den Punkt durch die Verlängerung an die Wild Wings verloren, wären es nicht nur zwei fast perfekte Wochen geworden sondern zwei perfekte Wochen.

OSC Berlin und FASS Berlin
Die Eisladies hatten zwei durchwachsene Wochenenden. Zuerst wurde das Heimspielwochenende gegen den DFEL Tabellenführer ECDC Memmingen mit 1:6 und 2:4 verloren ehe das letzte Wochenende bei den Hannover Lady Scorpions 3:6 und 4:5 (n.P.) gewonnen werden konnte. Letzte Woche rutschten die Damen vom OSC in der Tabelle von den 4. auf den 5. Platz ab. Aber durch die beiden Siege in Hannover und da Bergkamen spielfrei hatte, ging es dieses Wochenende wieder hoch auf den 4. Platz.

Nun ist es passiert, FASS Berlin hat zum ersten Mal zweistellig in der Oberliga Nord verloren. Mit 11:1 mussten sich die Akademiker den Moskitos aus Essen geschlagen geben. Zuvor verloren diesmal knapp die Jungs von FASS dem Rostocker EC mit 2:4. Zwei weitere Niederlagen wurden am Wochenende zuvor eingefahren. Gegen den Tabellenführer der Oberliga Nord, die Füchse Duisburg, verlor man 8:3 und gegen den Tabellenzweiten, die Tilburg Trappers aus den Niederlanden, mit 2:9. Damit bleibt FASS Oberligakanonenfutter und steht nach 20 Spielen weiterhin mit 1 Punkt auf dem 18 und damit letzten Tabellenplatz.

Hockeyhopping in der Schweiz
Ende August waren alte Eishockeyfreunde von mir aus der Schweiz zu Besuch in Berlin und irgendwann, lange nach dem CHL Spiel gegen GAP Rapaces, sagte einer der beiden am Fanbogen, dass ich doch auch mal in die Schweiz kommen könnte. Da ich kein Freund von diesem „Man müsste sich mal wieder treffen“-Gerede bin und lieber gleich Nägel mit Köpfen mache, haben wir die DEL- und NLA-Spielpläne verglichen und sind zu dem Entschluss gekommen, dass ich Ende November für sechs Tage nach Zürich fliege. Die ersten Tage sollten etwas Kultur beinhalten und die letzten drei Tage waren vollgepackt mit drei Spielen. Auf der Agenda standen freitags in Zürich ZSC Lions vs. Lausanne HC, am Samstag in der italienischen Schweiz HC Ambri-Piotta vs. ZSC Lions und Sonntag kurz vorm Heimflug Kloten Flyers vs. HC Ambri-Piotta. Zwischenzeitlich kam aber noch das Losglück dazu und im Swiss Hockey Cup wurde den ZSC Lions der HC Ambri-Piotta für den Mittwoch zugelost, so dass ich auf 4 Spiele innerhalb von 6 Tagen kam. Eine größere Hockeyausbeute war wahrlich nicht drin. Einerseits war ich natürlich da, um das Lieblingsteam meiner Freunde (Ambri) zu sehen, andererseits wollte ich natürlich noch einen Blick auf den zukünftigen Nr. 1 Draftpick im NHL Draft 2016, Auston Matthews, werfen, der für den ZSC noch nicht spielberechtigt war als die Lions in Berlin spielten. Zusätzlich zu Matthews lag mir noch am Herzen, noch einmal den zukünftigen Spieler der Washington Capitals, Jonas Siegenthaler, genauer zu beobachten.

Dass ich das Glück hatte, beide Teams drei Mal zu sehen, war schon klasse. Erschreckend war, wie leer das Hallenstadion beim Swiss Hockey Cup am Mittwoch war. Ich dachte, ich hätte bei großen Arenen mit 4.000 Zuschauern in Berlin schon das negative Highlight erlebt, aber 1.921 Zuschauer in einer 10.800 Zuschauer fassenden Arena hat im negativen Sinne alles getoppt, was ich bisher gesehen habe. Von irgendeiner aufkommenden Stimmung außer im Gästesektor von den Ambrifans braucht man gar nicht sprechen. Das Spiel war sehr spannend und es war mitunter ein offener Schlagabtausch, den im Endeffekt die besseren Einzelspieler entschieden. Hier ist z.B. wieder einmal Auston Matthews zu erwähnen, der sich nach seiner Verletzungspause super zurückmeldete und zwei Tore zum 5:2 Sieg des ZSC beisteuerte.

Während ich das Mittwochsspiel im dritten, also obersten Rang verbrachte, verschlug es mich am Freitag mit meiner Begleitung in die dritte Reihe im ersten Rang, direkt hinter die Spielerbande der ZSC Lions. Solch einen Platz hatte ich in den bisher fast 20 Jahren als Hockeyzuschauer noch nicht. Dementsprechend spannend war es für mich, die Spieler und das Trainerteam (insbesondere Stanley-Cup-Sieger Marc Crawford) aus der Nähe zu beobachten, während ich in der Mercedes-Benz Arena in der letzten Reihe des Oberrangs sitze und so natürlich nicht viel davon mitbekomme, was auf der Bank passiert. Kleines persönliches Highlight war dann auch, als der Spielpuck nach drei Spielminuten über die Bande flog und direkt vor meinen Füßen landete. So konnte ich ein wunderbares und einzigartiges Souvenir von der Reise mitbringen.

Dieses Mal war das Hallenstadion mit 9.218 Zuschauern ganz gut gefüllt, aber stimmungsmäßig war es fast kein Unterschied zum Spiel zwei Tage zuvor. In der Organisation von Lausanne gibt es zwei alte Bekannte. Zum einen stand Christobal Huet im Tor, der im Jahr 2005 Torhüter in Mannheim war, gegen den die Eisbären ihre erste von bisher sieben Meisterschaften holen konnten. Zum anderen ist der Trainer von Lausanne Heinz Ehlers. Ehlers spielte zwischen 1997 und 2002 in Berlin für die Capitals. Sein Sohn Nikolaj verdient sich grad erste Sporen in der NHL für die Winnipeg Jets. Die ZSC Lions gewannen das temporeiche Spiel 2:0. Nach einer kurzen Nacht ging es Samstag früh erst nach Luzern um dort Freunde zu treffen und von dort ins Tessin zum HC Ambri-Piotta zu fahren. Da wir frühzeitig planten, konnte ich mir aussuchen, wie wir fahren wollen. Ich hatte mich aufgrund der Landschaft für den Zug entschieden und sollte auch nicht enttäuscht werden. Da wir frühzeitig in Ambri ankamen, hatten wir noch genug Zeit vor dem Spiel die landestypische Küche auszuprobieren. Nach der vermeintlich besten Pizza der Schweiz ging es dann in die kultige Valascia, die ich das letzte mal im Februar 2008 besuchte. Damals beim Tessiner Derby gegen Lugano und nun gegen die Lions aus Zürich. Vor ca. 5.000 Zuschauern gewann der ZSC das dritte Spiel, dass ich von ihm gesehen habe, ungefährdet 1:4.

Man hat deutlich erkannt, warum die Zürcher auf Platz 1 der NLA Tabelle stehen. Trotz neun Verletzter solch eine Leistung mit 4 Spielen in 6 Tagen abzuliefern, verdient höchsten Respekt. Da die Dörfer Ambri und Piotta etwas abseits liegen, gibt es keine Möglichkeit am Samstagabend mit dem Zug von dort wegzukommen. Deswegen haben wir für ein Stück Heimfahrt den Fanbus nach Luzern gewählt, um von dort mit langen Wartezeiten nach Zürich und von dort nach Winterthur zu fahren. Irgendwann gegen 6 Uhr konnte ich dann auch mal vier Stunden schlafen ehe es zum letzten Spiel in der Schweiz zu den Kloten Flyers ging. Da am Abend 20.45 Uhr mein Flug nach Berlin gehen sollte und das Spiel 15.45 Uhr begann, stand ich in der Planungsphase vor der Frage: Wohin mit dem Gepäck während des Spiels? Ich habe freundlich via Twitter bei den Kloten Flyers angefragt und mir wurde erlaubt, meine Koffer während des Spiels im Medienraum unterzubringen. Gerade in der heutigen Zeit nach den Anschlägen von Paris eine nicht selbstverständliche Aktion. Von daher hier auch nochmal vielen lieben Dank an Fabienne Sallenbach von den Kloten Flyers, die das ermöglichte.

Von der Arena in Kloten hab ich im Nachhinein eine ambivalente Meinung. Auf der einen Seite kompakt und modern, auf der anderen Seite aber doch irgendwie altbacken durch das Holz und den abgetrennten Gästefanbereich. Es war aber spannend, in drei verschiedenen Arenen in der Schweiz zu sein, während in Deutschland die Arenen immer austauschbarer werden. Vor dem Spiel wurden eine Reihe alter Klotenspieler mit Bannern unter dem Hallendach geehrt wie z.B. Reto Pavoni, der z.B. auch in Deutschland bei Krefeld und Landshut spielte, oder Felix Hollenstein, der Co Trainer der Schweizer Nationalmannschaft. Besonders gut hat mir das Trikot der Flyers gefallen, die im Retro Look antraten. Ambri konnte auch im dritten Spiel, das ich von ihnen sah, keinen Blumentopf gewinnen und verlor gegen das alte Team von Micki DuPont und Mark Olver 7:4. Gefreut habe ich mich, den alten Schweizer Goalie Martin Gerber noch einmal sehen zu dürfen, der einige Jahre in der NHL spielte. Nach dem Spiel brachte mich mein Gastgeber noch zum zwei Kilometer von der Arena entfernten Flughafen und dann ging es auch direkt nach Berlin. Montag kurz nach 0 Uhr war ich dann wieder zuhause von der letzten Reise des Jahres 2015.

Um mal ein Fazit zu ziehen von den vier Schweizer Spielen: Das war schon mindestens eine Klasse besser als das Hockey, das in der DEL gespielt wird. Beachtenswert war auch, dass es bis auf das NLA-Spiel in Zürich keinerlei Show vor dem Spiel gab. Weder beim Cup-Spiel in Zürich noch bei den Spielen in Ambri und Kloten. Wenn ich mal Revue passieren lasse, was das Reisen hockeytechnisch alles gebracht hat, war es kein schlechtes Jahr. Im Mai die Weltmeisterschaft in Tschechien, im Oktober in der österreichischen EBEL und nun im November in der Schweizer NLA. Mal sehen, was 2016 so zu bieten hat. Geplant ist da noch nichts. Was allerdings schon vorgesehen ist, ist ein Besuch der Eishockey Weltmeisterschaft 2017 in Paris, verbunden mit einen netten Kulturprogramm.

Diverses:
Mitte September berichtete ich in #WHC davon, dass die Nummer 20 von Denis Pederson nicht mehr vergeben wird. Mittlerweile ist nun auch das Datum der Trikotzeremonie bekannt. Am 26.Dezember soll der Banner mit der 20 von Pederson neben die 19 von Beaufait, die 11 von Felski und die 27 von Walker unter das Dach der Mercedes-Benz Arena gezogen werden.
Kai Wissmann und Can Matthäs wurden in den erweiterten Kader der U20 Nationalmannschaft berufen und hoffen auf einen Einsatz bei der U20 Weltmeisterschaft der Division I in Wien vom 13. – 19.Dezember.

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Wally #WHC

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#WallysHockeyCorner 24

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Seuchenmonat: November

Einen schönen Guten Tag aus Zürich. Ich befinde mich grad inmitten meiner Hockeytour von acht Eishockeyspielen in 17 Tagen in vier Arenen in zwei Ländern. Nachdem die ersten beiden Spiele in Berlin geschafft sind, bin ich zurzeit in der Schweiz und schaue mir in Zürich zwei Spiele der ZSC Lions an, dann in der italienischen Schweiz, im Tessin beim HC Ambri-Piotta ein Spiel und zum Abschluss, bin ich bei den Kloten Flyers. Abgerundet werden die 17 Tage am Ende durch zwei Spiele der Eisbären in der heimischen Mercedes-Benz Arena. Einen ausführlichen Bericht lest ihr dann in der nächsten #WHC Ausgabe am 8. Dezember. Nun aber erstmal viel Spaß bei der diesmal wieder etwas kürzeren Ausgabe.

Eisbären Berlin
So richtig ans Weiterkommen in der CHL hat ja irgendwie niemand geglaubt, da die Eisbären gegen Skelleftea AIK einen Drei-Tore-Rückstand aufholen mussten, um in die nächste Runde der Champions Hockey League einzuziehen. Das schien dann doch etwas zu viel des Guten. Im Endeffekt verloren die Hauptstädter knapp mit 2:1 und schieden im Achtelfinale aus. Trotz alledem sind die Eisbären das beste deutsche Team im Wettbewerb gewesen. Beachtenswert ist, dass im Viertelfinale nur noch ein Team aus Mitteleuropa dabei ist (HC Davos, Schweiz) und die restlichen sieben Teams alle aus Nordeuropa (Schweden und Finnland) kommen.

In der DEL sahen die vergangen zwei Wochen der Eisbären auch nicht so rosig aus. Aus vier Spielen konnten nur vier von möglichen 12 Punkten geholt werden. Gegen Düsseldorf gab es wie drei Tage nach dem CHL Spiel in Schweden einen 2:1 Sieg. Auswärts in der Fuggerstadt Augsburg mussten sich die Hauptstädter 2:4 geschlagen geben. Beim Heimspielwochenende kamen die Eisbären am vergangenen Freitag mit 2:6 unter die Räder. Selbst Nürnbergs Trainer Martin Jiranek fand den Sieg seiner Mannschaft gemessen am Spielverlauf etwas zu hoch. Grund für die hohe Niederlage war das Öffnen des Spielsystems der Eisbären auf eine offensivere Variante nach dem 2:3 in der 46. Minute, so dass die Ice Tigers mit einem Doppelschlag in der 48. Und 49. Minute alles klar machten. Die Eisbären spielten dann völlig auf Risiko und nahmen Goalie Petri Vehanen sieben Minuten vor Spielende für einen zusätzlichen Feldspieler aus dem Kasten. Prompt setzte es den 2:6 Endstand. Für mich persönlich war es ein ganz munteres Spiel, in dem alle drei Nürnberger, die ich ganz gern auch in Berlin spielen sehen würde, getroffen haben (Steckel, Reinprecht und Heatley).

Beim Sonntagsspiel gegen die Hamburg Freezers holten die Eisbären einen 0:2 Rückstand auf. Constantin Braun merkte das positiv nach dem Spiel in der Mixed Zone an: „Das muss man gegen Hamburg erstmal schaffen. Wir alle wissen ja wie eng die Liga ist.“ Trotz der Aufholjagd verließen die Berliner als Verlierer das Eis. Am Ende hieß es 2:3 nach Penaltyschießen. Sieg-Torschütze für die Hamburger war Thomas Oppenheimer, der auch schon während des Spiels die Tore schoss. Die beiden Eisbärentore fielen jeweils in Schlagschüssen von der blauen Linie von Micki DuPont und Darin Olver. Für die Eisbären war es die sechste Niederlage im siebenten Spiel (DEL & CHL) und damit der sprichwörtliche Seuchenmonat November. Nach dem Spiel gab es ein Wiedersehen zweier alter Bekannter. Der Torhüter der Freezers, Cal Heeter, kam zur Eisbärenkabine und fragte nach Marcel Noebels. Beide spielten zwischen 2012 und 2014 in der Organisation der Philadelphia Flyers für die Adirondack Phantoms in der AHL.

OSC Berlin und FASS Berlin
Nach einem durchwachsenen Wochenende mit einem 2:1 (n.P.) und einer 2:4 Niederlage gegen EC Bergkamen hatte OSC ein spektakuläres Wochenende bei den Damen des SC Garmisch-Patenkirchen. Beide Partien konnten die Eisladies 9:0 für sich entscheiden. In der Tabelle der DFEL liegen die Eisladies mit 19 Punkten aus zehn Spielen im Mittelfeld auf Platz 4. Vor ihnen ECDC Memmingen, ESC Planegg-Würmtal und ERC Ingolstadt.
FASS Berlin bekommt diese Saison kein Fuß aufs Eis. Schon wieder hab ich hier leider nur Niederlagen zu verkünden. Im Derby gegen die Preussen unterlag man knapp 1:2. beim Deutschen Meister von 2010, gegen die Hannover Scorpions, kamen die Akademiker 9:2 unter die Räder. Fairerweise muss man sagen, dass der Kader der Scorpions für die 3. Liga schon einige Hochkaräter zu bieten hat. Neben ehemaligen DEL Spielern (u.a. Morczinietz, Hertel, Blank) steht auch der gebürtige Berliner Frank Richardt im Kader der Hannoveraner. Richardt spielte Mitte bis Ende der 90er bei den Eisbären im Nachwuchs. Gegen die Icefighter aus Leipzig konnten die Jungs von FASS auch nichts reißen und unterlagen 2:7. Gegen den Herner EV konnten zwei Tore mehr erzielt werden und man verließ mit 4:7 das Eis.

Diverses:
Am Abend des 22. November haben zwei der verbleibenden vier Fanbeiratsmitglieder der Eisbären aus persönlichen Gründen ihr Ehrenamt niedergelegt. Zuvor war Ende September schon ein – von ursprünglich fünf Fanbeiratsmitgliedern zurückgetreten. #WHC berichtete.
Zurzeit ist es unter Eishockeyspielern anscheinend en Vogue, eigene Kollektionen herauszubringen. So gibt es in der NHL immer mehr Spieler mit eigenem Logo, eigener Kollektion etc. Dieser Trend scheint grad nach Deutschland zu schwappen. So erwähnte der Torhüter Timo Pielmeier aus Ingolstadt letztens bei Instagram, dass er an einem Label arbeite. Constantin Braun von den Eisbären lässt in letzter Zeit in den sozialen Netzwerken auch den einen oder anderen Entwurf unter dem Namen „Styrka“ durchblicken. Ab Januar sollen wohl die ersten Shirts rauskommen. Falls ihr auf dem Laufenden bleiben wollt bei dem Projekt, folgt ihm auf Twitter:https://twitter.com/StyrkaI oder liked die Seite hier bei Facebook.

In eigener Sache
Ein letztes Mal der Hinweis auf die Movember Aktion, für die meine Mitstreiter vom Hockeyblog „The Big Hockey Theory“ und ich Spenden sammeln im Kampf für die Männergesundheit und gegen Hodenkrebs, Prostatakrebs, Bewegungsmangel und psychische Krankheiten. Unterhttp://moteam.co/the-big-hockey-theory-tbht oder http://mobro.co/wally44 könnt auch Ihr den einen oder anderen Euro spenden. Vielen Dank dafür! Mehr Informationen über den Movember findet ihr hier:http://thebighockeytheory.de/?p=537
Bisher konnten nach 22 Tagen 245 Euro online und 105 Euro offline im Fanbogen der Eisbären Berlin an Spenden gesammelt werden. Es liegt nun an den #WHC Lesern, die Summe noch etwas steigen zu lassen. MoBro bei den Eisbären ist in dieser Saison Constantin Braun.
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#WallysHockeyCorner 23

#WallysHockeyCorner 23

Viva Welli!

Kinder, war das ein Spiel im Welli! Das letzte Eisbärenspiel im Wellblechpalast in Hohenschönhausen liegt zwar erst acht Monate zurück, aber diesmal hatten die Fans mehr Zeit, sich darauf einzustellen , während es bei dem Pre Playoff Spiel gegen Nürnberg irgendwie Hopplahopp in die alte Spielstätte gegangen war. Dieses Mal gab es neben der Vorfreude auch eine Choreo, ein Uffta und Champions Hockey League Spitzensport. Dass die CHL Spiele nicht viele Zuschauer anziehen,  ist ja langsam bekannt, aber dass selbst das Spiel in der Kulteishalle nicht ausverkauft war, ist schon ein starkes Stück, wo doch sonst jeder von früher schwärmt. Ich für meinen Teil hatte wie die 4.554 Zuschauer eine gute Zeit. Es gab tolles Hockey, einen internationalen Spitzengegner mit Skelleftea AIK und nach dem Spiel bis 1 Uhr ein nettes Beisammensein wie früher im „Casino“, auch mit Spielern. Diese Nähe ist in der Multifunktionsarena natürlich nicht gegeben.

P.S. Am heutigen Dienstag, 10. November, ist übrigens 20-jähriges Jubiläum des legendären 3:4 (n.V.) Derbysiegs der Eisbären bei den Preussen Berlin.

Eisbären Berlin
Nach vier sieglosen DEL Auswärtsspielen konnten die Eisbären auswärts in Straubing endlich mal wieder 3 Punkte einfahren. Am 30. Oktober gewannen die Bären 1:4. Überragender Mann auf dem Eis war der aus der Verletzungspause wiedergekommene Florian Busch mit 2 Treffern. Zwei Tage später ging es beim letzten DEL Spiel vor der Deutschland Cup-Pause gegen die Pinguine aus Krefeld, die mit einem Sonderzug kamen. Es sollte das erste Spiel für den jungen Torhüter Mavin Cüpper werden, der vor der Saison aus der kanadischen Nachwuchsliga QMJHL von den Shawinigan Cataractes kam und bisher in Dresden beim Farmteam in der DEL2 auf 4 Einsätze kam. Ein weiteres Heimdebut gab es für die  Neuverpflichtung von den Kloten Flyers, Mark Olver (Bruder von Eisbärenstürmer Darin Olver). Der Stürmer steuerte beim Spiel gegen Straubing schon eine Vorlage bei. Beim ersten Spiel in der Mercedes-Benz-Arena war er allerdings etwas zu übermotiviert und musste in seinem ersten Wechsel in der 3. Spielminute nach einem Bandencheck mit einer Spieldauerdisziplinarstrafe Duschen gehen und wird auch ein Spiel gesperrt sein. Vor 13.230 Zuschauern unterlagen die Berliner den Seidenstädtern mit 0:4.

Mit der Niederlage riss die Serie
Für den KEV-Trainer Rick Adduono sollte es trotz des Sieges das letzte Spiel hinter der Bande werden. Er trat nach langanhaltender Kritik zurück, bleibt allerdings Berater des Aufsichtsrats. Mit der Niederlage riss nach 6 Heimsiegen auch die Serie für die Eisbären. Etwas enttäuscht war André Rankel nach dem Spiel über die Niederlage, allerdings auch froh über den 2. Platz in der DEL-Tabelle hinter den Adlern aus Mannheim. Gegen Skelleftea AIK ging es, wie oben schon erwähnt, in den altehrwürdigen Wellblechpalast zurück. Vor ohrenbetäubend lauten Fans mussten sich die Hauptstädter den Gästen aus Schweden zwar 2:5 geschlagen geben. Aber laut Constantin Braun war es ein Spiel auf Augenhöhe, das durch zwei Schlagschüsse von der blauen Linie durch Heed entschieden wurde. Einen schwarzen Tag hatte Goalie Petri Vehanen erwischt, der nach 28 Spielminuten gegen den wieder genesenen Kevin Nastiuk ausgewechselt wurde. Neben Frank Hördler fehlte auch Kapitän André Rankel, der am Nacken verletzt war. Bei dem Spiel verletzte sich der für die Nationalmannschaft für Frank Hördler nachnominierte Jonas Müller und musste die Teilnahme am Deutschland Cup absagen. Dieser fand somit in Augsburg ohne Berliner Beteiligung statt.

OSC Berlin und FASS Berlin
Zwei weitere Niederlagen gab es für die Akademiker von FASS Berlin. Auswärts bei den Hannover Indians unterlagen die Hauptstädter 9:3 und zu Hause gegen EHC Neuwied 2:7. Stolz kann man bei FASS zurzeit nur darauf sein, dass keins der zehn Spiele zweistellig gegen die Berliner  ausging. Allerdings muss man auch anmerken, dass diese zurzeit nur noch mit zwölf Feldspielern antreten können. Saisondebüt gab beim Spiel in Hannover die Torhüterin Mareike Krause im Kasten der Männer von FASS Berlin.
Die Eisladies vom OSC Berlin hatten spielfrei und im Moment Pause für Spiele der Nationalmannschaft.

Diverses
Am 17. Februar schrieb ich in #WHC , dass die Eisbären fünf registrierte Anhänger in der Datei „Sportgewalt Berlin“ haben. Diese Zahl konnte nun, wie die Antwort auf eine Schriftliche Anfrage der bündnisgrünen Abgeordneten Clara Herrmann  zeigt, von Januar bis  Oktober auf eine Person der „gewaltbereiten Kategorie B“ reduziert werden.

Im November 2014 besuchte ich das Inlinehockeyteam Stratus Hohenschönhausen und stellte es bei #WHC vor.  Nun braucht der Verein Hilfe. Mein Lieblingsradiosender Berliner Rundfunk 91!4 spendet für Vereine insgesamt 50.000Euro. Stratus könnt ihr bei der Aktion unterstützen, in dem ihr für sie votet.
Die Eisbären Juniors machen auch bei der Aktion mit. Für diese könnt ihr hier voten.

Aus der Reihe „Was macht eigentlich…?“ Chris Marinucci spielte zwar nur eine Saison (2001/2002) in Berlin, aber trotzdem ist es spannend, was er jetzt tut. Er hat die Schlittschuhe mit Arbeitsschutzschuhen und Bauhelm getauscht und arbeitet in Nashwauk, Minnesota mit 700 anderen Bauarbeitern auf einer 1,9 Milliarden-Dollar-Baustelle eines Infrastrukturprojekts von 19.000 Quadratmeter, um dort eine riesige Eisenerzmiene und ein Eisenerzpelletwerk zu bauen. Inbetriebnahme soll Sommer 2016 sein. Apropos ehemaliger Spieler: John Gruden, der in der Saison 2002/2003 für die Eisbären spielte und seit Anfang der Saison in der OHL (Ontario Hockey League) bei den Flint Firebirds für 17 Spiele hinter der Bande als Coach stand, wurde mit seinem gesamten Trainerteam entlassen. Grund war die Annahme des Teambesitzers, dass sein Sohn zu wenig Eiszeit erhalte. Die Spieler (inkl. der Sohn des Besitzers) zeigten sich mit den Trainern solidarisch, warfen dem Besitzer ihre Trikots vor die Füße und verließen vorerst das Team. Die Aktion der Spieler hat anscheinend ihre Wirkung nicht verfehlt. Gruden und die restlichen Trainer wurden am nächsten Tag nach einem Meeting wieder angestellt und mit einem neuen 3 Jahres Vertrag ausgestattet.

Die Eisbärenfans von black corner 2007, die schon mehrere Veranstaltungen mit und für Flüchtlinge organisierte, veranstaltete letztes Wochenende wieder eine Soliparty um neue Spenden für viele weitere Aktionen zu sammeln. Vor so viel Engagement zieh ich meinen Hut und bedanke mich hier auch noch mal dafür.

In eigener Sache
Apropos Spenden, neben für LiMa+ schreibe ich noch für den Hockeyblog „The Big Hockey Theory“. Dort sammeln meine Mitstreiter und ich während des Movembers im November Geld für den Kampf für die Männergesundheit und gegen Hodenkrebs, Prostatakrebs, Bewegungsmangel und den psychische Krankheiten. Unter http://moteam.co/the-big-hockey-theory-tbht oderhttp://mobro.co/wally44 könnt auch Ihr den einen oder anderen Euro spenden. Vielen Dank dafür! Mehr Informationen über den Movember findet Ihr hier.
Bisher konnten nach 10 Tagen 195 Euro online und 60 Euro offline im Fanbogen der Eisbären Berlin an Spenden gesammelt werden. Es liegt nun an den #WHC Lesern, die Summe noch etwas steigen zu lassen. MoBro bei den Eisbären ist in dieser Saison Constantin Braun.

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#WallysHockeyCorner 22

#WallysHockeyCorner 22

Die Heimserie hält…

Es tut gut, wieder in der heimischen Mercedes-Benz Arena Eishockey schauen zu können. Nach meinen Wiener Hockeyausflug (Bericht unten) gab es gleich vier Spiele in der heimischen Arena zu verfolgen. Neben dem Charityspiel zwischen den Eisbären Allstars und einem Team von Gazprom waren Augsburg, München und Wolfsburg zu Gast. Nun aber viel Spaß bei der neusten Ausgabe von #WallysHockeyCorner.

Eisbären Berlin
„Six in a Row“ würden US-Kommentatoren energisch in ihre Mikrofone schreien nach dem Heimsieg am vergangenen Sonntag, 25. Oktober. Als einziges DEL Team sind die Eisbären damit Zuhause noch ungeschlagen. Innerhalb der letzten 14 Tage hatten die Eisbären vier Spiele. Zuerst kam es zum „bayerischen Wochenende“ mit Augsburg und München, danach mussten die Eisbären zum Klassiker nach Mannheim, ehe das Wochenende mit dem Spiel gegen Wolfsburg beendet wurde. Gegen die Panther aus Augsburg gewannen die Hauptstädter vor 12.256 Zuschauern 7:3.

Zwei Tage später fand der Doubleheader mit zwei Spielen statt. Zuerst um 12 Uhr das Charity-Spiel (siehe unten) und um 16:30 Uhr das DEL Spiel gegen die Münchener, die mittlerweile die halbe ehemalige Mannschaft der Hershey Bears aus der AHL in ihrem Kader haben. Neben Steve Pinizzotto, Keith Aucoin wurde kurz nach dem Spiel noch der Torhüter David Leggio verpflichtet. Stürmer Barry Tallackson bestritt sein 300. DEL Spiel und krönte das Jubiläum auch mit dem Tor zum 5:3 Endstand. Während der drei Spiele Anfang Oktober konnten die Eisbären – wie in der letzten Kolumne geschrieben – nur 1 Tor schießen, aber an diesem Wochenende ist der Knoten mit 12 Toren in zwei Spielen geplatzt. Die Torsirene leuchtete so oft rot auf, dass man meinen könnte, man wär farblich auf der 1. Mai DGB Gewerkschaftsdemo. Nach diesem Torfestival hatten sich die Berliner auf den 1. Platz der DEL Tabelle zurückgekämpft.

Zumindest bis zum Spiel in Mannheim, dass knapp 2:1 verloren ging. Positiv war, dass Stürmer Marcel Noebels endlich seinen ersten Saisontreffer erzielen konnte. Vor 13.116 Zuschauern fand am 25. Oktober das Heimspiel gegen die Grizzlys aus Wolfsburg statt. In einem engen Spiel, das von den Schiedsrichtern dominiert wurde, schickte man die Gäste aus der VW-Stadt 3:2 nach Hause. Und bei der Pressekonferenz wirkte der Trainer der Gäste zufriedener als der Heimtrainer. Die ersten beiden Tore der Berliner erinnerten mich an Tore der Washington Capitals, die vor kurzem in Kanada gefallen sind. Marcel Noebels spielte einen wunderbaren No-look-Pass auf Spencer Machacek, der dann einnetzte. Genauso einen Pass hatte fünf Tage zuvor Evgeny Kutznetsov auf André Burakovsky in Calgary gespielt. Das zweite Tor erinnerte an einen Treffer der Capitals, der drei Tage zuvor in Vancouver fiel. Ein langer Pass, ein kurzer Pass, dann versenkte der junge Stürmer Sven Ziegler das Ding wie Topstürmer Alex Ovechkin. Mit dem 13. Spieltag ist auch schon das erste Viertel der laufenden Saison geschafft. Ich glaube, die Wenigsten sind vor der Saison davon ausgegangen, dass die Eisbären nach den ersten 25 Prozent der Spiele auf Platz drei der DEL-Tabelle stehen. Aber wir wissen auch, da die Liga unglaublich eng ist, dass sich das wöchentlich ändern kann. Jeder kann jeden schlagen, zur Tabellenspitze sind es nur zwei Punkte und zu Platz 10 auch nur sechs Punkte.

OSC Berlin und FASS Berlin
Die Eisladies errangen in den vergangenen 14 Tagen seit der letzten Kolumne drei Siege und kassierten eine Niederlage. Gegen den ERC Ingolstadt verloren sie 2:5 und gewannen tags zuvor nach Penaltyschiessen 4:3. Zwei weitere Siege gab es am 24. und 25. Oktober gegen EKU Mannheim. 7:1 und 8:0 waren die Endstände. Mit elf Punkten belegt der OSC den vierten Platz in der DFEL hinter Ingolstadt, Planegg-Würmtal und Spitzenreiter Memmingen.
Vier Mal innerhalb der letzten 14 Tage kamen die Jungs von FASS Berlin unter die Räder. Gegen die Saale Bulls aus Halle hieß es zuhause am 16. Oktober 1:6. Bei den Wedemark Scorpions verloren die Akademiker zwei Tage später 6:2. In Timmendorf gab es eine 5:2 Klatsche und am vergangenen Sonntag schenkten die Harzer Falken im Kellerduell den Akademikern neun Tore, bei 4 geschossenen ein. Nach zehn Spielen steht FASS Berlin mit einem Punkt am Tabellenende und verwaltet dort die rote Laterne.

Hockeyhopping in Wien
Während meiner zweiwöchigen Reise durch Europa hatte ich hockeytechnisch einmal Glück und einmal Pech. Pech war, dass Slovan Bratislava aus der KHL am 11. Oktober kein Heimspiel, sondern ein Auswärtsspiel bei Lada Togliatti hatte. Glück hingegen hatte ich zwei Tage später, am 13. Oktober in Wien, da die dortigen Capitals ein Heimspiel gegen EC Red Bull Salzburg bestritten. Da meine Reise relativ langfristig geplant war, wollte ich gern schon Tickets für die Partie kaufen, als der Spielplan der österreichischen EBEL bekannt gegeben worden war. Aber in Wien ist es anscheinend erst zwei Wochen vor dem Spiel möglich, Karten zu erwerben. Als ich dann eines Abends zu Hause am PC saß und die Tickets erwerben wollte, wurde ich schon stutzig: Warum kostete das teuerste Ticket gerade einmal 25 Euro? (Im internationalen Vergleich für die Haupttribüne wirklich ein Schnäppchen. In Berlin ist man zum Beispiel ab 40 Euro dabei.) Später sollte ich noch herausfinden, warum der Preis so günstig war. Vorab habe ich mir natürlich die Kader der Teams angesehen. Außer Nathan Lawson im Tor der Capitals und Brian Fahey in der Verteidigung von Salzburg war jetzt niemand dabei, auf den man sich groß hätte freuen können. Lawson kenne ich noch aus der Organisation der New York Islanders und Brian Fahey war mal für die Washington Capitals und ihrem Farmteam, die Hershey Bears aus der AHL, tätig. Dort spielte er mit der oben erwähnten, gefühlt halben Mannschaft von Red Bull München zusammen (Pinizzotto und Aucoin).

Als ich am 13. Oktober nun nach meiner „Touritour“ durch Wien den Abend im Eissportzentrum Kagran, in der Albert-Schultz-Eishalle ausklingen lassen wollte, war ich schon ziemlich kaputt. Denn in den neun Tagen davor, lagen schon sechs Länder hinter mir, die ich bereist hatte. Dementsprechend ruhig hatte ich es angehen lassen und mir erstmal die Arena von außen und von innen angesehen. Die Art der Halle war ungewöhnlich und nicht arenatypisch. Zirka 7.000 Zuschauer finden während der Spiele dort Platz. Ungewöhnlich war auch, dass ein Videowürfel fehlte. Aber dafür gab es über beiden Stehplatzbereichen große Anzeigen. Als ich dann meinen 25 Euro Premiumplatz eingenommen hatte, war mir klar, was hier schief lief: Am oberen Plexiglasrand hinter der Strafbank gab es eine Begrenzung, die sich auf die komplette Breite der Strafbank ausdehnte. Weder war es gut, um Fotos zu machen noch, um das Spiel angenehm verfolgen zu können. Das Spiel an sich war auch nicht besonders aufregend. Ohne die österreichische Liga EBEL abzuwerten, hat man schon einen Klassenunterschied zur deutschen DEL gesehen. Ich bin mir nicht sicher, ob ich mehrmals in den Sekundenschlaf eingenickt bin, weil das Spiel nicht so toll war, oder weil ich nun wirklich nach neun Tagen Reise total ausgepowert war. Am Ende verlor der österreichische Vizemeister Vienna Capitals 0:3 gegen den Meister aus Salzburg. Es war ein Ausflug, den man sich mal geben konnte, aber jedes Wochenende EBEL möchte ich mir nun auch nicht antun. Ich bin gespannt, wie Ende November mein Ausflug in das schweizerische Eishockey, in die NLA wird, nach Zürich, Ambri und Kloten.

Diverses
Eisbärenkapitän André Rankel und der Verteidigungsminister Frank Hördler wurden für den Deutschland Cup vom 6. bis 8. November in Augsburg nominiert. Hördler kann die Nominierung allerdings nicht wahrnehmen, da er 4 bis 6 Wochen aufgrund von Knieproblemen ausfällt.
Das jährliche Gazprom Charity-Spiel gewannen in alter Tradition die Russen. Diesmal 7:2. Die Torschützen für die Eisbären Allstars waren Nico Pyka und Tore Vikingstadt. 2.000 Flüchtlinge und Helfer von „Moabit hilft“ waren auch zu dem Spiel eingeladen. Von dem Spiel profitieren finanziell „Moabit hilft“ und – so wie in den letzten Jahren auch – die Eisbären Juniors. Gedanken sollte man sich um die Zuschauerentwicklung machen. 2013 waren noch 8.000 Zuschauer in der Arena, 2014 waren es 6.000 Zuschauer und jetzt, 2015, nur noch 4.210 Zuschauer. Stargäste auf Eisbärenseite waren Marc Fortier, der Ende der 90er Jahre Kapitän bei den Eisbären war, und Thomas Sjögren.
Marc Fortier trainierte am Donnerstag vor dem Gazpromspiel unter anderem auch die Eisbären Juniors mit.
Der ehemalige Eisbärenmanager Lorenz Funk ist an Krebs erkrankt.
In der vergangenen Saison wurden von den Eisbären beim „Pink in the Rink“ 15.000 Euro für die Susan G. Komen Stiftung zur Bekämpfung von Brustkrebs gesammelt. In den vergangenen 16 Jahren seit der Gründung der Stiftung waren es insgesamt 1,2 Millionen Euro. In dieser Saison sehen die Zahlen BISHER wie folgt aus: 1.500 Euro Spenden wurden durch den Fanbogen – und 5.913 Euro durch freiwillige Helfer in der Arena gesammelt. Mal sehen, wie viel noch zusammenkommt bis zur Endabrechnung. Aber 7.413 Euro sind erstmal kein schlechter Start.
Ab der nächsten Saison möchten sich die Eisbären an der 1998 ins Leben gerufenen Kampagne #HockeyFightsCancer aus der NHL beteiligen. Es könnte sein, dass wir dann statt Pink ziemlich viel Lavendel/Lila sehen.

In eigener Sache
Apropos Kampf gegen den Krebs: Neben LiMa+, schreibe ich noch für den Hockeyblog „The Big Hockey Theory“. Dort sammeln meine Mitstreiter und ich während des „Movembers“ im November Geld für den Kampf um die Männergesundheit und gegen Hodenkrebs, Prostatakrebs, Bewegungsmangel und psychische Krankheiten. Unter http://moteam.co/the-big-hockey-theory-tbhtoder http://mobro.co/wally44 könnt auch ihr den einen oder anderen Euro spenden. Vielen Dank dafür! Mehr Informationen über den Movember findet ihr hier: http://thebighockeytheory.de/?p=537

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Ciao and Take care!

Wally #WHC

Original erschienen bei lichtenbergmarzahnplus.de