#WallysHockeyCorner 24

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Seuchenmonat: November

Einen schönen Guten Tag aus Zürich. Ich befinde mich grad inmitten meiner Hockeytour von acht Eishockeyspielen in 17 Tagen in vier Arenen in zwei Ländern. Nachdem die ersten beiden Spiele in Berlin geschafft sind, bin ich zurzeit in der Schweiz und schaue mir in Zürich zwei Spiele der ZSC Lions an, dann in der italienischen Schweiz, im Tessin beim HC Ambri-Piotta ein Spiel und zum Abschluss, bin ich bei den Kloten Flyers. Abgerundet werden die 17 Tage am Ende durch zwei Spiele der Eisbären in der heimischen Mercedes-Benz Arena. Einen ausführlichen Bericht lest ihr dann in der nächsten #WHC Ausgabe am 8. Dezember. Nun aber erstmal viel Spaß bei der diesmal wieder etwas kürzeren Ausgabe.

Eisbären Berlin
So richtig ans Weiterkommen in der CHL hat ja irgendwie niemand geglaubt, da die Eisbären gegen Skelleftea AIK einen Drei-Tore-Rückstand aufholen mussten, um in die nächste Runde der Champions Hockey League einzuziehen. Das schien dann doch etwas zu viel des Guten. Im Endeffekt verloren die Hauptstädter knapp mit 2:1 und schieden im Achtelfinale aus. Trotz alledem sind die Eisbären das beste deutsche Team im Wettbewerb gewesen. Beachtenswert ist, dass im Viertelfinale nur noch ein Team aus Mitteleuropa dabei ist (HC Davos, Schweiz) und die restlichen sieben Teams alle aus Nordeuropa (Schweden und Finnland) kommen.

In der DEL sahen die vergangen zwei Wochen der Eisbären auch nicht so rosig aus. Aus vier Spielen konnten nur vier von möglichen 12 Punkten geholt werden. Gegen Düsseldorf gab es wie drei Tage nach dem CHL Spiel in Schweden einen 2:1 Sieg. Auswärts in der Fuggerstadt Augsburg mussten sich die Hauptstädter 2:4 geschlagen geben. Beim Heimspielwochenende kamen die Eisbären am vergangenen Freitag mit 2:6 unter die Räder. Selbst Nürnbergs Trainer Martin Jiranek fand den Sieg seiner Mannschaft gemessen am Spielverlauf etwas zu hoch. Grund für die hohe Niederlage war das Öffnen des Spielsystems der Eisbären auf eine offensivere Variante nach dem 2:3 in der 46. Minute, so dass die Ice Tigers mit einem Doppelschlag in der 48. Und 49. Minute alles klar machten. Die Eisbären spielten dann völlig auf Risiko und nahmen Goalie Petri Vehanen sieben Minuten vor Spielende für einen zusätzlichen Feldspieler aus dem Kasten. Prompt setzte es den 2:6 Endstand. Für mich persönlich war es ein ganz munteres Spiel, in dem alle drei Nürnberger, die ich ganz gern auch in Berlin spielen sehen würde, getroffen haben (Steckel, Reinprecht und Heatley).

Beim Sonntagsspiel gegen die Hamburg Freezers holten die Eisbären einen 0:2 Rückstand auf. Constantin Braun merkte das positiv nach dem Spiel in der Mixed Zone an: „Das muss man gegen Hamburg erstmal schaffen. Wir alle wissen ja wie eng die Liga ist.“ Trotz der Aufholjagd verließen die Berliner als Verlierer das Eis. Am Ende hieß es 2:3 nach Penaltyschießen. Sieg-Torschütze für die Hamburger war Thomas Oppenheimer, der auch schon während des Spiels die Tore schoss. Die beiden Eisbärentore fielen jeweils in Schlagschüssen von der blauen Linie von Micki DuPont und Darin Olver. Für die Eisbären war es die sechste Niederlage im siebenten Spiel (DEL & CHL) und damit der sprichwörtliche Seuchenmonat November. Nach dem Spiel gab es ein Wiedersehen zweier alter Bekannter. Der Torhüter der Freezers, Cal Heeter, kam zur Eisbärenkabine und fragte nach Marcel Noebels. Beide spielten zwischen 2012 und 2014 in der Organisation der Philadelphia Flyers für die Adirondack Phantoms in der AHL.

OSC Berlin und FASS Berlin
Nach einem durchwachsenen Wochenende mit einem 2:1 (n.P.) und einer 2:4 Niederlage gegen EC Bergkamen hatte OSC ein spektakuläres Wochenende bei den Damen des SC Garmisch-Patenkirchen. Beide Partien konnten die Eisladies 9:0 für sich entscheiden. In der Tabelle der DFEL liegen die Eisladies mit 19 Punkten aus zehn Spielen im Mittelfeld auf Platz 4. Vor ihnen ECDC Memmingen, ESC Planegg-Würmtal und ERC Ingolstadt.
FASS Berlin bekommt diese Saison kein Fuß aufs Eis. Schon wieder hab ich hier leider nur Niederlagen zu verkünden. Im Derby gegen die Preussen unterlag man knapp 1:2. beim Deutschen Meister von 2010, gegen die Hannover Scorpions, kamen die Akademiker 9:2 unter die Räder. Fairerweise muss man sagen, dass der Kader der Scorpions für die 3. Liga schon einige Hochkaräter zu bieten hat. Neben ehemaligen DEL Spielern (u.a. Morczinietz, Hertel, Blank) steht auch der gebürtige Berliner Frank Richardt im Kader der Hannoveraner. Richardt spielte Mitte bis Ende der 90er bei den Eisbären im Nachwuchs. Gegen die Icefighter aus Leipzig konnten die Jungs von FASS auch nichts reißen und unterlagen 2:7. Gegen den Herner EV konnten zwei Tore mehr erzielt werden und man verließ mit 4:7 das Eis.

Diverses:
Am Abend des 22. November haben zwei der verbleibenden vier Fanbeiratsmitglieder der Eisbären aus persönlichen Gründen ihr Ehrenamt niedergelegt. Zuvor war Ende September schon ein – von ursprünglich fünf Fanbeiratsmitgliedern zurückgetreten. #WHC berichtete.
Zurzeit ist es unter Eishockeyspielern anscheinend en Vogue, eigene Kollektionen herauszubringen. So gibt es in der NHL immer mehr Spieler mit eigenem Logo, eigener Kollektion etc. Dieser Trend scheint grad nach Deutschland zu schwappen. So erwähnte der Torhüter Timo Pielmeier aus Ingolstadt letztens bei Instagram, dass er an einem Label arbeite. Constantin Braun von den Eisbären lässt in letzter Zeit in den sozialen Netzwerken auch den einen oder anderen Entwurf unter dem Namen „Styrka“ durchblicken. Ab Januar sollen wohl die ersten Shirts rauskommen. Falls ihr auf dem Laufenden bleiben wollt bei dem Projekt, folgt ihm auf Twitter:https://twitter.com/StyrkaI oder liked die Seite hier bei Facebook.

In eigener Sache
Ein letztes Mal der Hinweis auf die Movember Aktion, für die meine Mitstreiter vom Hockeyblog „The Big Hockey Theory“ und ich Spenden sammeln im Kampf für die Männergesundheit und gegen Hodenkrebs, Prostatakrebs, Bewegungsmangel und psychische Krankheiten. Unterhttp://moteam.co/the-big-hockey-theory-tbht oder http://mobro.co/wally44 könnt auch Ihr den einen oder anderen Euro spenden. Vielen Dank dafür! Mehr Informationen über den Movember findet ihr hier:http://thebighockeytheory.de/?p=537
Bisher konnten nach 22 Tagen 245 Euro online und 105 Euro offline im Fanbogen der Eisbären Berlin an Spenden gesammelt werden. Es liegt nun an den #WHC Lesern, die Summe noch etwas steigen zu lassen. MoBro bei den Eisbären ist in dieser Saison Constantin Braun.
Falls euch die Kolumne gefallen hat, teilt sie doch bitte in euren Netzwerken wie Facebook, Twitter etc. Vielen Dank!

Ciao and Take care!

Wally #WHC

Original erschienen bei lichtenbergmarzahnplus.de

#WallysHockeyCorner 23

#WallysHockeyCorner 23

Viva Welli!

Kinder, war das ein Spiel im Welli! Das letzte Eisbärenspiel im Wellblechpalast in Hohenschönhausen liegt zwar erst acht Monate zurück, aber diesmal hatten die Fans mehr Zeit, sich darauf einzustellen , während es bei dem Pre Playoff Spiel gegen Nürnberg irgendwie Hopplahopp in die alte Spielstätte gegangen war. Dieses Mal gab es neben der Vorfreude auch eine Choreo, ein Uffta und Champions Hockey League Spitzensport. Dass die CHL Spiele nicht viele Zuschauer anziehen,  ist ja langsam bekannt, aber dass selbst das Spiel in der Kulteishalle nicht ausverkauft war, ist schon ein starkes Stück, wo doch sonst jeder von früher schwärmt. Ich für meinen Teil hatte wie die 4.554 Zuschauer eine gute Zeit. Es gab tolles Hockey, einen internationalen Spitzengegner mit Skelleftea AIK und nach dem Spiel bis 1 Uhr ein nettes Beisammensein wie früher im „Casino“, auch mit Spielern. Diese Nähe ist in der Multifunktionsarena natürlich nicht gegeben.

P.S. Am heutigen Dienstag, 10. November, ist übrigens 20-jähriges Jubiläum des legendären 3:4 (n.V.) Derbysiegs der Eisbären bei den Preussen Berlin.

Eisbären Berlin
Nach vier sieglosen DEL Auswärtsspielen konnten die Eisbären auswärts in Straubing endlich mal wieder 3 Punkte einfahren. Am 30. Oktober gewannen die Bären 1:4. Überragender Mann auf dem Eis war der aus der Verletzungspause wiedergekommene Florian Busch mit 2 Treffern. Zwei Tage später ging es beim letzten DEL Spiel vor der Deutschland Cup-Pause gegen die Pinguine aus Krefeld, die mit einem Sonderzug kamen. Es sollte das erste Spiel für den jungen Torhüter Mavin Cüpper werden, der vor der Saison aus der kanadischen Nachwuchsliga QMJHL von den Shawinigan Cataractes kam und bisher in Dresden beim Farmteam in der DEL2 auf 4 Einsätze kam. Ein weiteres Heimdebut gab es für die  Neuverpflichtung von den Kloten Flyers, Mark Olver (Bruder von Eisbärenstürmer Darin Olver). Der Stürmer steuerte beim Spiel gegen Straubing schon eine Vorlage bei. Beim ersten Spiel in der Mercedes-Benz-Arena war er allerdings etwas zu übermotiviert und musste in seinem ersten Wechsel in der 3. Spielminute nach einem Bandencheck mit einer Spieldauerdisziplinarstrafe Duschen gehen und wird auch ein Spiel gesperrt sein. Vor 13.230 Zuschauern unterlagen die Berliner den Seidenstädtern mit 0:4.

Mit der Niederlage riss die Serie
Für den KEV-Trainer Rick Adduono sollte es trotz des Sieges das letzte Spiel hinter der Bande werden. Er trat nach langanhaltender Kritik zurück, bleibt allerdings Berater des Aufsichtsrats. Mit der Niederlage riss nach 6 Heimsiegen auch die Serie für die Eisbären. Etwas enttäuscht war André Rankel nach dem Spiel über die Niederlage, allerdings auch froh über den 2. Platz in der DEL-Tabelle hinter den Adlern aus Mannheim. Gegen Skelleftea AIK ging es, wie oben schon erwähnt, in den altehrwürdigen Wellblechpalast zurück. Vor ohrenbetäubend lauten Fans mussten sich die Hauptstädter den Gästen aus Schweden zwar 2:5 geschlagen geben. Aber laut Constantin Braun war es ein Spiel auf Augenhöhe, das durch zwei Schlagschüsse von der blauen Linie durch Heed entschieden wurde. Einen schwarzen Tag hatte Goalie Petri Vehanen erwischt, der nach 28 Spielminuten gegen den wieder genesenen Kevin Nastiuk ausgewechselt wurde. Neben Frank Hördler fehlte auch Kapitän André Rankel, der am Nacken verletzt war. Bei dem Spiel verletzte sich der für die Nationalmannschaft für Frank Hördler nachnominierte Jonas Müller und musste die Teilnahme am Deutschland Cup absagen. Dieser fand somit in Augsburg ohne Berliner Beteiligung statt.

OSC Berlin und FASS Berlin
Zwei weitere Niederlagen gab es für die Akademiker von FASS Berlin. Auswärts bei den Hannover Indians unterlagen die Hauptstädter 9:3 und zu Hause gegen EHC Neuwied 2:7. Stolz kann man bei FASS zurzeit nur darauf sein, dass keins der zehn Spiele zweistellig gegen die Berliner  ausging. Allerdings muss man auch anmerken, dass diese zurzeit nur noch mit zwölf Feldspielern antreten können. Saisondebüt gab beim Spiel in Hannover die Torhüterin Mareike Krause im Kasten der Männer von FASS Berlin.
Die Eisladies vom OSC Berlin hatten spielfrei und im Moment Pause für Spiele der Nationalmannschaft.

Diverses
Am 17. Februar schrieb ich in #WHC , dass die Eisbären fünf registrierte Anhänger in der Datei „Sportgewalt Berlin“ haben. Diese Zahl konnte nun, wie die Antwort auf eine Schriftliche Anfrage der bündnisgrünen Abgeordneten Clara Herrmann  zeigt, von Januar bis  Oktober auf eine Person der „gewaltbereiten Kategorie B“ reduziert werden.

Im November 2014 besuchte ich das Inlinehockeyteam Stratus Hohenschönhausen und stellte es bei #WHC vor.  Nun braucht der Verein Hilfe. Mein Lieblingsradiosender Berliner Rundfunk 91!4 spendet für Vereine insgesamt 50.000Euro. Stratus könnt ihr bei der Aktion unterstützen, in dem ihr für sie votet.
Die Eisbären Juniors machen auch bei der Aktion mit. Für diese könnt ihr hier voten.

Aus der Reihe „Was macht eigentlich…?“ Chris Marinucci spielte zwar nur eine Saison (2001/2002) in Berlin, aber trotzdem ist es spannend, was er jetzt tut. Er hat die Schlittschuhe mit Arbeitsschutzschuhen und Bauhelm getauscht und arbeitet in Nashwauk, Minnesota mit 700 anderen Bauarbeitern auf einer 1,9 Milliarden-Dollar-Baustelle eines Infrastrukturprojekts von 19.000 Quadratmeter, um dort eine riesige Eisenerzmiene und ein Eisenerzpelletwerk zu bauen. Inbetriebnahme soll Sommer 2016 sein. Apropos ehemaliger Spieler: John Gruden, der in der Saison 2002/2003 für die Eisbären spielte und seit Anfang der Saison in der OHL (Ontario Hockey League) bei den Flint Firebirds für 17 Spiele hinter der Bande als Coach stand, wurde mit seinem gesamten Trainerteam entlassen. Grund war die Annahme des Teambesitzers, dass sein Sohn zu wenig Eiszeit erhalte. Die Spieler (inkl. der Sohn des Besitzers) zeigten sich mit den Trainern solidarisch, warfen dem Besitzer ihre Trikots vor die Füße und verließen vorerst das Team. Die Aktion der Spieler hat anscheinend ihre Wirkung nicht verfehlt. Gruden und die restlichen Trainer wurden am nächsten Tag nach einem Meeting wieder angestellt und mit einem neuen 3 Jahres Vertrag ausgestattet.

Die Eisbärenfans von black corner 2007, die schon mehrere Veranstaltungen mit und für Flüchtlinge organisierte, veranstaltete letztes Wochenende wieder eine Soliparty um neue Spenden für viele weitere Aktionen zu sammeln. Vor so viel Engagement zieh ich meinen Hut und bedanke mich hier auch noch mal dafür.

In eigener Sache
Apropos Spenden, neben für LiMa+ schreibe ich noch für den Hockeyblog „The Big Hockey Theory“. Dort sammeln meine Mitstreiter und ich während des Movembers im November Geld für den Kampf für die Männergesundheit und gegen Hodenkrebs, Prostatakrebs, Bewegungsmangel und den psychische Krankheiten. Unter http://moteam.co/the-big-hockey-theory-tbht oderhttp://mobro.co/wally44 könnt auch Ihr den einen oder anderen Euro spenden. Vielen Dank dafür! Mehr Informationen über den Movember findet Ihr hier.
Bisher konnten nach 10 Tagen 195 Euro online und 60 Euro offline im Fanbogen der Eisbären Berlin an Spenden gesammelt werden. Es liegt nun an den #WHC Lesern, die Summe noch etwas steigen zu lassen. MoBro bei den Eisbären ist in dieser Saison Constantin Braun.

Falls Euch die Kolumne gefallen hat, teilt sie doch bitte in Euren Netzwerken wie Facebook, Twitter etc. Vielen Dank!

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Wally #WHC

Original erschienen bei lichtenbergmarzahnplus.de

#WallysHockeyCorner 22

#WallysHockeyCorner 22

Die Heimserie hält…

Es tut gut, wieder in der heimischen Mercedes-Benz Arena Eishockey schauen zu können. Nach meinen Wiener Hockeyausflug (Bericht unten) gab es gleich vier Spiele in der heimischen Arena zu verfolgen. Neben dem Charityspiel zwischen den Eisbären Allstars und einem Team von Gazprom waren Augsburg, München und Wolfsburg zu Gast. Nun aber viel Spaß bei der neusten Ausgabe von #WallysHockeyCorner.

Eisbären Berlin
„Six in a Row“ würden US-Kommentatoren energisch in ihre Mikrofone schreien nach dem Heimsieg am vergangenen Sonntag, 25. Oktober. Als einziges DEL Team sind die Eisbären damit Zuhause noch ungeschlagen. Innerhalb der letzten 14 Tage hatten die Eisbären vier Spiele. Zuerst kam es zum „bayerischen Wochenende“ mit Augsburg und München, danach mussten die Eisbären zum Klassiker nach Mannheim, ehe das Wochenende mit dem Spiel gegen Wolfsburg beendet wurde. Gegen die Panther aus Augsburg gewannen die Hauptstädter vor 12.256 Zuschauern 7:3.

Zwei Tage später fand der Doubleheader mit zwei Spielen statt. Zuerst um 12 Uhr das Charity-Spiel (siehe unten) und um 16:30 Uhr das DEL Spiel gegen die Münchener, die mittlerweile die halbe ehemalige Mannschaft der Hershey Bears aus der AHL in ihrem Kader haben. Neben Steve Pinizzotto, Keith Aucoin wurde kurz nach dem Spiel noch der Torhüter David Leggio verpflichtet. Stürmer Barry Tallackson bestritt sein 300. DEL Spiel und krönte das Jubiläum auch mit dem Tor zum 5:3 Endstand. Während der drei Spiele Anfang Oktober konnten die Eisbären – wie in der letzten Kolumne geschrieben – nur 1 Tor schießen, aber an diesem Wochenende ist der Knoten mit 12 Toren in zwei Spielen geplatzt. Die Torsirene leuchtete so oft rot auf, dass man meinen könnte, man wär farblich auf der 1. Mai DGB Gewerkschaftsdemo. Nach diesem Torfestival hatten sich die Berliner auf den 1. Platz der DEL Tabelle zurückgekämpft.

Zumindest bis zum Spiel in Mannheim, dass knapp 2:1 verloren ging. Positiv war, dass Stürmer Marcel Noebels endlich seinen ersten Saisontreffer erzielen konnte. Vor 13.116 Zuschauern fand am 25. Oktober das Heimspiel gegen die Grizzlys aus Wolfsburg statt. In einem engen Spiel, das von den Schiedsrichtern dominiert wurde, schickte man die Gäste aus der VW-Stadt 3:2 nach Hause. Und bei der Pressekonferenz wirkte der Trainer der Gäste zufriedener als der Heimtrainer. Die ersten beiden Tore der Berliner erinnerten mich an Tore der Washington Capitals, die vor kurzem in Kanada gefallen sind. Marcel Noebels spielte einen wunderbaren No-look-Pass auf Spencer Machacek, der dann einnetzte. Genauso einen Pass hatte fünf Tage zuvor Evgeny Kutznetsov auf André Burakovsky in Calgary gespielt. Das zweite Tor erinnerte an einen Treffer der Capitals, der drei Tage zuvor in Vancouver fiel. Ein langer Pass, ein kurzer Pass, dann versenkte der junge Stürmer Sven Ziegler das Ding wie Topstürmer Alex Ovechkin. Mit dem 13. Spieltag ist auch schon das erste Viertel der laufenden Saison geschafft. Ich glaube, die Wenigsten sind vor der Saison davon ausgegangen, dass die Eisbären nach den ersten 25 Prozent der Spiele auf Platz drei der DEL-Tabelle stehen. Aber wir wissen auch, da die Liga unglaublich eng ist, dass sich das wöchentlich ändern kann. Jeder kann jeden schlagen, zur Tabellenspitze sind es nur zwei Punkte und zu Platz 10 auch nur sechs Punkte.

OSC Berlin und FASS Berlin
Die Eisladies errangen in den vergangenen 14 Tagen seit der letzten Kolumne drei Siege und kassierten eine Niederlage. Gegen den ERC Ingolstadt verloren sie 2:5 und gewannen tags zuvor nach Penaltyschiessen 4:3. Zwei weitere Siege gab es am 24. und 25. Oktober gegen EKU Mannheim. 7:1 und 8:0 waren die Endstände. Mit elf Punkten belegt der OSC den vierten Platz in der DFEL hinter Ingolstadt, Planegg-Würmtal und Spitzenreiter Memmingen.
Vier Mal innerhalb der letzten 14 Tage kamen die Jungs von FASS Berlin unter die Räder. Gegen die Saale Bulls aus Halle hieß es zuhause am 16. Oktober 1:6. Bei den Wedemark Scorpions verloren die Akademiker zwei Tage später 6:2. In Timmendorf gab es eine 5:2 Klatsche und am vergangenen Sonntag schenkten die Harzer Falken im Kellerduell den Akademikern neun Tore, bei 4 geschossenen ein. Nach zehn Spielen steht FASS Berlin mit einem Punkt am Tabellenende und verwaltet dort die rote Laterne.

Hockeyhopping in Wien
Während meiner zweiwöchigen Reise durch Europa hatte ich hockeytechnisch einmal Glück und einmal Pech. Pech war, dass Slovan Bratislava aus der KHL am 11. Oktober kein Heimspiel, sondern ein Auswärtsspiel bei Lada Togliatti hatte. Glück hingegen hatte ich zwei Tage später, am 13. Oktober in Wien, da die dortigen Capitals ein Heimspiel gegen EC Red Bull Salzburg bestritten. Da meine Reise relativ langfristig geplant war, wollte ich gern schon Tickets für die Partie kaufen, als der Spielplan der österreichischen EBEL bekannt gegeben worden war. Aber in Wien ist es anscheinend erst zwei Wochen vor dem Spiel möglich, Karten zu erwerben. Als ich dann eines Abends zu Hause am PC saß und die Tickets erwerben wollte, wurde ich schon stutzig: Warum kostete das teuerste Ticket gerade einmal 25 Euro? (Im internationalen Vergleich für die Haupttribüne wirklich ein Schnäppchen. In Berlin ist man zum Beispiel ab 40 Euro dabei.) Später sollte ich noch herausfinden, warum der Preis so günstig war. Vorab habe ich mir natürlich die Kader der Teams angesehen. Außer Nathan Lawson im Tor der Capitals und Brian Fahey in der Verteidigung von Salzburg war jetzt niemand dabei, auf den man sich groß hätte freuen können. Lawson kenne ich noch aus der Organisation der New York Islanders und Brian Fahey war mal für die Washington Capitals und ihrem Farmteam, die Hershey Bears aus der AHL, tätig. Dort spielte er mit der oben erwähnten, gefühlt halben Mannschaft von Red Bull München zusammen (Pinizzotto und Aucoin).

Als ich am 13. Oktober nun nach meiner „Touritour“ durch Wien den Abend im Eissportzentrum Kagran, in der Albert-Schultz-Eishalle ausklingen lassen wollte, war ich schon ziemlich kaputt. Denn in den neun Tagen davor, lagen schon sechs Länder hinter mir, die ich bereist hatte. Dementsprechend ruhig hatte ich es angehen lassen und mir erstmal die Arena von außen und von innen angesehen. Die Art der Halle war ungewöhnlich und nicht arenatypisch. Zirka 7.000 Zuschauer finden während der Spiele dort Platz. Ungewöhnlich war auch, dass ein Videowürfel fehlte. Aber dafür gab es über beiden Stehplatzbereichen große Anzeigen. Als ich dann meinen 25 Euro Premiumplatz eingenommen hatte, war mir klar, was hier schief lief: Am oberen Plexiglasrand hinter der Strafbank gab es eine Begrenzung, die sich auf die komplette Breite der Strafbank ausdehnte. Weder war es gut, um Fotos zu machen noch, um das Spiel angenehm verfolgen zu können. Das Spiel an sich war auch nicht besonders aufregend. Ohne die österreichische Liga EBEL abzuwerten, hat man schon einen Klassenunterschied zur deutschen DEL gesehen. Ich bin mir nicht sicher, ob ich mehrmals in den Sekundenschlaf eingenickt bin, weil das Spiel nicht so toll war, oder weil ich nun wirklich nach neun Tagen Reise total ausgepowert war. Am Ende verlor der österreichische Vizemeister Vienna Capitals 0:3 gegen den Meister aus Salzburg. Es war ein Ausflug, den man sich mal geben konnte, aber jedes Wochenende EBEL möchte ich mir nun auch nicht antun. Ich bin gespannt, wie Ende November mein Ausflug in das schweizerische Eishockey, in die NLA wird, nach Zürich, Ambri und Kloten.

Diverses
Eisbärenkapitän André Rankel und der Verteidigungsminister Frank Hördler wurden für den Deutschland Cup vom 6. bis 8. November in Augsburg nominiert. Hördler kann die Nominierung allerdings nicht wahrnehmen, da er 4 bis 6 Wochen aufgrund von Knieproblemen ausfällt.
Das jährliche Gazprom Charity-Spiel gewannen in alter Tradition die Russen. Diesmal 7:2. Die Torschützen für die Eisbären Allstars waren Nico Pyka und Tore Vikingstadt. 2.000 Flüchtlinge und Helfer von „Moabit hilft“ waren auch zu dem Spiel eingeladen. Von dem Spiel profitieren finanziell „Moabit hilft“ und – so wie in den letzten Jahren auch – die Eisbären Juniors. Gedanken sollte man sich um die Zuschauerentwicklung machen. 2013 waren noch 8.000 Zuschauer in der Arena, 2014 waren es 6.000 Zuschauer und jetzt, 2015, nur noch 4.210 Zuschauer. Stargäste auf Eisbärenseite waren Marc Fortier, der Ende der 90er Jahre Kapitän bei den Eisbären war, und Thomas Sjögren.
Marc Fortier trainierte am Donnerstag vor dem Gazpromspiel unter anderem auch die Eisbären Juniors mit.
Der ehemalige Eisbärenmanager Lorenz Funk ist an Krebs erkrankt.
In der vergangenen Saison wurden von den Eisbären beim „Pink in the Rink“ 15.000 Euro für die Susan G. Komen Stiftung zur Bekämpfung von Brustkrebs gesammelt. In den vergangenen 16 Jahren seit der Gründung der Stiftung waren es insgesamt 1,2 Millionen Euro. In dieser Saison sehen die Zahlen BISHER wie folgt aus: 1.500 Euro Spenden wurden durch den Fanbogen – und 5.913 Euro durch freiwillige Helfer in der Arena gesammelt. Mal sehen, wie viel noch zusammenkommt bis zur Endabrechnung. Aber 7.413 Euro sind erstmal kein schlechter Start.
Ab der nächsten Saison möchten sich die Eisbären an der 1998 ins Leben gerufenen Kampagne #HockeyFightsCancer aus der NHL beteiligen. Es könnte sein, dass wir dann statt Pink ziemlich viel Lavendel/Lila sehen.

In eigener Sache
Apropos Kampf gegen den Krebs: Neben LiMa+, schreibe ich noch für den Hockeyblog „The Big Hockey Theory“. Dort sammeln meine Mitstreiter und ich während des „Movembers“ im November Geld für den Kampf um die Männergesundheit und gegen Hodenkrebs, Prostatakrebs, Bewegungsmangel und psychische Krankheiten. Unter http://moteam.co/the-big-hockey-theory-tbhtoder http://mobro.co/wally44 könnt auch ihr den einen oder anderen Euro spenden. Vielen Dank dafür! Mehr Informationen über den Movember findet ihr hier: http://thebighockeytheory.de/?p=537

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