#WallysHockeyCorner 27

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Eisbären scheitern am Endboss Köln

Frei nach dem Playoff Song „Endboss“ von Marteria der in der Mercedes-Benz Arena rauf und runter gespielt wurde, scheitern die Eisbären nach Level 1 (der Hauptrunde) im Level 2 (dem Viertelfinale) an den Kölner Haien.

Eisbären Berlin
„Wenn du das letzte Spiel nicht gewinnst, hat die Saison immer einen faden Beigeschmack.“ Dieses Zitat von Eisbären Trainer Uwe Krupp erinnert an das Zitat von Oakland A’s Manager Billy Beane, dessen Story im Film Moneyball verfilmt wurde: „If you lose the last game of the season, nobody gives a shit.“ Wie Billy Beane und die Oakland A’s setzten die Eisbären Berlin seit dieser Saison auf Advanced Stats und beschäftigten den Statistikanalysten Alan Hamilton. (Siehe #WHC vom 29. September 2015: http://www.lichtenbergmarzahnplus.de/saisonstart-geglueckt/ )

Wie seine Auswertung der Saison aussieht und wie Sportdirektor Ustorf, Trainer Krupp und Manager Lee diese Analysen in die Saisonbewertung mit einfließen lassen, würde mich schon sehr stark interessieren. Aber Einblick werden wir in den Bereich wohl nicht bekommen. Vom sportlichen Aspekt her standen sich im DEL Viertelfinale zwischen dem Zweiten und dem Siebenten der Vorrunde zwei Teams auf gleicher Augenhöhe gegenüber. In insgesamt sieben Spielen wurde das Maximum ausgereizt, was ging. Zum Teil waren die Spiele sehr von der Defensive geprägt. So konnten z.B. drei Shutouts erzielt werden. Zwei auf Kölner Seite von Gustav Wesslau und einer von Eisbären Goalie Petri Vehanen. Beinahe wäre es sogar für Wesslau ein dritter Shutout geworden, hätte Laurin Braun im zweiten Spiel nicht in der Verlängerung das entscheidende 1:0 erzielt. Das erste Spiel ging mit 3:0 an die Haie. Insgesamt blieben die Eisbären damit komplette 120 Minuten ohne Torerfolg. Im dritten Spiel der Serie platzte zum Glück der Knoten und die Eisbären konnten einen 5:1- und 4:1-Erfolg auf der Habenseite bei den Heimspielen verbuchen. Die Auswärtsspiele in Köln gingen mit 4:0 und 5:1 an die Haie.

Im alles entscheidenden Spiel 7 der Serie machten die Eisbären zu viele kleine Fehler und man merkte ihnen ihre Nervosität an. Phasenweise wirkten sie sogar platt bis sie kurz vor Ende des zweiten Drittels bei einem 0:3-Rückstand das Momentum durch zwei schnelle Tore auf ihre Seite zurückziehen konnten. Die Sturm und Drangphase der Eisbären wurde leider durch die Pausensirene unterbrochen und die Kölner retteten sich in die Pause. Enttäuschend waren die Zuschauerzahlen im Viertelfinale. Hätte ich mit ausverkauften Haus zu jedem Spiel gerechnet, war die Arena jedoch nur zum Spiel 3 ausverkauft. Bei den anderen Spielen verloren sich nur 11.454, 13.524 und 12.443 Zuschauer in der Arena. Die Fans in der Stehkurve gaben zumindest alles. Sei es beim lautstarken Support oder vom Anfertigen kreativer Choreos wie z.B. die Oberbaumbrücke mit einer fahrenden U Bahn.

Ich persönlich ziehe ein eher positives Fazit der Saison. Mit Platz 2 nach der Hauptrunde hätte vor der Saison niemand gerechnet und dass man gegen Köln im Spiel 7 rausfliegt, ist auch zu verschmerzen, finde ich.

Vielleicht ist die Entwicklung von Krupp sogar etwas mit der von Pagé zu vergleichen. Dort gab es auch eine konstante Weiterentwicklung vom Viertelfinale 2002, Halbfinale 2003, Finale 2004 sowie Meisterschaft 2005 und 2006. Nun sieht es aktuell bei uns so aus: Pre-Playoffs 2015, Viertelfinale 2016. Dass die Erwartungen natürlich gestiegen sind, sollte in der Chefetage jeder wissen. Ein gewisser Umbruch im Team muss nun auch langsam erfolgen, um 2017 das nächste Level zu erreichen. Freuen wir uns auf eine spannende Sommerpause voller Fragen. Wer kommt? Wer geht? Wer bleibt? Kommt Torhüter Mathias Niederberger zurück? Und so weiter und sofort.

OSC Berlin und FASS Berlin
Bei den Damen vom OSC Berlin ist die Saison mittlerweile beendet. Mit 29 Punkten landete der OSC auf Platz 5 der DFEL. Meister und DEB Pokalsieger wurde ECDC Memmingen.

Zurzeit spielt das Nationalteam der Deutschen bei der Weltmeisterschaft in Dänemark. Aus Berlin sind Nina Kamenik, Laura Kluge und Lisa Schuster im DEB Kader.

Bei den Akademikern von FASS Berlin sieht es zurzeit nicht so rosig aus. Nach einer durchwachsenen Vorrunde landeten sie auf Platz 15 mit 31 Punkten und damit in der Relegationsrunde. Die dortigen Gegner sind der Hamburger SV, ECC Preussen Berlin und die Crocodiles Hamburg. Bisher wurden in der Relegationsrunde alle Spiele verloren. Das letzte Spiel der Relegation ist am 1. April 19 Uhr im Hohenschönhauser Wellblechpalast gegen ECC Preussen.

Diverses
Das Eisbären Farmteam, die Dresdner Eislöwen, stehen zurzeit in der DEL2 im Halbfinale gegen die Bietigheim Steelers. Erst wurden in den Pre-Playoffs die Eispiraten aus Crimmitschau ausgeschaltet und dann im Viertelfinale die Fischtown Pinguins Bremerhaven.

Der an die Düsseldorfer EG ausgeliehene Torhüter Mathias Niederberger wurde zum Torhüter der Saison 2015/2016 gewählt.

Eisbären Sportdirektor Stefan Ustorf wurde in die deutsche Eishockey Hall of Fame aufgenommen.

In eigener Sache
Danke an die treuen Leser, die nach der Krankenhaus bedingten Pause bei der Stange geblieben sind und allen eine schöne Sommerpause.

P.S. So ganz ohne Hockey sind wir noch nicht. Das DEL Halbfinale und Finale könnt ihr noch schauen, die Eishockey Weltmeisterschaft in Russland und bis in den Juni rein die Stanley Cup Playoffs aus Nordamerika. Viel Spaß!
Falls Ihr auch weiterhin in der Sommerpause über Eishockey informiert sein wollt, folgt mir einfach unter Wally44 bei Twitter: https://twitter.com/Wally44
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Ciao and Take care!

Wally #WHC

Original erschienen bei lichtenbergmarzahnplus.de