Neues aus der Anstalt #NadA Woche 1

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Neues aus der Anstalt #NadA

Woche 1

Das war sie also, die erste Woche in der neuen Umgebung in der Fontane-Klinik in Motzen (Ortsteil von Mittenwalde in Brandenburg). Die ersten Tage standen ganz im Zeichen des Ankommens, Vorstellung bei zig verschiedenen Ärzten, Oberarzt, Chefarzt und vielen weiteren Leuten. Ergotherapiebelehrung, EKG, Blut abnehmen, Wiegen und vieles mehr. Hier in der Fontane-Klinik soll meine Behandlung fortgesetzt werden aus der Charité vom Juni 2015 als ich 4 Wochen das „Vergnügen“ hatte in Steglitz im Campus Benjamin Franklin zu leben. Dieses mal sind für die Behandlung 10 Wochen angesetzt. Das ist damit siebente Krankenhaus Aufenthalt innerhalb von 6 Jahren.
Die Klinik besteht aus zwei Bereichen. Zum einen der Teil für Suchterkrankungen, die Alkoholiker und Drogensüchtige behandeln und dann den psychosomatischen Teil der Klinik, wo ich auch untergebracht bin. Jeder Patientin und jeder Patient, die hier in Behandlung in Behandlung ist, wird einer Gruppe zugeordnet. In dem Bereich, in dem ich behandelt werde, gibt es mit mir nur zwei Männer und in jeder Gruppe einen. Das heisst, dass ich zur Zeit mit 7 Frauen in einer Gruppe bin. Das das ganz schön abenteuerlich ist, hab ich bei der ersten gemeinsamen Körpertherapie gemerkt, als die Therapeutin als es um das Schienbein ging: „Sie kennen dass vll. wenn man sich in einer Wanne voller warmen Wasser das Schienbein rasiert und man sich schneidet…“ Ich konnte da nur trocken „Nein!“ sagen und hab die ersten Lacher abgeräumt. Das zweite mal als die Gruppe in meinen Beisein zusammentraf war die Stimmung schon gereizter. Eine Mitpatientin hatte wohl ein Verhältnis mit einen Patienten aus einen anderen Bereich und das ging so weit, dass sie ein Kontaktverbot von der Klinik bekommen hatten, was sie unterschreiben mussten. Der Patient hielt sich nicht daran und musste die Klinik verlassen. Die Mitpatientin war deswegen natürlich geknickt und die Gruppe wollte das (zum wiederholten mal) zum Thema machen aber eine andere Mitpatientin war damit gar nicht einverstanden und das ging so weit, dass die dann rum schrie und weinte. Das waren wohl die unterhaltsamsten 90min. meiner ersten Woche.
Ansonsten habe ich durch meine introvertierte Art mit noch niemanden weiter gesprochen bzw. Kontakt geknüpft. Irgendwie ist das hier in diesem Krankenhaus auch schwerer als in allen bisherigen Kliniken, da woanders alles auf eine Station komprimiert ist und man viel Nähe hat aber hier alles sehr weitläufig ist und man eher überall die Patienten aus der Suchtabteilung sieht und die Klientel find ich dann doch eher schwierig.
Was noch negativ zu erwähnen ist, sind die vielen Patienten unterschiedlicher Gruppen, deren Lieblingswort anscheinend „Ich“ ist. Ich hier, Ich da, Ich Bla Bla Bla… Das ist mir ein wenig zu viel Ego. Mich interessiert nämlich wirklich nicht, ob man mal 12 Wochen Heilfasten gemacht hat vor einer Meditationsreise.
Was noch positiv zu erwähnen ist, sind die 4,2 kg, die ich in den ersten 6 Tagen schon verloren habe obwohl ich das Gefühl hab hier mehr zu Essen als zu Hause. Mir wurde am Telefon gesagt, dass ich ja dann wenn ich nachhause komme gar nicht wiederzuerkennen sei. Meine Antwort: Keine Sorge, ich bleib der gleiche zynische Mensch wie vorher. Daran wird ich schon erkannt. 😉

So, dass war es erstmal von mir. Ich denke, dass ich jetzt von jeder Woche im Krankenhaus etwas blogge und zwischenzeitlich könnt ihr alles bei mir auf FB lesen oder noch mehr auf Twitter.

Euer Wally

Wally44

Wally oder wie ihn seine Eltern kennen, Christian betreibt d. Blog wally44.de erst seit dem Jahr 2014. Zurzeit schreibt er nebenbei noch bei thebighockeytheory.de als Hockey Writer und hat seine Kolumne #WallysHockeyCorner bei lichtenbergmarzahnplus.de. #WHC

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