Neues aus der Anstalt #NadA Woche 2

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Neues aus der Anstalt #NadA

Woche 2

Die zweite Woche im Krankenhaus begann ganz gut, ich habe von einer Freundin eine positive Nachricht bekommen, hab mit einer ehemaligen Mitpatientin lange am Telefon getratscht über den Klinikalltag und das wichtigste, die Mitpatienten fangen an Kontakt zu suchen. Ich würde das von mir aus ja nie machen. Die zweite Woche ist jetzt auch die erste Woche in den ich alle Veranstaltungen meiner Gruppe in meinen Plan habe ohne Ablenkungen durch EKG oder andere Sachen. In einem Gespräch mit einer Mitpatientin, dass ich im Rahmen der Körpertherapie führen musste wurde mir versichert, wie toll das Krankenhaus hier sei und wie zufrieden sie ist. Teil des Gespräch war es einander die Krankheitsbilder vorzustellen und auch gemeinsame Sachen rauszufinden, die dann vor den anderen Mitpatientinen in einer Pantomime dargestellt werden sollten. Wir haben das Thema Depressionen genommen. In einem Seminar, das vor allen Patienten des Fachbereichs vom Chefarzt durchgeführt wurde, wurden Psychopharmaka und die drei verschiedenen Psychotherapieformen vorgestellt. Irgendwann nach Jahren der Krankheiten, kennt man sich doch da sehr gut aus so dass man fast wie Gert Postel irgendwann eine Stelle als Arzt annehmen könnte. Mittlerweile hatte ich auch das erste mal Sport in der wunderbaren Sporthalle der Klinik. Ein Drama, dass die dann nur für Rückengymnastik und anderen Kleinkramschickschnack missbraucht wird.

Dienstag Abend ging es zum ersten mal in die Lehrküche der Klinik um dort mit den anderen 9 Mitpatientinen das Abendessen zuzubereiten. In der Vorwoche wurden zwei Leute bestimmt, die ein Gericht auswählen, dafür einkaufen müssen und es vorstellen. Zubereitet wird es dann von der gesamten Gruppe. Vor dem Essen wird dann noch eine siebenminütige Achtsamkeitsübung gemacht und dann geht es ans eingemachte. Gekocht wurde Geflügel und im Ofen wurde Feta Käse in Aluhüten äh Aluschiffchen gebacken. Zum Nachtisch gab es Quark mit Sauerkirschen. Nach dem Essen wurde noch gemeinsam abgewaschen, geputzt etc. Ich fand die Mahlzeit in der Runde ziemlich gut, da wir alle an einer langen Tafel saßen und nicht einzeln wie zu den anderen 20 Mahlzeiten der Woche. Es förderte auf alle Fälle die Kommunikation.

Der Mittwoch stand ganz im Zeichen von Ernährungsberatung. Erst Einzeln und dann in der Gruppe. Die Beratung hier ist auf alle Fälle besser als in der Charité, die Frau dort war doch sehr überfordert, wie man im Nachhinein sehen konnte. Donnerstag hatte ich das dritte mal Körpertherapie. Da ich nun die Mitpatienten auch so langsam kennengelernt habe war es auch einfacher sich darauf einzulassen. Die Interaktionen in der Gruppe wurden mit Übungen gefördert und lustige Spielchen wurden absolviert.

Später am Tag gab es dann noch für alle Neupatienten eine Einführung in die Sozialberatung. Leider sind solche Seminare die doch eher allgm. Gehalten sind immer wieder eine Bühne für Kloppipatienten, die meinen dass sie ihre Probleme statt in Einzelsitzungen vor allen Leuten in so einen Seminar klären können. Mich nervt sowas nur noch weil das nicht das erste mal innerhalb der ersten 2 Wochen hier vorkommt. Nachmittag und Abends war ich das erste mal mit Mitpatientinen unterwegs. Erst 16H. in der Cafeteria zum Tratschen und dann 19H. zum Billard spielen. Funfact, ich verlor alle drei Partien gegen Mitpatientin Cindy. Ausserdem erinnert mich der Name immer an Cündy mit Ü von Kurt Krömer!

Freitag stand ganz im Zeichen der Aquagymnastik. Zum ersten mal durfte ich von der Ärztin aus Schwimmen und es hat Megaviel Spaß gemacht. Ich war vorher Jahre lang nicht in einer Schwimmhalle und letzten Oktober das erste mal wieder in Rimini im Meer. Ich glaub, das Hobby lass ich wieder aufleben und besuch das ein oder andere mal nach meiner Krankenhauszeit ne Schwimmhalle.

Abends wurde dann wieder mit Cindy Billard gespielt. Diesmal verlor ich alle 4 Partien. Es steht also 7:0 für sie. Ich werde das im Restklinikaufenthalt wohl nicht mehr aufholen können.

Am heutigen Samstag hatte ich endlich ein langes Gesprächsthema mit meiner Mitpatientin, mit der ich seit 13 Tagen an einem Tisch sitze. Unser gemeinsames Thema war die großartige Stadt New York in der sie in ihrer Jugend gelebt hat. Es war fantastisch, dass durch so ein Gespräch sämtliche Erinnerungen von #WallysRantnerReisen 2013 wieder hervorgerufen wurden. Das tägliche Wiegen in der Eingewöhnungszeit ist nun auch vorbei so dass ich nun immer etwas länger Schlafen kann außer einmal wöchentlich Dienstags, da ruft 7H. die Waage. In den vergangenen 12 Tagen bin ich 5,5 kg los geworden. Ich wird jetzt erstmal weiter meine tägliche Folge Boston Legal schauen und nachher ein neues Buch anfangen nachdem ich „Drüberleben“ am 29. Januar ausgelesen habe. Wir lesen uns nächsten Samstag zum nächsten Blogpost wieder oder unter der Woche auf Twitter und Facebook.

P.S. ein extra Bienchen bekommt diese Woche noch die Beate, die mir eine tolle Karte ins Krankenhaus geschickt hatte, die ich jetzt wie son Knacki aufgehängt habe und für die DM Berichterstattung über die Lindenstrasse. Nun wissen wir, wer Erichs Mörder ist. 😀

Euer Wally

Wally44

Wally oder wie ihn seine Eltern kennen, Christian betreibt d. Blog wally44.de erst seit dem Jahr 2014. Zurzeit schreibt er nebenbei noch bei thebighockeytheory.de als Hockey Writer und hat seine Kolumne #WallysHockeyCorner bei lichtenbergmarzahnplus.de. #WHC

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