#WallysHockeyCorner 09

#WallysHockeyCorner 09

Eisbären planen die Zukunft

Huch, was ist alles in den letzten beiden Wochen passiert?! Nach drei Siegen in Folge entließen die Eisbären ihren bisherigen Headcoach Jeff Tomlinson (dessen Vertrag in der Hauptstadt zum Saisonende eh ausgelaufen wäre) und verpflichteten den zweifachen Stanley Cup Sieger (mit Colorado Avalanche 1996 und Detroit Red Wings 2002) Uwe Krupp als Nachfolger genau an dem Tag, an dem sich Krupp mit seinem früheren Team (Kölner Haie) im letzten Moment über eine Abfindung geeinigt hatte bevor es vors Arbeitsgericht gegangen wäre. Die Entlassung von Tommer ist für mich persönlich absolut schade, da ich immer positive Erinnerungen an Jeff Tomlinson hatte. Aus sportlicher Sicht, und wenn man in die Zukunft schaut, ist aber die Verpflichtung von Uwe Krupp der richtige Schritt. Krupp unterschrieb einen Vertrag bis 2017 und wird so sicher das eine oder andere Wörtchen zur Kaderplanung mit Sportdirektor Stefan Ustorf und General Manager Peter-John Lee mitsprechen.

„Machs jut Tommer – Willkommen Uwe!!!“
Sportlich gesehen lief die letzte Woche der Eisbären ganz gut. So konnten die Berliner am 10. Dezember in Nürnberg bei den Ice Tigers 1:3 gewinnen. Zwei Tage später ging das Spiel in Schwenningen bei den Wild Wings mit 2:4 an die Eisbären. Beim Sonntags-Heimspiel, welches auch das letzte unter Headcoach Jeff Tomlinson war, gab es einen knappen 4:3 Erfolg nach Penaltyschießen gegen die Hamburg Freezers. Dieses Spiel gegen Hamburg war auch das erste Match, wo die Fans anfingen, das Team auszupfeifen und ihren Unmut über die Spielweise an den Tag zu legen. Vor dem Spiel gab es ein Banner, auf dem stand: „Die Geduld ist fast am Ende. Kämpft und schafft die Wende“. Dieses Statement war unmissverständlich und letztendlich wurde die Reißleine gezogen und das erste Mal seit 2002 wieder ein Trainer (damals Uli Egen) in Berlin entlassen. Vielleicht schafft es ja der Nachfolger von Tommer, eine ähnliche Dynastie aufzubauen, wie sie damals der Nachfolger von Egen, Pierre Pagé, begründete.

Die beiden ersten Spiele mit Uwe Krupp an der Bande konnten die Eisbären für sich entscheiden und ihre Siegesserie auf fünf gewonnene Spiele ausbauen. Am 19. Dezember gewannen die Eisbären 2:0 gegen Straubing (von der Fankurve gab es Banner mit „Machs jut Tommer – Willkommen Uwe!!!“). Zwei Tage später (bei der großen Sonderzugfahrt mit über 800 Eisbärenfans) wurde 6:2 in Augsburg gewonnen. So langsam kommen somit auch die Eisbären in Fahrt. Zurzeit sind es nur noch 4 Punkte bis zum 3. Tabellenplatz. Vor Wochen bezeichnete Ex-Trainer Jeff Tomlinson noch Platz 4 als Saisonziel. Das ist mittlerweile näher als mancher Fan damals dachte.

Zum Jahresende stehen wieder jede Menge Spiele auf dem Programm. In der Weihnachtswoche geht es zwei Mal in der o2 World gegen Köln und Wolfsburg. Das Spiel am 26.12. wird ein besonderes Spiel für Steve Walker sein. Der ehemalige Captain kommt wieder nach Berlin, weil er wie vor ihm Mark Beaufait und Sven Felski geehrt wird und ein Banner mit seinem Namen und seiner 27 unters Hallendach gezogen wird. Diese Nummer wird somit nie wieder vergeben.

Am 25.12. jährt sich auch meine erste Auswärtsfahrt. Diese ging damals im Jahr 2002 nach Ingolstadt in das Eisstadion an der Jahnstraße. Viele weitere Auswärtsfahrten sollten in den nächsten Jahren folgen. Apropos Ingolstadt: Gegen die Panther bestreiten die Eisbären ihr letztes DEL Heimspiel im Jahr 2014 am 30. Dezember. Zwei Tage zuvor geht es nochmal nach Iserlohn zu den Roosters. Zwei Eisbären verbringen den Jahreswechsel im Heimatland des Eishockeys bei der U20 Weltmeisterschaft in Kanada. Kai Wissmann und Jonas Müller fehlen somit in den nächsten Spielen.

OSC Berlin und FASS Berlin
Nachdem die Eisladies am 9. DFEL Spieltag frei hatten, ging es am 10. Spieltag gegen den EC Bergkamen. Das erste Spiel ging mit 6:3 an die Berlinerinnen. Beim nächsten Spiel tags darauf mussten die Eisladies nachsitzen und ins Penaltyschießen. Dort gewannen sie mit 4:3 gegen Bergkamen. Bis zum 17. Januar 2015 hat die DFEL jetzt Spielpause. Zwischen dem 19. und 21. Dezember spielte die Eishockeynationalmannschaft der Damen bei der Euro Hockey Challenge im schwedischen Uppsala. Im Kader waren auch fünf Berliner Spielerinnen. Nach den Niederlagen beim Turnier gegen Finnland, Russland und Schweden belegte das Team der DEB Damen den letzten Platz.
Die Akademiker von FASS Berlin konnten am 12. und 13. Dezember die Erfurt Black Dragons und Tornado Niesky ins Penaltyschießen bringen. Dort unterlag man mit 3:4 und 3:2. Eine herbe Klatsche gab es am 21. Dezember in Erfurt bei den Black Dragons. Dort ging man 9:2 unter.

Filmkritik: „Red Army“ – Legenden auf dem Eis
Vorsicht: Die Kritik enthält einen Spoiler! Am 9. Dezember war ich auf Einladung von Hockeyweb und Weltkino zur Pressevorführung des Eishockeydokumentarfilms „Red Army“ im kleinen und gemütlichen Kino „filmkunst 66“. Regisseur Gabe Polsky zauberte einen mitreißenden und höchst interessanten Film, in dem der ehemalige russische Topverteidiger und russische Sportminister Slava Fetisov von seiner Jugendzeit beim Armeeklub ZSKA Moskau berichtet, über die Nationalmannschaft der Sowjetunion sowie über die Verhältnisse zu den Teamkameraden und die Trainer Tarasov sowie den am 24. November verstorbenen Tichonov. Im 76 Minuten langen Film kommt allerdings nicht nur Slava Fetisov zu Wort sondern auch seine Frau, ehemalige Weggefährten und diverse Journalisten. Der Film zeigt, wie Spieler kurz vor dem Ende der Sowjetunion anfangen gegen die menschenverachtenden Trainingsmethoden von Trainer Tichonow zu rebellieren und sich Fetisov mit der Obrigkeit in der UdSSR anlegt bis hoch zum Verteidigungsminister, der ihn schließlich aus der Armee und somit auch von ZSKA Moskau entlässt. Fetisov kann damit nach Nordamerika in die NHL wechseln und wird Wegbereiter für so viele russische Spieler. Anfangs schlägt einzelnen russischen Spielern geballter Rassismus entgegen von Journalisten (wie z.B. Don Cherry, der sagte, dass man die Spieler aus Russland nicht wolle) und nordamerikanischen Spielern, die Angst haben, dass die Spieler aus der Sowjetunion ihnen die Arbeitsplätze wegnehmen. Heute ist so eine Einstellung zum Glück undenkbar. Die NHL hat sich zu der Weltliga schlechthin entwickelt, in der die besten Spieler aus Nordamerika UND Europa gleichberechtigt miteinander spielen. Zum Glück zählt nur noch die Leistung und nicht die Nationalität.
Das erinnert mich an ein Zitat von ehemaligen Eisbären Manager Lorenz Funk. „Bei den Eisbären ist egal, ob du ein Chinese bist… Hauptsache du spielst gut!“ Nach einigen mehr oder weniger guten Jahren bei den Devils aus New Jersey wechselt Fetisov zu den Detroit Red Wings, die bis zu den Zeitpunkt schon vier russische Spieler haben, aber noch einen weiteren Verteidiger brauchen, um ihren Block vollzubekommen und die gegnerischen Reihen schwindlig zu spielen. Im Endeffekt gewinnen die Red Wings aus Detroit 1997 und (leider) auch 1998 gegen meine Capitals aus Washington den Stanley Cup und Fetisov kann somit seine eindrucksvolle Karriere krönen. 2002 wird Fetisov von Putin zum Sportminister ernannt. Diesen Posten übt er sechs Jahre lang aus.

Der Film, der am 29. Januar 2015 in die Kinos kommt, ist sehr empfehlenswert. Ich werde ihn mir garantiert noch einmal ansehen und mir, wenn es soweit ist, auch die Blu-Ray zulegen. Man lernt sehr viel über die damalige Zeit im Eishockey und hat sicher auch den einen oder anderen Aha-Effekt. Von mir gibt es 9/10 Punkte, da der Film als Dokumentation für den neutralen Zuschauer sehr sehenswert ist, aber auch der Hockeynerd, wie ich einer bin, noch etwas dazulernen kann.

Was macht eigentlich…
Rob Zepp? Zepper, der vor der Saison mit 33 Jahren noch einmal den Sprung nach Nordamerika in die Heimat wagte, wurde aufgrund der Verletzung des ersten Torwarts der Philadelphia Flyers vom AHL Farmteam Lehigh Valley Phantoms ins NHL Team berufen und absolvierte am 21. Dezember sein erstes NHL Spiel. Damit war er seit 88 Jahren der älteste Debütant (Rookie) im Tor bei einem NHL Spiel. Der letzte war 1926 der 42-jährige Hugh Lehman.

In eigener Sache
In der Ausgabe 144 des Fanmagazins Eis-Dynamo wird ein Interview mit mir zu meiner Kolumne hier bei LichtenbergMarzahnPlus.de zu finden sein. Erhältlich ist das Fanzine, welches seit 20 Jahren einen festen Platz in der Fankultur der Eisbären Berlin hat, ab 4. Januar 2015 in der o2 World zum Preis von 2,50 EUR.

Zum Ende der letzten Kolumne im Jahr 2014 bleibt mir nur, mich bei meinen Lesern zu bedanken, euch ein Frohes Fest und einen fleißigen Weihnachtsmann zu wünschen sowie einen Guten Rutsch.
Wir lesen uns 2015 wieder!

Ciao and Take care!

Wally #WHC

Original erschienen bei lichtenbergmarzahnplus.de

#WallysHockeyCorner 08

#WallysHockeyCorner 08

Junge, Junge…

… seufzte Ur-Eisbär Hartmut Nickel nach dem 4:3 Sieg (nach Penaltyschießen) am 28. November gegen die Krefeld Pinguine. Mit dem Spiel war eigentlich niemand zufrieden, da man innerhalb kürzester Zeit 1 Punkt verschenkte. Denn die Eisbären führten bis 2 Minuten vor Schluss, ehe der gebürtige Berliner und Ex-Eisbär Marcel Müller (der gerade frisch von Köln nach Krefeld wechselte) das Tor zum 3:3 Ausgleich schoss. So mussten beide Teams in die Verlängerung und anschließend ins Penaltyschießen, wo die Eisbären dann gewannen. Eisbären Headcoach Jeff Tomlinson war trotz des Sieges bei der Pressekonferenz sehr sauer. Er sagte, dass wohl beide Mannschaften verlieren wollten und dass es eigentlich keiner seiner Spieler verdient hätte, auf dem Eis zu sein. Zwei Tage später verloren die Eisbären beim amtierenden Deutschen Meister ERC Ingolstadt 3:1. Das Mantra, dass die Eisbären am Anfang der Woche ausgaben, dass es wegen der sich langsam bessernden Verletztenmisere keine Ausreden mehr gibt, hat wohl nur die Pressevertreter erreicht, nicht die Mannschaft.

In der Woche darauf gab es die Back-to-Back Games mit Köln. Erst spielten die Berliner in der Domstadt am Mittwoch, 3. Dezember, und gewannen im Penaltyschießen 3:4. Zwei Tage später konnten die Kölner in der o2 World 2:3 nach Penaltyschießen gewinnen. Letztendlich gingen so jeweils 3 Punkte nach Berlin und 3 Punkte nach Köln. Geholfen ist damit in der aktuellen Tabellensituation keinem der beiden Teams. Jeff Tomlinson hat aber noch Hoffnung, dass es bei seinen Spielern Klick macht, sich die Blockade im Kopf löst und sie bald wieder befreit aufspielen und so der angestrebte Tabellenplatz 4 noch erreicht werden kann.

Beim dritten Spiel der Woche ging es am Sonntag, 7. Dezember, gegen den ewigen Rivalen aus Mannheim. In diesem Spiel taten sich die Eisbären wahnsinnig schwer und man hatte das Gefühl, dass sie am 2. Advent nur reagierten statt zu agieren. Der bärenstarke Petri Vehanen verhinderte wie so oft in den letzten Spielen, dass die Eisbären mehr Tore kassierten. Der Endstand der Partie war 0:2 für Mannheim. Besonderheit bei dem Spiel: Es gab das erste Mal Bobbleheads. Die in den USA sehr beliebten Wackelköpfe werden jetzt auch endlich hier eingeführt, um ehemalige und aktuelle Spieler zu ehren. Die Bobbleheads sind ein nettes gratis Gimmick für die Fans und für die Sponsoren eine neue Werbemöglichkeit.

Warum wird es immer leerer in der Arena?
Ich finde die Idee richtig Klasse, da ich bisher auch schon einige Bobbleheads aus Washington besitze wie z.B. die von Alex, Ovechkin, Troy Brouwer oder aus Hershey von den Bears aus der American Hockey League vom deutschen Nationaltorwart Philipp Grubauer und vom jetzigen Eisbärenstürmer Marcel Noebels aus seiner Juniorenzeit bei den Seattle Thunderbirds aus der kanadischen Nachwuchsliga WHL. Typisch Deutsch ist es ja, bei Geschenken zu meckern. Die Leute, die nach dem Spiel bemängelten, dass die Figur ja gar nicht aussieht wie Sven Felski, hatten wahrscheinlich noch nie einen Bobblehead in der Hand, den sonst würden sie wissen, dass in wahrscheinlich 99 Prozent der Fälle ein Bobblehead nur grob wie sein Vorbild aussieht und man ihn eher am Drumherum erkennt wie z.B. dem Trikot. Aber wahrscheinlich waren die jährlichen Weihnachtsmützen & Schokoweihnachtsmänner zu Wellizeiten die bessere Option.

Gewundert hat mich die Tatsache, dass trotz der Wackelkopfaktion & massiver Werbung online (Google Ads) die o2 World gefühlt immer leerer wird. Waren beim Spiel gegen Krefeld 11.560 Zuschauer anwesend, waren es gegen den KEC 12.560 Zuschauer und gegen Mannheim nur noch 11.460 Zuschauer. Ob es nur an der Leistung der Eisbären liegt oder ob die Berliner mittlerweile einfach satt sind und alle mal die Arena nach sechs Jahren besucht haben, wäre schon spannend zu wissen. Ändern muss sich auf alle Fälle auch der Auftritt des Events. Ich glaube seit 2008 ist nichts neues Spektakuläres mehr hinzugekommen. Seit Jahren das gleiche Feuerwerk, die gleichen Werbesprüche etc. Vielleicht sollte man da doch mal den einen oder anderen Blick über den großen Teich nach Nordamerika wagen, wo die Potenziale der Arenen wesentlich besser ausgenutzt werden.

Besuch bei Stratus Hohenschönhausen
Wie bereits in der letzten Ausgabe angekündigt, gibt es heute einen ausführlichen Bericht über das Skaterhockeyteam Stratus Hohenschönhausen. Abteilungsleiter Marcus Proske ist auf meine kleine Kolumne aufmerksam geworden und lud mich im September ein, sein Team im September zu besuchen. Da am von ihm angedachten Termin bereits die Eisbären spielten und Sven Felski für seine 1000 Spiele im Eisbärentrikot geehrt wurde, mussten wir den Termin auf den 23. November umlegen, welcher gleichzeitig auch als gemeinsamer und bunt gemischter Saisonabschluss der Herren- , Freizeit- und Nachwuchsteams diente. Marcus Proske stellte mir ausführlich sein Skaterhockeyteam vor, während wir den ersten Mannschaften beim Spielen zuschauten. Die Abteilung Inline-Skaterhockey ist eine von 15 Abteilungen, die bei TuS Hohenschönhausen ihre Heimat haben. Seit 2006 gibt es sie beim Verein und seit 2011 trainieren die Jungs und Mädels gemeinsam im Barnim-Gymnasium an der Grenze von Berlin-Hohenschönhausen. In nächster Zeit möchte sich die Abteilung weiter professionalisieren, bekannter werden und wenn möglich umziehen – um mit Grundschulen und Kitas besser zusammenzuarbeiten zu können. Da es sich beim Inline-Skaterhockey um eine sehr bewegungsintensive Sportart handelt, könnte in bestimmten Turnhallen die Temperaturen angepasst werden. Der Bezirk würde davon profitieren und Betriebskosten einsparen, bei vielen anderen Sportarten wäre das nicht denkbar. Zusätzlich soll ab Dezember ein neues Logo vorgestellt werden, um auch im Marketing einige weitere Schritte gehen zu können. Die Herrenteams von Stratus spielen in der Regional- und Landesliga. Die Spielzeiten sind genau wie beim Eishockey mit 3×20 min. angegeben.

Zurzeit gibt es vier Nachwuchsaltersklassen (U10, U13, U16 und U19), die bei Stratus Hohenschönhausen spielen. Mädchen und Jungs spielen gemischt was ich gar nicht schlecht finde. Ab etwa 5 Jahren können die Kinder mit dem Sport beginnen. Für die U10 und U13 werden immer Kinder gesucht. Zuerst steht natürlich das Skaten im Vordergrund, später dann die Arbeit mit den Schlägern. Während des Trainings lernen die Kids auch mal alle Positionen kennen – von Stürmer über Verteidiger zum Torwart. Dadurch müssen die Jungs und Mädels früh Verantwortung übernehmen, wobei die Teambildung laut Marcus Proske sehr hoch im Kurs steht. Ich habe mich ja ein wenig über die Grün/Weiß/Goldenen Trikots gefreut, mit denen hier gespielt wird, da diese mich sehr stark an mein schwedisches Lieblingsteam Färjestad BK aus Karlstad oder die Texas Stars aus der American Hockey League erinnern. Mir haben die drei Stunden, die ich bei Stratus Hohenschönhausen war, sehr gut gefallen und ich werde auch mal eine Trainingseinheit in der Freizeitmannschaft mitmachen. Da ich das Laufen auf Inlineskates erst mal mit den jüngeren Semestern in der Laufschule üben müsste, werde ich es bei den Schießübungen belassen, um so für die „Teichhockey-Saison“ auf dem Obersee gut vorbereitet zu sein. Falls Ihr nach dem Lesen Lust bekommen habt, mal das ein oder andere Spiel von Stratus zu sehen oder euch selbst auszuprobieren, Ihr könnt bis zu dreimal in der Woche die Trainingszeiten hier nutzen. In allen Altersklassen findet die Ligasaison von März bis Oktober statt. Das Team würde sich sicher über einen Besuch und ein wenig Support freuen. www.stra-tus.com

OSC Berlin und FASS Berlin
FASS Berlin bleibt weiterhin sieglos. In den Back-to-Back Spielen mit Halle ging das erste am 28. November 7:3 verloren und zwei Tage später mit 5:1. Die erste Klatsche im Dezember kassierten die Akademiker beim EHC Fortuna Leipzig am 6. Dezember. 8:1 wurde FASS vom Eis gefegt.

Bei den Damen vom OSC Berlin sah das Wochenende um den 29. und 30. November äußerst erfolgreich aus. Im ersten Spiel gewannen die Berlinerinnen gegen EKU Mannheim mit 7:1 und tags darauf legte man nochmal eine Schippe oder sogar zwei, drei drauf und demontierte die Damen aus der Quadratestadt mit 19:0. Das Wochenende darauf hatten die Eisladies spielfrei in der DFEL.

In eigener Sache
Demnächst wird im Fanmagazin Eis-Dynamo ein Interview mit mir zu finden sein zu meiner Kolumne hier bei LichtenbergMarzahnPlus.de . Und wenn Euch die Kolumne gefällt, könnt Ihr sie gern bei Facebook und Twitter teilen.

Ciao and Take care!

Wally #WHC

Original erschienen bei lichtenbergmarzahnplus.de

„Joa, jetzt hab ich Klassenfahrtfeeling!“

„Joa, jetzt hab ich Klassenfahrtfeeling!“

sagte Vincent als er am zweiten Abend vom gemeinsamen Bier mit der Politikerin der Linkspartei Gabi Zimmer aufs gemeinsame Zimmer im ates Hotel in Kehl kommt. Die Aussage kann ich nur bestätigen dennoch hätte ich sie schon früher getätigt, nämlich schon Sonntag Abend als es darum ging die Nacht bei Weihnachtsfilmen in 3D & den ein oder anderen Energy Drink durchzumachen um dann frühzeitig von Hohenschönhausen nach Wedding zu fahren, wo unsere Reise 8H. früh mit einem Reisebus starten sollte. Da ich vor Jahren schon die ein oder andere Fahrt mit Reisebussen zu Auswärtsspielen der Eisbären Berlin mitmachte hatte ich trotz der 10-11 Std. Fahrzeit nicht solch ein Bammel vor evtl. auftretenden medizinischen Problemen wie ein Jahr zuvor beim Langstreckenflug in die USA. Da wir durch guten Kontakt zum Reiseleiter und Head of Berlin Office von Sylvia-Yvonne Kaufmann, Ernst Patrick Mommsen wussten, dass die Fahrt nicht ganz ausgelastet war, nutzten Vincent und ich die Chance uns gleich früh die letzte Reihe für uns zu reservieren. Nachdem uns unser Sozialdemokratischer Stammtaxifahrer Andreas 6H. in Wedding absetzte weil er 7H. das Taxi wieder abgeben musste, gingen wir erstmal ne Std. in eine Tankstelle zum Frühstücken.
Als wir gegen 7H. zurück zum Kurt-Schuhmacher-Haus der SPD Berlin kamen, stand der Reisebus von „Prima-Klima- Reisen“ schon parat und wir konnten uns wie gewollt die letzte Bank sichern. Fast zur selben zeit kam Anne, die sich 2 Reihen vor Vincent platzierte. Zu dem Zeitpunkt konnten wir noch nicht ahnen, dass wir die Fahrt über mit ihr besonders viel Spaß haben werden. Mit 4 Minuten Verspätung ging es dann 8:04H. los von Berlin ins französische Strasbourg zur ersten Besucherfahrt von Sylvia-Yvonne Kaufmann. Die ersten 2 Std. erholten wir uns von der durchgemachten Nacht auf den Weg nach Leipzig zum Flughafen. Von dort an übernahm der Fahrer Hr. Ungetüm den Bus die komplette Reise. Solch einen umgänglichen Fahrer hab ich bei meinen vielen Auswärtsfahrten auch noch nicht erlebt obwohl das eine komplett andere Klientel war. Kannte ich es bisher nur, im Gang stehend mit lauter Musik & Getränken in der Hand zu den DEL Eishallen der Republik zu fahren war es bei dieser Reise meinem Geschmack nach viel zu Ruhig und statt im Gang zu stehen saßen die Leute brav & v.A.  angeschnallt auf ihren Plätzen. Zwischen 18 und 19H. kamen wir dann im ates Hotel in Kehl an, welches zu meiner Überraschung absolut Klasse war. Nur das WLAN hätte etwas besser sein können. Am ersten Abend an der Deutsch-Französischen Grenze haben wir nicht mehr viel gemacht außer ins Edeka zu gehen, die Getränke für die nächsten Tage zu Organisieren und die hiesige Küche beim McDonald’s auszuprobieren. Danach ging es wieder ins Hotel um noch die eine oder andere Serie zu schauen und dann bis 6H. des nächsten Tages durchzuschlummern.

Am nächsten Morgen ging es in aller Herrgottsfrühe zum Super Buffet für das Frühstück für Champions. Während einige Gäste noch innerlich schliefen unterhielten wir mit unserer Fahrtbekanntschaft Anne, die am Nachbartisch saß, schon den halben Saal in dem wir die Order ausgaben, Kännchen gibt’s nur draußen. Als Wessi konnte sie mit dem Spruch nichts anfangen aber den ein oder anderen fremden Gast hat man schon beim Lachen erwischt. Später kam dann noch die ehemalige Vorsitzende der PDS Gabi Zimmer hinzu wo wir erstmal überlegen mussten ob sie das überhaupt ist oder nicht. Hätten wir nicht gewusst, dass sie im Europaparlament sitzt, hätten wir sie nat. auch in der Reisegruppe Kaufmann begrüßt. 😀
10H. ging es dann mit dem Bus auf die erste kleine Tour durch Strasbourg um danach zu den Oberkirchner Winzer zu fahren für eine Tour durch ihren Weinkeller, die Produktion und damit sich das auch für die Winzer lohnt, die obligatorische Verkostung. Da ich noch nie im Leben Wein getrunken hatte und nun auch nicht unbedingt damit anfangen wollte hatte Vincent das Glück von allen 6 Weinen zwei Gläser zu bekommen. Am Tisch saßen wir in der Lichtenberger „Delegation“ zusammen mit Teodora Gionova-Busch und dem Vorsitzenden der AGS Lichtenberg Ulrich Brietzke zusammen. Dort und am Abend beim gemeinsamen Essen mit Sylvia-Yvonne Kaufmann wurde über viele Themen gequatsch & „kontrovers diskutiert“ wie mein Gegenüber das so sagte. Die Tour durch die heiligen Hallen der Winzer fand ich ganz spannend auch wenn ich in diesem Leben nicht mehr zum Weintrinker werde. Am Ende der Tour wurde gefühlt von den älteren Mitreisenden der halbe Werksverkauf leergekauft weil es in Berlin anscheinend keinen Wein gibt. Dabei lese ich bei Twitter immer was von der Cordobar. Muss wohl ein Geheimtipp sein. #oderso 😉
Nach der Weintour sollte es lt. Plan 4 Std. Freizeit im Hotel geben aber nichts da. Der Plan wurde umgeschmissen und es ging nach einer kurzen Pause im Hotel gleich wieder Richtung Strasbourg. Dort angekommen wurden erstmal die hiesigen Kirchen Notre Dame (Katholisch) & St. Thomas (Evangelisch) besichtigt. Vincent (Organist in der Taborkirche Hohenschönhausen) war nat. sehr angetan von den Orgeln und der Kirche St. Thomas. Aufgrund der geschichtlichen Verhältnisse können die älteren Elsässer noch Deutsch so das Vincent sich mit einigen Leuten gefühlt stundenlang über die Situation der Kirchen in Strasbourg bzw. Frankreich unterhielt. Irgendwann ging es auch nochmal um Bouletten aber dann hab ich wieder abgeschaltet. Nachdem die ersten Tourifallen abgeklappert wurden und hier und da KrimmsKramms sowie Postkarten für Freunde und Verwandte gekauft wurden, ging es staunend, aufgrund der großartigen Weihnachtsbeleuchtung an den Strasbourger Häusern zum verabredeten Restaurant wo wir mit Sylvia- Yvonne Kaufmann einen netten Abend verbringen sollten. Da Vincent und ich wiedermal als erste vor Ort waren, konnten wir uns wieder die besten Plätze aussuchen. Am Ende saß Lichtenberg wieder komplett an einem Tisch. Diesmal auch zu unserer Freude unsere Gastgeberin. Es gab 4 oder 5 verschiedene Sorten Flammkuchen, die mir überraschenderweise zusagten. Okay, bisher hab ich Flammkuchen auch nur einmal vor 10 Jahren auf irgendeinen Jahrmarkt probiert. Das ist mit dem Original aus dem Elsass wohl nicht vergleichbar. Nach dem schönen Abend, ging es mit einem Vortrag, warum Anne Vegetariarin ist zum Bus der uns wieder zum Hotel brachte. Während ich mich schon aufs Zimmer verzog blieb Vincent noch in der Lobby und hatte später noch die nette Gesellschaft durch Gabi Zimmer, mit der wir schon am Morgen zusammen beim Frühstück saßen. Später so erzählte mir Vincent, stellten sie beide noch fest, dass Rot-Rot-Grün nicht an ihnen beiden scheitern würde. Das lob ich mir. Zu dem Zeitpunkt ist übrigens auch das Zitat gefallen, welches als Überschrift für meinen Blogpost dient.

Tags darauf, am Mittwoch stand dann der Hauptprogrammpunkt auf dem Programm. Der Besuch im Europaparlament. Mit dem Bus ging es 8H. über die Europabrücke nach Strasbourg. Nach relativ laschen Sicherheitskontrollen (Ich bin aus dem Capitol in Washington D.C. echt anderes gewöhnt) ging es in einen Raum wo uns ein Host aus Österreich das Europaparlament vorstellte. Leider waren die Sitze so gemütlich, dass mir doch das ein oder andere mal die Augen aufgrund des Schlafmangels zugefallen sind. Als dann aber Sylvia-Yvonne Kaufmann zur Gruppe hinzu kam, ging es wieder. Es wurden viele Fragen der anwesenden Besucher beantwortet wie z.B. zu TTIP oder den Hunden in Rumänien. Nach der Fragerunde ging es zum Fototermin wo wohl alle Besuchergruppen des Europaparlaments vor den Flaggen der EU Mitgliedsstaaten abgelichtet werden. Zum Schluss ging es auf die Besuchertribüne des Europaparlaments wo man der Debatte zur Umweltpolitik folgen konnte. Besonderes Highlight war der kleine Chat mit dem MdEP Matthias Groote (SPD) während der Debatte über den Fotosharedienst Instagram. Er saß unten im Plenum, wir oben auf der Besuchertribüne und er deutete eine kleine Laola an. Schön, dass Politiker Social Media Dienste noch selber nutzen, so dass so etwas zustande kommt. Großes Lob an Matthias! Nach dem 30minütigen Besuch im Plenum ging es noch zum Giftshop und dann in die wunderschön geschmückte Altstadt Strasbourgs wo wir eine Kleinigkeit zu uns nahmen um dann gestärkt die Bootstour auf dem Rhein anzutreten. In einem viel zu kleinen Boot mit gefühlt zu viel Leuten und ungemütlichen Sitzen ging es 45min. durch diverse Schleusen auf dem Wasser entlang. Während der Tour saß wieder die uns mittlerweile liebgewonnene Anne neben uns. Nach der Tour ging es noch einmal durch die Stadt um auch den letzten (nein, nicht elenden) Rest von der europäischen Weihnachtshauptstadt zu erkunden. Im Taxi ging es dann am Abend zurück nach Kehl wo wir uns nochmal mit der regionalen Küche bei McDonald’s stärkten um dann übermüdet und fertig ins Hotelbett zu fallen.

Am letzten Tag klingelte der Wecker wieder 5:30H. damit wir rechtzeitig 6:30H. beim Frühstück sind um in aller Ruhe zu Essen und dann die Taschen zu packen und 9:30H. wieder nach Berlin aufzubrechen. Die gute Laune der letzten Tage verbreitete sich auch wieder auf den letzten Reihen im Bus. Wie oft lachten auch andere Mitreisende über unsere Witze. Wir überlegten schon kurzzeitig mit einem Programm durch die Abteilungen Berlins zu Touren. Das unsere gute Stimmung auch bei anderen Super ankam merkte man z.B. auch an Mails, die wir erhielten:

„Dein und Vincents Gebabbel fand ich angenehm. Es war beruhigend, im Hintergrund zwei so positive Menschen zu hören.“

Bei solchen Mails geht einen doch das Herz auf und es entschuldigt für so viel, was in der SPD falsch läuft, wenn man so ein ehrliches Feedback einer Genossin bekommt. Vielen lieben Dank Anne! <3

Am Donnerstag 19:40H. parkten wir wieder wohlbehalten vor dem Kurt-Schuhmacher-Haus der SPD Berlin im Wedding. Nach langer Verabschiedung von den neu kennengelernten Genossen ging es für Vincent und mich wieder zurück nach Hohenschönhausen.

Zum Ende kommt ja immer das Fazit und das fällt auf jeden Fall positiv aus. Ich möchte in Form des Blogposts noch mal dem Besucherservice des Europaparlaments danken, Sylvia-Yvonne Kaufmann und ihren beiden Mitarbeitern Ernst Patrick Mommsen sowie Anne Freidank. Ohne die beiden letztgenannten wäre die Fahrt sicher nicht so reibungslos verlaufen. Dafür vielen herzlichen Dank! <3

Für Vincent und mich steht schon fest, dass wir bei der nächsten Besucherfahrt nach Brüssel im Juni wieder die letzte Reihe im Bus blockieren werden, falls wir nochmal mitgenommen werden. Das nächste mal dann bestimmt auch ohne die dauernd gesungenen Weihnachtslieder! 😀

P.S. Alle Bilder, die ich gemacht habe findet ihr hier: #Strasbourg #WallysRantnerReisen #SYK