#WallysHockeyCorner 10

Neue Besen kehren gut…

…könnte man vom neuen Eisbärentrainer Uwe Krupp behaupten. Seit dem Trainerwechsel Mitte Dezember konnten die Eisbären sechs von acht Spielen unter ihrem neuen Headcoach gewinnen. Das Selbstvertrauen ist wieder da, auch mal in der Crunchtime besonders enge Spiele zu gewinnen wie zum Beispiel am 30. Dezember 2014 gegen den aktuellen Deutschen Meister ERC Ingolstadt. 5,5 Sekunden vor Ende der Verlängerung erzielte Antti Miettinen das entscheidende 3:2. Nach dem Spiel äußerte Larry Huras, der Trainer der Ingolstädter, dass er sauer sei, dass seine Mannschaft nicht die drei Punkte geholt habe trotz der Super-Arbeit vom Topgoalie Timo Pielmeier. Momentan sind sie in einer Phase, wo sie gut spielen, aber keine Punkte holen. Huras zitierte den kanadischen Hockeycoach Dave Chambers, der sagte, dass eine perfekte Saison aus einem starken Start bestehe, ein Loch in der Mitte habe und ein gutes Ende. Am Ende der Pressekonferenz lobte Huras auch noch die Berliner Journalisten. Er sagte, dass das für ihn die beste Pressekonferenz des Jahres 2014 gewesen sei. Sonst gebe es immer nur kurze Statements, aber hier habe es auch mal interessante Fragen gegeben, wo auch er noch was lernen konnte.

Respekt von Don Jackson
Drei Tage nach dem Ingolstadt-Spiel verloren die Bären zwar das erste Spiel des neuen Jahres, aber gegen München am 4. Januar konnten sie einen soliden 5:0-Erfolg einfahren. Selbst der ehemalige Eisbärencoach Don Jackson zollte den Berlinern Respekt für ihr großartiges Spiel und gab zu, dass seine Münchener null Chance gegen die Eisbären hatten. Am Erscheinungstag der letzten #WHC Kolumne (23. Dezember) spielten die Berliner gegen das alte Team von Uwe Krupp, sie fegten die Kölner Haie mit 6:1 aus der o2 World. Es war auch das Spiel der Rekorde. Jens Baxmann und Florian Busch bestritten ihre 600. DEL Spiele und erhielten diesmal sogar eine offizielle Ehrung auf dem Eis. Nachdem es in dieser Saison schon anders war, muss man die Eisbären auch mal dafür loben, dass so etwas durchgeführt wird. (Beim Jubiläumsspiel von Julian Talbot am 4. Januar wurde es allerdings schon wieder vergessen.) Außerdem konnten sich mit ihren Jubiläen noch TJ Mulock und Verteidigungsminister Frank Hördler beschenken. Mulock erzielte seinen 250 Scorerpunkt und Hördler seine 150.  Vorlage. Unter Krupp geht es zum Gefallen der Fans, die die Härte beim Eishockey mögen, auch wieder etwas ruppiger zu. Gegen Köln gab es zwei Fights, die sonst ganz selten in der DEL zu sehen sind. Mittlerweile wird auch der Torhüter geschützt, wenn er von Spielern des gegnerischen Teams angegangen wird.

„Ich bin ein Berliner“
Ehrengast zu den Spielen am 23. und 26. Dezember war der ehemalige Eisbärenkapitän Steve Walker, dessen Leistungen am 26. Dezember gegen Wolfsburg vor dem Spiel geehrt wurden. Seine Trikotnummer #27 wird nie wieder in Berlin vergeben und ein Banner mit seiner Nummer wurde unter das Hallendach gezogen. Jetzt hängt sie dort neben der #11 von Sven Felski und der #19 von Mark Beaufait. Auch bei den Zeremonien hat man in Berlin anscheinend etwas dazugelernt. Es brauchte zwei (gefühlt halbherzige) Trikot-Zeremonien ehe man eine richtig gute auf die Beine stellte. Die Rede von Steve Walker endete übrigens mit dem bekannten Zitat von US-Präsident John F. Kennedy vom 26. Juni 1963 vor dem Rathaus Schöneberg: „Ich bin ein Berliner!“ Auch sportlich lief es beim Spiel gegen Wolfsburg ganz gut. Am Ende stand es 3:1 für die Berliner. Steve Walker hatte das Glück, nicht die Eisbären vom Anfang der Saison zu sehen, sondern ein Team, das an seine Zeit in Berlin erinnerte. Nicht nur Steve Walker war Gast in Berlin, sondern auch Hannu Nykvist, der „Director of Goalie Development for the Finnish Hockey Federation“, um den finnischen Torwart Petri Vehanen zu beobachten. Vehanen und Nykvist waren sicher beide sehr zufrieden mit der Leistung und ich könnte mir vorstellen, dass eine Einladung zu Weltmeisterschaft im Mai 2015 in Tschechien winkt. Das hängt natürlich auch davon ab, wie viele finnische Torhüter aus Nordamerika nach der NHL Hauptrunde für Finnland spielen könnten. Die beiden Auswärtsspiele gegen die Iserlohn Roosters (5:3) und die Krefeld Pinguine (4:1) gingen verloren.
Am Erscheinungstag der Kolumne spielen die Eisbären auswärts gegen die Düsseldorfer EG. Ich bin ganz froh, dass dieser harte Eishockeydezember jetzt auch ein Ende gefunden hat. Sieben Heimspiele und dazu die ganzen nächtlichen NHL Spiele fordern schon irgendwann ihren Tribut. Im Januar stehen „nur“ vier Heimspiele an, im Februar „nur“ drei und im März bisher „nur“ eins. Wenn man das mal mit Deutschlands Sportart Nummer 1, Fußball, vergleicht, dann würden sieben Dezemberheimspiele in vier Wochen dort den Heimspielen von 14 Wochen entsprechen, also mehr als einem Vierteljahr. Im neuen Jahr hab ich mir vorgenommen, es eishockeytechnisch etwas ruhiger angehen zu lassen und nicht mehr auf Teufel komm raus jedes mögliche Spiel zu sehen.

OSC Berlin & FASS Berlin
Noch bis zum 17. Januar ist in der DFEL Spielpause. Nachdem die Eishockeynationalmannschaft der Damen bei der Euro Hockey Challenge im schwedischen Uppsala den letzten Platz belegte, sieht es beim Nations Cup in Füssen auch nicht gut aus. Dort verloren die Damen bisher gegen Schweden 0:3. Am 5. Januar steht noch das Spiel gegen die Schweiz auf dem Programm und tags darauf das Platzierungsspiel um Platz 5 oder Platz 3.
FASS Berlin baut seine Niederlagenserie weiter auf mittlerweile 14 sieglose Spiele aus. Nachdem sich die Akademiker gegen Leipzig 11:3 geschlagen geben mussten, verlor FASS auch das Spiel zwei Tage später, am 4. Januar, mit 8:2 beim EHV Schönheide 09.

#WJC2015 U20 WM in Kanada
Die U20 Nationalmannschaft ist nach sechs Niederlagen bei der Weltmeisterschaft abgestiegen. Die beiden Verteidiger aus Berlin, Jonas Müller und Kai Wissmann, konnten dabei keine besonderen Akzente setzen und fügten sich mit ihren teaminternen Statistiken ins Mannschaftsgefüge des DEB ein. Einzig positiv war der Offensivdrang durch Jonas Müller, der in sechs  Spielen neun Mal aufs Tor des Gegners schoss und damit so oft wie kein anderer deutscher Verteidiger. Ein Torerfolg blieb ihm jedoch verwehrt.

Washington Capitals Berlin
Am 1. Januar 2015 fand das alljährliche NHL Winter Classic statt. Diesmal war der Nationals Park in Washington D.C. der Austragungsort dieses unvergleichlichen Eishockeyevents. Grund genug für mich als Washingtonliebhaber (Stadt und Eishockeyteam), Anne (US Sports Fan),  Thomas und Torsten (lebte drei Jahre in Washington D.C.), das zum Anlass zu nehmen, uns bei US-Softdrinks und leckeren Burgern bei mir zu Hause zu Hause zu treffen, um das NHL Freiluftspiel im Baseballstadion der Washington Nationals gemeinsam zu schauen – und auch die „Washington Capitals Berlin“ zu gründen. Zuerst war ich ja für den Namen „Berlin Capitals“ aber der wurde ja schon durch die ehemaligen Preußen aus Charlottenburg besudelt, so dass er leider nicht mehr tragbar war. Falls ihr auch Interesse an den Caps habt, dieses Jahr finden noch fünf Spiele zu europafreundlichen Zeiten statt, die wir in Viewing Parties schauen wollen. Mehr Infos findet ihr hier >>

Zum Schluß der Kolumne bleibt mir nur noch, den Lesern von LichtenbergMarzahnPlus.de ein frohes und gesundes neues Jahr 2015 zu wünschen!

Ciao and Take care!
Wally #WHC

Original erschienen bei lichtenbergmarzahnplus.de

Wally44

Wally oder wie ihn seine Eltern kennen, Christian betreibt d. Blog wally44.de erst seit dem Jahr 2014. Zurzeit schreibt er nebenbei noch bei thebighockeytheory.de als Hockey Writer und hat seine Kolumne #WallysHockeyCorner bei lichtenbergmarzahnplus.de. #WHC

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