Interview mit dem Eis-Dynamo

In der Ausgabe 144 des Fanzines Eis-Dynamo erschien in der Rubrik „Hinter der Bande“ ein Interview mit mir zu #WallysHockeyCorner drüben bei LichtenbergMarzahnPlus.

Nun wurde mir gestattet, es zur Zweitverwertung auch hier zu Veröffentlichen. Viel Spaß beim Lesen!

Hinter der Bande: #WallysHockeyCorner

Printmedien haben es in der heutigen Zeit bekanntlich immer schwerer in der Medienlandschaft. Auch für den Eis-Dynamo ist es seit Jahren nicht einfach sich am Leben zu halten. Aber nach über 21 Jahren sind wir immer noch für unsere Leserschaft da und das ist auch gut so! Es ist eben der Lauf der Zeit, daß sich viele fast ausschließlich nur noch über die elektronischen Medien informieren. Das Internet bietet ja mittlerweile unzählige Möglichkeiten dafür. Auch über unseren Lieblingssport findet man im www reichlich Portale, wo man sich umfassend informieren kann. Manche sind wirklich sehr gut, andere kann man getrost links liegen lassen. Auf dem lokalen Internetportal LichtenbergMarzahnPlus.de findet man seit dieser Saison die Eishockey-Kolumne von Christian Baumeier, vielen  im Fanumfeld der Eisbären auch als Wally ein Begriff.

Grund genug für den Eis-Dynamo, in Person vom „Langen“,  mal bei Wally vorbeizuschauen, um mehr über dieses Projekt zu erfahren.

Eis-Dynamo (ED):  Hallo Wally, wie kam es das du zum Kolumnenschreiber in diesem Internetportal geworden bist?

Wally: Wie ich dazu gekommen bin? Hmm. Zum Eishockey gekommen bin ich 1998. Damals bei einem der Spiel der Juniors, wo ja bekanntlich die Eisbären damals die Karten haufenweise an die Schulen verschenkt haben.  Über ein Familienmitglied kam ich dann auch zu einer Freikarte für die „großen“ Eisbären. Das war damals ein Spiel der European Hockey League, gegen den HC Dukla Jihlava. Ich war dann natürlich Feuer und Flamme und das zog sich dann auch über einige Jahre hinweg. So war ich auch über viele Jahre Mitglied bei den Fanatics Ost. Habe mich dann aber  nach einiger Zeit vom Hockey zurückgezogen, aber nie ganz den Faden dazu verloren.

ED: Hast du also Abstand vom Eishockey gesucht, weil es dir mit den Fanatics Ost nicht mehr so gepasst hat, oder ?

Wally: Naja so ein bisschen. Es kamen halt bei den Fanatics immer mehr junge Leute dazu und selbst wurde man ja auch älter. Ich merkte dann irgendwie, daß ich in die Struktur doch nicht mehr so recht reinpasste.  Irgendwie war bei mir dann auch die Luft raus nach den ersten Meisterschaften. Man hatte so viel gesehen und erlebt, alle DEL-Stadien mitgenommen und natürlich auch viel Spaß gehabt.

Ich hab mich dann ein paar Jahre vom Hockey zurückgezogen, das Geschehen aber trotzdem weiter verfolgt und blieb so immer im Bilde, was auf und um das Eis so passierte. Langsam kam die Lust auf Eishockey dann aber doch wieder und ich bin mit Kollegen und Freunden dann wieder sporadisch zu den Spielen der Eisbären gegangen, schrieb darüber und auch über die NHL in den diversen Netzwerken, hauptsächlich bei Twitter.

So wurde die Birgit Eltzel, ehemalige Redakteurin in der Lokalredaktion der „Berliner Zeitung“, auf mich aufmerksam. Sie betreibt mit ihrem Mann die Plattform „LichtenbergMarzahnPlus“ im Internet.

ED: Den nicht so bewanderten im Internet, was bedeutet das konkret?

Wally: Das ist ein Online-Medium, was praktisch lokale Nachrichten bringt, die man heute in den Print-Medien so gar nicht findet oder gar keinen Platz mehr haben. Die gibt es auch für andere Stadtbezirke, wie zum Beispiel Prenzlauer Berg.

ED: Wurdest du dann engagiert um allgemein über lokale Sachen zu berichten, oder nur über das Eishockey?

Wally: Nein, eigentlich nur über das Eishockey erst einmal. Mir ist es aber freigestellt auf Redaktionskonferenzen Anregungen zu geben für andere Themen oder vielleicht auch selbst einmal darüber zu berichten. Da traue ich mich aber (noch) nicht so richtig ran. Ich bleibe da lieber bei Sachen die ich auch wirklich verstehe.

ED: Das ist richtig, würde ich bei bestimmten Sachen auch nicht machen, aber beim Eishockey hast du dir das halt zugetraut…

Wally: Ja genau. Habe erst einmal so zur Probe angefangen zu schreiben und mittlerweile läuft das immer besser. Bin selbstsicherer geworden und schreib nun sogar in der nächsten Ausgabe eine kleine Reportage über das Skater-Hockey Team „Stratos Hohenschönhausen“, so werden meine Beiträge immer umfassender.

ED: Also geht es in der Eishockey-Kolumne nicht nur um die Eisbären, sondern auch um andere Teams in Berlin?

Wally: Naja, vor allem über das was sich so in Sachen Eishockey in und um den Wellblechpalast tut. Da ist ja auch noch FASS Berlin oder die Eisladies vom OSC.

ED: Sollen die Eisbären aber der Mittelpunkt deines Blogs bleiben, oder soll sich das gerecht über die Teams verteilen?

Wally: Natürlich bilden die Eisbären den Schwerpunkt, allein schon von ihrem Status her. Ich werde mir aber Mühe geben auch den anderen Teams eine Plattform zu geben, die sonst so nicht im Fokus der Öffentlichkeit stehen.

ED: Beim Eis-Dynamo findet ja auch seit geraumer Zeit FASS als Kooperationspartner eine Plattform. Genau wie die Teams der Juniors. Möchtest du da auch mal deinen Fokus draufrichten, was jetzt die DNL betrifft?

Wally: Ich muß ehrlich sagen, daß wäre mir dann doch zuviel. Der Schwerpunkt bleibt erstmal bei den „großen“ Eisbären, aber ein Special wie jetzt mit Stratus möchte ich schon immer mal wieder einbauen.

ED: Klar, wir wissen ja selbst wie aufwendig das alles sein kann. Findest du überhaupt genug Zeit dafür?

Wally: Im Moment eigentlich schon. Ich schreibe ja nicht wöchentlich, sondern nur alle 14 Tage. So hab ich das mit Birgit Eltzel erst einmal vereinbart. Wöchentlich würde es sich doch meist nur mehr auf statistische Sachen beschränken, aber so kann ich doch dann mal eine Story einbauen, so das alles nicht so trocken rüberkommt.

ED: Also wird dein Blog jetzt immer alle zwei Wochen erscheinen. Was ist dann eigentlich in der Sommerpause? Machst du dann damit weiter?

Wally: Da bin ich mir nicht ganz so sicher ob dann Ende April oder im Mai erst einmal Ruhe ist. Vielleicht bringe ich dann spontan noch ein Special, wo es um Erlebnisse aus der Vergangenheit geht zum Beispiel.

ED: Da gibt es doch bestimmt eine Menge Dinge die du bei den Fanatics erlebt hast, die so manchen gerade bei den Jüngeren interessieren würden?

Wally: Aber na klar, gerade was man so bei Auswärtsfahrten mitgemacht hat, das waren schon Erlebnisse. Freitag warst du noch beim Heimspiel, Samstag in Oberhausen und einen Tag später in Ingolstadt auswärts. Das bleibt unvergessen!

ED: Also gab es Zeiten wo du richtig „Hardcore-Fan“ warst?

Wally: Klar, das war ich wohl. Aber wie gesagt, man wurde ja dann auch älter und so ließ das mit der Zeit dann doch nach. Jetzt bin ich eigentlich froh gemütlich mit meinem Laptop auf der Pressetribüne zu sitzen und nicht mehr mittenmang im Ultra-Block zu stehen (lacht).

ED: Das kann ich verstehen, auch ich sitze ja mittlerweile gerne lieber über der Fankurve, man wird halt gesetzter sozusagen. Also kannst du dir es generell nicht mehr vorstellen, da unten mit zu stehen oder dir die Qualen einer Auswärtsfahrt nach NRW oder Bayern anzutun?

Wally: Eine Auswärtsfahrt schon, aber das Kapitel Fankurve ist wohl für mich dann doch endgültig abgeschlossen.

ED: Also ist die Bindung dann nicht mehr so innig, daß du mal wieder heiser nach einem Spiel nach Hause gehst?

Wally: Eigentlich war ich nie der Typ Fan, der nach einem Spiel heiser war. Mich hat schon dann doch mehr das Geschehen auf dem Eis interessiert, so wie es heute auch noch ist. Verstehe dann wirklich nicht so recht, wie manche  permanent am singen etc. sind und so gar nichts vom Spiel mitbekommen. Dafür dann 15 oder 20 Euros auszugeben, ich weiß nicht. Aber das ist jedem seine Sache und ich akzeptiere das natürlich auch.

ED: Ich weiß auch, daß dich die NHL sehr interessiert, wird diese in deinem Blog in Zukunft auch eine Rolle spielen, oder fühlst du dich dafür nicht kompetent genug?

Wally: Ach ich glaube mal schon. Ich verfolge die NHL eigentlich noch intensiver als die Eisbären oder die DEL. Schaue mir oft nächtelang per Internet-Abo die Spiele an, vor allem von den Washington Capitals, welcher mein Lieblingsverein ist. Das ist eben der Vorteil wenn man Frührentner ist. Jetzt wäre ist nicht ganz so passend, aber nach der DEL-Saison sicherlich schon.

ED: Da du ja deinen eigentlich erlernten Beruf nicht mehr ausüben kannst, wäre es für dich in der Zukunft vorstellbar beruflich fest in der journalistischen Branche einzusteigen?

Wally: Ich weiß natürlich in welcher Situation vor allem die Printmedien heutzutage stehen. Viele kämpfen um das Überleben und da ist es für einen Quereinsteiger wie mich sicherlich schwer. Vorstellen kann ich mir das schon, aber realistisch ist es eher nicht.

ED: Nun bist du ja seit dieser Saison auf der Pressetribüne integriert, hast also noch mehr den Draht zur Journalistenweltwie Pressekonferenzen etc.  War das anfangs spannend, oder eher nicht? Kann man da noch dazulernen?

Wally: Ich hatte ja schon vorher Kontakt zu Michael Lachmann oder Claus Vetter über Twitter (Anm. der Redaktion: Bild/B.Z. und Tagespiegel), also ganz unbedarft war ich da nicht. Anfangs hat mir gerade Michael Lachmann Tipps gegeben, wie man gewisse Dinge schreibt oder manche Sätze beginnt. Das war schon hilfreich. Für Kritik bin ich aber immer offen, auch wenn bis jetzt eigentlich keine kam zu meinem Blog, eher gab es nur positive Reaktionen.  Das macht mich schon etwas stolz. Manchmal wunder ich mich vor Pressekonferenzen wie so mancher, grad von den älteren Journalisten am poltern ist, dann aber wenn es los geht, keinerlei Fragen mehr hat. Finde ich schon etwas merkwürdig. Auch die Kritik an den Verantwortlichen im Verein zur Öffentlichkeitsarbeit und daraus resultierender sinkender Zuschauerzahlen, kann ich nicht nachvollziehen. Ich denke da tut sich bei den Eisbären eine ganze Menge, in letzter Zeit auch im Internet wo man ständig auf Links zum EHC und dessen Spielen stößt.

ED: Wie ich weiß, warst du ja auch schon selbst zu NHL-Spielen in Übersee. Kann man denn Vergleiche ziehen, was da in den großen Arenen so abläuft und hier in der DEL, speziell bei den Eisbären?

Wally: Aus meiner Sicht als Fan gefällt mir es da irgendwie besser. Man kann da in Ruhe sitzen, sich das Spiel anschauen. Das Event an sich ist einfach spektakulärer, auch wenn ich mich jetzt nicht als „Eventie“ bezeichnen möchte. Da gibt es zwar nicht die teilweise angetrunkenen Fans die, aus meiner Sicht immer wieder dieselben Lieder singen. Aber das Ereignis an sich gestaltet sich wesentlich spektakulärer. Was hat sich denn seit 2008 bei uns verändert, das Feuerwerk ist fast dasselbe, genau wie der Einspieltrailer zum „Sicherheitshinweis“. Das ist dort wesentlich besser. Fast in jeder Unterbrechung wird da auf den Videowürfeln ein Spieler vorgestellt oder andere interessante Sachen, ganz abgesehen von der Einlaufzeremonie, die ist einfach gigantischer! Da könnte man sich hier bei uns so manche Sache mal abschauen.

ED: Danke Wally für deine umfassenden Aussagen. Der Eis-Dynamo wünscht dir an dieser Stelle weiterhin viel Spaß und Erfolg mit deinem Blog!

Wally: Das wünsche ich dem Euch auch, auf weitere 20 Jahre und mehr!

Bleibt mir an dieser Stelle traditionell nur noch allen Lesern des Eis-Dynamo ein gesundes und erfolgreiches neues Jahr zu wünschen!

Der Lange

Wally44

Wally oder wie ihn seine Eltern kennen, Christian betreibt d. Blog wally44.de erst seit dem Jahr 2014. Zurzeit schreibt er nebenbei noch bei thebighockeytheory.de als Hockey Writer und hat seine Kolumne #WallysHockeyCorner bei lichtenbergmarzahnplus.de. #WHC

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