#WallysHockeyCorner 16

Sommerpause? Ach was…

Nachdem ich eigentlich dachte, dass das Hockeyleben nach dem frühen Ausscheiden der Eisbären in den Pre-Playoffs etwas ruhiger wird, wurde ich doch eines Besseren belehrt. Zig nächtliche Spiele meiner Washington Capitals standen auf der Agenda sowie nach 12 Jahren das erste Länderspiel des Deutschen Eishockey Bundes in Berlin und ein Spontantrip nach Prag zur Eishockey WM. Aber dazu unten mehr:

WM Generalprobe: Deutschland vs. Slowenien

Kurz bevor die Nationalmannschaft mit zwischenzeitlich 7 Eisbären (L. Braun, Müller, Wissmann, Haase, Niederberger Noebels und Baxmann) in die Weltmeisterschaftsvorbereitung in Oberhausen mit zwei Spielen gegen Russland einstieg, verplapperte sich Eisbären-Stürmer Marcel Noebels auf seiner Facebookseite, dass der DEB ein Länderspiel im heimischen Wellblechpalast stattfinden lassen würde. Beim DEB gab es keinerlei Infos dazu, aber relativ schnell wurde man auf der Website des slowenischen Eishockeyverbandes fündig, da sie das Spiel schon bewarben. Am 29. April, zwei Tage vor dem Start der Weltmeisterschaft in Tschechien war es soweit, nach 12 Jahren (Berlin) bzw. 20 Jahren (Hohenschönhausen) gab es endlich wieder ein Länderspiel in der Region zu sehen. Da die Los Angeles Kings des slowenischen Superstars Anze Kopitar die Play-Offs in der NHL verpasst haben und er für sein Land spielen wollte, könnte man eigentlich ohne Probleme vom Team Kopitar sprechen statt von Slowenien. Der Superstar überstrahlte alles. Das Spiel war überraschend schnell und auch von Härte geprägt, so dass man den ein oder anderen krachenden Check vernehmen konnte. Der Wellblechpalast war zum Erstaunen einiger Skeptiker gut gefüllt mit 4.060 Zuschauern. Die Atmosphäre war auch ganz angenehm, fast keine Trommeln, keine Klatschpappen sondern einfach nur pures Hockey. Einen besonderen Abend hatten sicher auch die 20 Flüchtlinge, die auf Einladung des Veranstalters in den Welli gekommen waren und einen 4:3 Sieg der Deutschen nach Penaltyschiessen sahen. Nach dem Spiel nahm sich Anze Kopitar noch die Zeit für die Fans und erfüllte geduldig alle Foto und Autogrammwünsche.

#IIHFWorlds – Eishockeyweltmeisterschaft in Tschechien
Am Kampftag der ArbeiterInnen begann die 17-tägige Weltmeisterschaft in Prag und Ostrava. Durch die Verletzungen von Marcel Noebels, André Rankel und Verteidigungsminister Frank Hördler und der Aussortierung der oben erwähnten Spieler von den Eisbären, kam am Ende nur der Harzer Jens Baxmann zu Einsätzen im Trikot mit dem Adler auf der Brust in den 7 Hauptrundenspielen, die die Deutsche Nationalmannschaft innerhalb von 11 Tagen zu absolvieren hatte. Zweiter Bekannter neben Baxi war der Co-Trainer der DEB-Auswahl: Ex-Eisbären Cheftrainer Jeff Tomlinson. Am Ende hatte es nicht zu einer Viertelfinalteilnahme gereicht, weil man gegen den vermeintlich einfachen Gegner Österreich 2:3 verlor und auch das Prestigeduell gegen den direkten Konkurrenten Schweiz mit 1:0. Von der 10:0 Niederlage gegen Kanada braucht man eigentlich gar nicht zu reden. Das war zu erwarten. Gegen Schweden und Tschechien hielt man Phasenweise mit, aber um dauerhaft gegen solche Gegner gewinnen zu können, muss noch viel Wasser von der Elbquelle herunterfliesen. Die Siege gegen Frankreich und Lettland waren gut für das Punktekonto, um die WM als Zehnter von 16 Teams zu beenden, aber schön anzusehen waren sie leider auch nicht. Anscheinend passt man sich sehr gern an das Niveau des Gegners an.

Ein kleines Schmankerl hatte die WM für mich persönlich dann doch noch: Mit meinem bescheidenen Eishockeywissen gewann ich in einem Quiz zwei Eintrittskarten für das Schweiz vs. Deutschland Spiel. Mein Freund Torsten und ich machten uns spontan Dienstag früh auf den Weg nach Prag. Eigentlich wollte ich mir noch etwas Kultur gönnen und nach 15 Jahren mal wieder die Karlsbrücke besuchen und in Klassenfahrtserinnerungen schwelgen, aber da wir die tschechische Eishockey Hall of Fame direkt neben der o2 Arena entdeckten, wurde aus dem Ausflug nichts und wir gingen lieber ins Museum. Allein für die Hall of Fame rund um das tschechische Eishockey hat sich der Trip nach Prag gelohnt. Man sah neben alten Bekannten wie z.B. Ex-Eisbär Jiri Dopita sehr viele Pokale, die Tschechien in all den Jahrzehnten gewinnen konnte, Originaltrikots, Original-Medaillen von Weltmeisterschaften und Olympischen Spielen sowie auch die original Torhüterausrüstung vom besten tschechischen Torwart aller Zeiten, Dominik Hasek von den Spielen 1998 in Nagano. Das Spiel gegen die Schweiz war leider nicht sehr ansehnlich und man verlor durch ein Tor kurz vor Ende des Spiels auch 1:0. Gleich nach Spielende ging es für Torsten und mich dann zurück nach Berlin und um 22 Uhr war der Prag-Tag dann auch geschafft. Weltmeister wurde übrigens nach einem sensationellen Turnier Kanada, dessen Mannschaft alle anderen Länder aus der o2 Arena in Prag fegte. Im Finale bezwangen die Kanadier Russland mit 6:1. Dritter wurde die USA, die Gastgeber Tschechien 3:0 bezwangen. Für mich war die WM auf so vielen Ebenen ein Wow-Erlebnis. Nicht nur, weil es meine erste war, an der ich Live vor Ort war, sondern auch im Netz wurde seit knapp einem Jahr sehr gute Arbeit geleistet. Also Hut ab vor den Spielern, den Organisatoren & den Mitarbeitern rund um das Event. Trotz allem sollte man bei der IIHF vielleicht einmal darüber nachdenken, die WM nur alle zwei Jahre auszutragen, statt jedes Jahr, um die Wertigkeit etwas zu erhöhen.

Eisbären Berlin

Einige Personalentscheidungen konnten von den Eisbären verkündet werden. Wie bereits in der letzten Kolumne berichtet, wird Matt Foy nicht mehr das Eisbärentrikot tragen. Die drei anderen sicheren Abgänge sind zurzeit Casey Borer, Jimmy Sharrow und Antti Miettinen. Neu dagegen sind Spencer Machacek (von Augsburg) und der Rückkehrer Micki DuPont (Kloten – SUI). DuPont spielte bereits in seinen besten Jahren (2003 – 2006) in Berlin und ich hoffe, dass er an diese Zeiten anknüpfen kann, obwohl ich es aufgrund des fortgeschrittenen Alters von 35 Jahren nicht ganz glauben kann.
Ihre Verträge verlängert haben Laurin Braun, Julian Talbot und Torwart Petri Vehanen. Alle drei haben Zweijahresverträge unterzeichnet.

Am 13. Mai wurden während der Weltmeisterschaft in Prag die 16 Gruppen der Champions Hockey League ausgelost. Die Eisbären treffen auf die Zürich Lions aus der Schweiz und Gap Rapaces aus Frankreich. Die ersten beiden der Dreiergruppe erreichen die nächste Runde.

Die ersten Vorbereitungsspiele der Saison 2015/2016 sind auch terminiert.
Am 15. August treffen die Eisbären in Dresden auf das 2. Liga Team der Eislöwen. Der Gewinner der Partie spielt tags darauf gegen den Gewinner des Spiels Wolfsburg vs. Litvinov

Neben den oben erwähnten sieben deutschen Eisbären Spielern waren auch Petr Pohl (CZ) und Alex Trivellato (ITA) für ihre Länder im Einsatz. Während Pohl den Cut in der Vorbereitung schon nicht überstand und nicht für Tschechien bei der WM spielen durfte, war Trivellato im Kader für Italien für die zweitklassige Division I WM in Polen.

Diverses
Am 26. Und 27. Juni findet in Sunrise, Florida der alljährliche NHL Draft statt, an dem sich die 30 NHL Teams die Nordamerikarechte der besten Talente weltweit sichern. Aus Berliner Sicht ist spannend, dass jetzt langsam die Jungs der ehemaligen Eisbärenspieler in das Alter kommen, in dem sie für die NHL interessant werden. Auf Platz 84 findet sich z.B. Taggert Corriveau wieder, dessen Vater Yvon Corriveau acht Jahre in Berlin spielte. Fünf Jahre in Hohenschönhausen bei den Eisbären und drei Jahre in Charlottenburg bei den Berlin Capitals (DEL) /Preussen (Oberliga). Viel besser platziert auf der Liste der Nordamerikanischen Skater wurde mit Platz 15 der Sohn von Todd Harkins, der im Jahr 2000 für die Eisbären die Schlittschuhe schnürte: Jansen Harkins. Erfolgreichster Sohn eines ehemaligen Eisbärenspielers dürfte Alexander Steen sein, der 11 Saisons in der NHL hinter sich hat und auf bisher 679 NHL Spiele kommt. Sein Vater Thomas Steen kam auf 1.006 Spiele und spielte zwischen 1996 und 1999 für die Eisbären.

In eigener Sache

Am 24. April startete #TBHT. Hinter dem Hashtag befindet sich ein neues Projekt, dass drei eishockeyverrückte Freunde mit mir auf die Beine stellen. Wir Hockeynerds haben uns vorgenommen, unter dem Namen
„The Big Hockey Theory“ unseren Platz in der Blogsphäre zu finden und über die wirklich spannenden und lustigen Dinge abseits von Ergebnissen zu bloggen. Ihr findet uns unter http://thebighockeytheory.de/ , https://www.facebook.com/TheBigHockeyTheory undhttps://twitter.com/BigHockeyTheory/

Falls euch die Kolumne gefallen hat, teilt sie doch bitte in euren Netzwerken wie Facebook, Twitter etc. Vielen Dank!

Ciao and Take care!

Wally #WHC

Original erschienen bei lichtenbergmarzahnplus.de

Wally44

Wally oder wie ihn seine Eltern kennen, Christian betreibt d. Blog wally44.de erst seit dem Jahr 2014. Zurzeit schreibt er nebenbei noch bei thebighockeytheory.de als Hockey Writer und hat seine Kolumne #WallysHockeyCorner bei lichtenbergmarzahnplus.de. #WHC

Kommentar verfassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.