#WallysHockeyCorner 17

Sommerpause? Schon wieder vorbei?!

Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt. Mitte März hatte ich noch die Termine angekündigt, an denen #WallysHockeyCorner erscheinen sollte, aber dann machte mir ein einmonatiger Krankenhausaufenthalt einen Strich durch die Rechnung. Nun geht es aber endlich wieder los mit der Saison und der Kolumne. Entschuldigung für die nicht erschienen #WHC Kolumnen und Herzlich Willkommen zurück!

Eisbären Berlin
Gefühlt hatten die Spieler dieses Jahr keine Sommerpause. Es gab den ganzen Sommer über Eis im Sportforum Hohenschönhausen und seit Ende Juli ist die komplette Mannschaft wieder in Berlin. Neben den beiden Neuzugängen Bruno Gervais (Lake Erie Monsters), Spencer Machacek (Augsburger Panther) gibt es vier(!) Rückkehrer in die Franchise der Eisbären: Vladislav Filin kommt aus der russischen Nachwuchsliga MHL, wo er im Nachwuchssystem von Red Bull für Salzburg spielte. In der Verteidigung ist ein alter Bekannter wieder da: Micki DuPont kommt aus der schweizerischen NLA von den Kloten Flyers nach neun Jahren wieder in die Hauptstadt. Mit den Eisbären konnte er unter Pierre Pagé 2005 und 2006 bisher zwei Deutsche Meisterschaften feiern. Zwei weitere Rückkehrer befinden sich auf den Torhüterpositionen. Neben Kevin Nastiuk, der aus der DEL2 von den Dresdner Eislöwen kommt und zwischen 2009 und 2012 mit den Eisbären zwei Meisterschaften (2011 und 2012) als BackUp Goalie für Rob Zepp feiern durfte, kommt aus der kanadischen Québec Major Junior Hockey League von den Shawinigan Cataractes nach drei Jahren Marvin Cüpper zurück nach Europa und wird vorerst hinter Petri Vehanen und Kevin Nastiuk als dritter Goalie für das Eisbären Farmteam in Dresden zwischen den Pfosten stehen. Zur Probe bei den Eisbären spielt zurzeit der Japaner Shūhei Kuji und Saša Martinovic hält sich in Berlin fit. Sollte Shūhei Kuji verpflichtet werden, wäre er der erste Japaner, der für die Eisbären aufläuft und nach Chris Marinucci (Saison 2001/2002) der zweite Spieler, der aus Japan nach Berlin wechselt. Japanerfahrung in Verbindung mit den Eisbären haben u.a. auch der ehemalige Verteidiger Ricard Persson, der zwischen 2007 und 2009 in Japan spielte und der ehemalige Eisbärentrainer aus dem Jahr 2000, Glen Williamson.

Die Abgänge beim Rekordmeister sehen wie folgt aus: Casey Borer geht nach zwei Jahren Berlin zurück zu den Nürnberg Ice Tigers, Jimmy Sharrow geht zu den Grizzlys Wolfsburg, Matt Foy in die DEL2 zu den Eispiraten Crimmitschau, Antti Miettinen geht nach einem Jahr DEL zurück nach Finnland zu seinem Heimatteam HPK Hämeenlinna, wo er das Eishockeyspielen in seiner Kindheit erlernte. Ausgeliehen werden der italienische Nationalspieler und Neubesitzer eines deutschen Passes, Alex Trivellato, an die Schwenninger Wild Wings und der Torwart Mathias Niederberger geht zu seinem Heimatteam, der Düsseldorfer EG. Grade bei Niederberger hoffe ich, dass wir ihn in Berlin wiedersehen können, da seine Leistungen letzte Saison stimmten und er ein überaus sympathischer Spieler war. Ansonsten bin ich ein wenig enttäuscht über die Verpflichtungen. Bei der Story, die offiziell kursierte, dass Ex-Eisbärenstar Danny Briere Verteidiger Bruno Gervais empfohlen hat, bin ich ja etwas skeptisch, da bei der USA Scoutingtour Mitte April Lee, Ustorf und Krupp u.a. die Lake Erie Monsters gegen die Grand Rapids Griffins ansahen und Captain bei den Monsters aus Ohio war Bruno Gervais. Das Spiel damals ging 4:6 verloren und Gervais stand dabei bei zwei Gegentoren auf dem Eis. Trotzdem muss er wohl die Eisbären überzeugt haben.

Beim dem am 15. und 16. August ausgespielten Turnier in Dresden belegten die Eisbären den zweiten Platz hinter den Grizzlys aus Wolfsburg. Der HC Verva Litvinov wurde Dritter vor dem Gastgeber aus Dresden. Das erste Spiel gegen Dresden gewannen die Berliner 7:0. Im Finale musste man sich den Grizzlys aus Wolfsburg 4:3 geschlagen geben. Weiter geht es für die Berliner am 22. August in der Champions Hockey League mit dem Heimspiel gegen die ZSC Lions aus Zürich und am 29. August gegen GAP Rapaces aus Frankreich. Neben den beiden Rückspielen am 4. und 6. September war das schon die komplette Vorbereitung auf die am 11. September beginnende DEL Saison.

OSC Berlin und FASS Berlin
Der DEB hat nun auch endlich die Frauenbundesliga terminiert. Am 26. und 27. September starten die Damen vom OSC auswärts beim EC Bergkamen. Fest stehen schon die folgenden Termine: Am 22. August, 16 Uhr, spielen die Eisladies ein Wohltätigkeitsspiel gegen die Hannover Lady Scorpions im Wellblechpalast an der Konrad-Wolf-Straße. Alle Einnahmen gehen zu 100 Prozent an den Verein „Kämpfen für Paul e.V.“ Der 7jährige Paul, der an Adrenoleukodystrophie leidet, freut sich sicher über jeglichen Support von euch. Am 29. und 30. August wird es international im Wellblechpalast. Zu Gast beim Howoge-Cup 2015 sind neben dem OSC Berlin, der erste Ligagegner EC Bergkamen, die Herlev Hornets aus Dänemark, der HC SKP Bratislava aus der Slowakei und der EHV Sabres Wien aus Österreich.

Bei FASS Berlin bereitet man sich auch schon akribisch auf die kommende Saison vor. Am 25. September startet die Oberliga Nord und die Akademiker konnten bisher die größten Leistungsträger halten wie z.B. die Ex-DEL Spieler Patrick Czajka, Nils Watzke und Fabio Patrzek. Spannend finde ich vor allem, dass der niederländische Meister 2015, Tilburg Trappers, am Oberliga-Nord Spielbetrieb teilnimmt und das Gastspiel in Berlin werde ich mir bestimmt nicht entgehen lassen. Die Heimspiele sollen weitestgehend im Erika-Heß-Eisstadion durchgeführt werden. Ab und an werden die Akademiker allerdings auch in Hohenschönhausen im Wellblechpalast spielen. Funfact: Niklas Treutle, der ein Spiel für FASS Berlin zwischen den Pfosten stand (Förderlizenz der Hamburg Freezers), ist der erste Akademiker, der in eine NHL Organisation wechselt. Die Arizona Coyotes gaben Treutle einen Einjahres – Zweiwegevertrag. Dass Treutle allerdings in der NHL spielt, ist höchst unwahrscheinlich, denn mit Mike Smith, Anders Lindbäck und Louis Domingue hat er starke Torhüter vor sich. Treutle wird in der AHL bei den Springfield Falcons, wenn nicht sogar in der ECHL Rapid City Rush in die Saison gehen.

Diverses
Kai Wissmann, Jonas Müller, eine Delegation der Eisbären Berlin (Manager, Trainer etc.) und das gefühlt halbe Pressekorps der Eisbären hatten die Möglichkeit beim Development Camp der Los Angeles Kings Anfang Juli dabei zu sein. Neben den oben erwähnten Berliner Prospect-Spielern waren auch aus Hamburg von den Freezers zwei Jungs dabei, die am siebentägigen Nachwuchs Camp der Kings teilnehmen durften: Dominik Tiffels und Maximilian Franzreb. Die vier jungen deutschen Spieler haben Glück, an solch einen Camp unter professionellen NHL Bedingungen teilnehmen zu können. Dass sie allerdings dabei waren, ist wohl eher der engen Zusammenarbeit der AEG Teams geschuldet als ihres wirklichen Talents wegen. Oder sie waren dabei, weil sie schon von den LA Kings gedraftet wurden. Früher nahmen schon Constantin Braun (er war allerdings von LA gedraftet), André Rankel, Frank Hördler und Florian Busch an einen Camp in Los Angeles teil. Alle blieben in der DEL bei den Eisbären und versuchten ihr Glück nicht in Nordamerika.

Neue Eisbären-Trikots
Am 7. August wurden die neuen Eisbären-Trikots offiziell vorgestellt. In der heimischen Mercedes-Benz Arena spielt man jetzt wieder in Blau, auswärts in Weiß, das dritte Trikot ist rot. Im Oktober wird es zum Breast Cancer Awerness Month sicher wieder ein pinkes Trikot geben. Das erste Mal seit der Saison 2003/2004 spielen die Eisbären in Längsstreifen. Mir persönlich gefällt das Design nicht so, aber es gab in den letzten Jahren schon uninspiriertere Trikotdesigns. Ein weiterer negativer Punkt ist, dass bis auf das DEL Logo, die Meistersterne und bei den Torhütern die Berliner-Rundfunk-Werbung wieder nicht genäht ist und das Trikot dadurch nicht unbedingt hochwertiger wirkt.

#ebbwelcomesrefugees Part II hieß es am 15. August in Dresden. Vor dem oben erwähnten Turnier wurden 40 – 60 Flüchtlingskinder und bedürftige Kinder von den Eislöwen, den Eisbären und der Fanvereinigung Eishockeyfans für Toleranz zum Schlittschuhlaufen eingeladen. Hier könnt ihr nochmal #ebbwelcomesrefugees Part I nachlesen.

Ehemalige Eisbären
Ich habe in der Sommerpause mal nach ehemaligen Eisbärenspielern gesucht und was sie jetzt so treiben. Versuche mal einen kleinen Überblick zu geben:

  • Steve Walker wird Co-Trainer in Mannheim.
  • John Gruden ist erster Chefcoach im neugegründeten Team der Flint Firebirds. Diese spielen in der kanadischen Ontario Hockey League.
  • Apropos OHL, bei den Sudbury Wolves wird Drake Berehowsky Co-Trainer.
  • Ex-Eisbären Lockout Spieler Danny Briere hat seine Karriere beendet.
  • Auf den Tag genau ein Jahr nachdem Trainerlegende Hartmut Nickel seine Trainerkarriere beendete, gab Sven Felski den Beginn seiner Karriere bekannt. Er wird neben Jochen Molling Honorartrainer der U17 Mannschaft des Deutschen Eishockey Bundes.
  • Sebastian Elwing hat in Weißwasser sein Abschiedsspiel bestritten und betreibt künftig eine Torwartschule.
  • Jason Muzzatti wird Torwartcoach an seiner Alma Mater, der Michigan State University bei den Spartans.
  • Das Sommermärchen des vergangenen Jahres vom späten Karrierestart von Rob Zepp in der NHL könnte zum Horrormärchen werden, da Zepp nach dem Auslaufen seines Vertrags in der Organisation der Philadelphia Flyers immer noch keine neue Anstellung hat. Nach B.Z. Informationen wäre für eine Rückkehr in die DEL eine 100.000 Euro Kompensationszahlung an die Eisbären Berlin notwendig.
  • Denis Pederson wurde in Price Albert, Saskatchewan in Kanada in die dortige Hall of Fame aufgenommen. Dort ist er neben Brad Bergen schon der zweite Ex-Eisbären Spieler.
  • Derrick Walser wird Spielertrainer bei den Belfast Giants.
  • Keith Aldridge ist Vizepräsident und Manager im Indianwood Golf and Country Club.
  • Udo Döhler scheint nicht nur ein guter Name für Eishockeyspieler zu sein, sondern auch noch für Bürgermeister. So heißen nämlich die Bürgermeister in Joinville, Santa Catarina in Brasilien und in der Gemeinde Dörfles-Esbach wie Mr. Europacup.
  • Und zu guter Letzt wird in dieser Saison die Rückennummer 14 von Stefan Ustorf gesperrt. Auf der Website der Trikotnummernhistorie steht mittlerweile: „wird nicht mehr vergeben“. Wir können uns also auf eine weitere Trikotzeremonie in dieser Saison freuen.

P.S. In der letzten Kolumne habe ich einen Blick auf den kommenden NHL Draft geworfen und Taggert Corriveau sowie Jansen Harkins vorgestellt, dessen Väter beide bei den Eisbären spielten. Corriveau hatte kein Glück und wurde nicht gedraftet. Allerdings wurde er zum Nachwuchscamp der Carolina Hurricanes eingeladen und durfte dort im Juli vorspielen. Vorspielen beim Nachwuchscamp der Winnipeg Jets durfte auch Jansen Harkins. Allerdings hatte er das Glück, dass sich die Jets beim NHL Draft die Rechte an Harkins in der zweiten Runde auf Platz 47 sicherten. Und um den Kreis zu schließen, noch die Info, dass er dort beim Camp in Winnipeg auf Nikolaj Ehlers traf, der 2014 in der ersten Runde auf Platz gedraftet wurde. Dessen Vater, Heinz Ehlers spielte in Charlottenburg bei den Berlin Capitals.

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Ciao and Take care!

Wally #WHC

Original erschienen bei lichtenbergmarzahnplus.de

Wally44

Wally oder wie ihn seine Eltern kennen, Christian betreibt d. Blog wally44.de erst seit dem Jahr 2014. Zurzeit schreibt er nebenbei noch bei thebighockeytheory.de als Hockey Writer und hat seine Kolumne #WallysHockeyCorner bei lichtenbergmarzahnplus.de. #WHC

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