#WallysHockeyCorner 22

Die Heimserie hält…

Es tut gut, wieder in der heimischen Mercedes-Benz Arena Eishockey schauen zu können. Nach meinen Wiener Hockeyausflug (Bericht unten) gab es gleich vier Spiele in der heimischen Arena zu verfolgen. Neben dem Charityspiel zwischen den Eisbären Allstars und einem Team von Gazprom waren Augsburg, München und Wolfsburg zu Gast. Nun aber viel Spaß bei der neusten Ausgabe von #WallysHockeyCorner.

Eisbären Berlin
„Six in a Row“ würden US-Kommentatoren energisch in ihre Mikrofone schreien nach dem Heimsieg am vergangenen Sonntag, 25. Oktober. Als einziges DEL Team sind die Eisbären damit Zuhause noch ungeschlagen. Innerhalb der letzten 14 Tage hatten die Eisbären vier Spiele. Zuerst kam es zum „bayerischen Wochenende“ mit Augsburg und München, danach mussten die Eisbären zum Klassiker nach Mannheim, ehe das Wochenende mit dem Spiel gegen Wolfsburg beendet wurde. Gegen die Panther aus Augsburg gewannen die Hauptstädter vor 12.256 Zuschauern 7:3.

Zwei Tage später fand der Doubleheader mit zwei Spielen statt. Zuerst um 12 Uhr das Charity-Spiel (siehe unten) und um 16:30 Uhr das DEL Spiel gegen die Münchener, die mittlerweile die halbe ehemalige Mannschaft der Hershey Bears aus der AHL in ihrem Kader haben. Neben Steve Pinizzotto, Keith Aucoin wurde kurz nach dem Spiel noch der Torhüter David Leggio verpflichtet. Stürmer Barry Tallackson bestritt sein 300. DEL Spiel und krönte das Jubiläum auch mit dem Tor zum 5:3 Endstand. Während der drei Spiele Anfang Oktober konnten die Eisbären – wie in der letzten Kolumne geschrieben – nur 1 Tor schießen, aber an diesem Wochenende ist der Knoten mit 12 Toren in zwei Spielen geplatzt. Die Torsirene leuchtete so oft rot auf, dass man meinen könnte, man wär farblich auf der 1. Mai DGB Gewerkschaftsdemo. Nach diesem Torfestival hatten sich die Berliner auf den 1. Platz der DEL Tabelle zurückgekämpft.

Zumindest bis zum Spiel in Mannheim, dass knapp 2:1 verloren ging. Positiv war, dass Stürmer Marcel Noebels endlich seinen ersten Saisontreffer erzielen konnte. Vor 13.116 Zuschauern fand am 25. Oktober das Heimspiel gegen die Grizzlys aus Wolfsburg statt. In einem engen Spiel, das von den Schiedsrichtern dominiert wurde, schickte man die Gäste aus der VW-Stadt 3:2 nach Hause. Und bei der Pressekonferenz wirkte der Trainer der Gäste zufriedener als der Heimtrainer. Die ersten beiden Tore der Berliner erinnerten mich an Tore der Washington Capitals, die vor kurzem in Kanada gefallen sind. Marcel Noebels spielte einen wunderbaren No-look-Pass auf Spencer Machacek, der dann einnetzte. Genauso einen Pass hatte fünf Tage zuvor Evgeny Kutznetsov auf André Burakovsky in Calgary gespielt. Das zweite Tor erinnerte an einen Treffer der Capitals, der drei Tage zuvor in Vancouver fiel. Ein langer Pass, ein kurzer Pass, dann versenkte der junge Stürmer Sven Ziegler das Ding wie Topstürmer Alex Ovechkin. Mit dem 13. Spieltag ist auch schon das erste Viertel der laufenden Saison geschafft. Ich glaube, die Wenigsten sind vor der Saison davon ausgegangen, dass die Eisbären nach den ersten 25 Prozent der Spiele auf Platz drei der DEL-Tabelle stehen. Aber wir wissen auch, da die Liga unglaublich eng ist, dass sich das wöchentlich ändern kann. Jeder kann jeden schlagen, zur Tabellenspitze sind es nur zwei Punkte und zu Platz 10 auch nur sechs Punkte.

OSC Berlin und FASS Berlin
Die Eisladies errangen in den vergangenen 14 Tagen seit der letzten Kolumne drei Siege und kassierten eine Niederlage. Gegen den ERC Ingolstadt verloren sie 2:5 und gewannen tags zuvor nach Penaltyschiessen 4:3. Zwei weitere Siege gab es am 24. und 25. Oktober gegen EKU Mannheim. 7:1 und 8:0 waren die Endstände. Mit elf Punkten belegt der OSC den vierten Platz in der DFEL hinter Ingolstadt, Planegg-Würmtal und Spitzenreiter Memmingen.
Vier Mal innerhalb der letzten 14 Tage kamen die Jungs von FASS Berlin unter die Räder. Gegen die Saale Bulls aus Halle hieß es zuhause am 16. Oktober 1:6. Bei den Wedemark Scorpions verloren die Akademiker zwei Tage später 6:2. In Timmendorf gab es eine 5:2 Klatsche und am vergangenen Sonntag schenkten die Harzer Falken im Kellerduell den Akademikern neun Tore, bei 4 geschossenen ein. Nach zehn Spielen steht FASS Berlin mit einem Punkt am Tabellenende und verwaltet dort die rote Laterne.

Hockeyhopping in Wien
Während meiner zweiwöchigen Reise durch Europa hatte ich hockeytechnisch einmal Glück und einmal Pech. Pech war, dass Slovan Bratislava aus der KHL am 11. Oktober kein Heimspiel, sondern ein Auswärtsspiel bei Lada Togliatti hatte. Glück hingegen hatte ich zwei Tage später, am 13. Oktober in Wien, da die dortigen Capitals ein Heimspiel gegen EC Red Bull Salzburg bestritten. Da meine Reise relativ langfristig geplant war, wollte ich gern schon Tickets für die Partie kaufen, als der Spielplan der österreichischen EBEL bekannt gegeben worden war. Aber in Wien ist es anscheinend erst zwei Wochen vor dem Spiel möglich, Karten zu erwerben. Als ich dann eines Abends zu Hause am PC saß und die Tickets erwerben wollte, wurde ich schon stutzig: Warum kostete das teuerste Ticket gerade einmal 25 Euro? (Im internationalen Vergleich für die Haupttribüne wirklich ein Schnäppchen. In Berlin ist man zum Beispiel ab 40 Euro dabei.) Später sollte ich noch herausfinden, warum der Preis so günstig war. Vorab habe ich mir natürlich die Kader der Teams angesehen. Außer Nathan Lawson im Tor der Capitals und Brian Fahey in der Verteidigung von Salzburg war jetzt niemand dabei, auf den man sich groß hätte freuen können. Lawson kenne ich noch aus der Organisation der New York Islanders und Brian Fahey war mal für die Washington Capitals und ihrem Farmteam, die Hershey Bears aus der AHL, tätig. Dort spielte er mit der oben erwähnten, gefühlt halben Mannschaft von Red Bull München zusammen (Pinizzotto und Aucoin).

Als ich am 13. Oktober nun nach meiner „Touritour“ durch Wien den Abend im Eissportzentrum Kagran, in der Albert-Schultz-Eishalle ausklingen lassen wollte, war ich schon ziemlich kaputt. Denn in den neun Tagen davor, lagen schon sechs Länder hinter mir, die ich bereist hatte. Dementsprechend ruhig hatte ich es angehen lassen und mir erstmal die Arena von außen und von innen angesehen. Die Art der Halle war ungewöhnlich und nicht arenatypisch. Zirka 7.000 Zuschauer finden während der Spiele dort Platz. Ungewöhnlich war auch, dass ein Videowürfel fehlte. Aber dafür gab es über beiden Stehplatzbereichen große Anzeigen. Als ich dann meinen 25 Euro Premiumplatz eingenommen hatte, war mir klar, was hier schief lief: Am oberen Plexiglasrand hinter der Strafbank gab es eine Begrenzung, die sich auf die komplette Breite der Strafbank ausdehnte. Weder war es gut, um Fotos zu machen noch, um das Spiel angenehm verfolgen zu können. Das Spiel an sich war auch nicht besonders aufregend. Ohne die österreichische Liga EBEL abzuwerten, hat man schon einen Klassenunterschied zur deutschen DEL gesehen. Ich bin mir nicht sicher, ob ich mehrmals in den Sekundenschlaf eingenickt bin, weil das Spiel nicht so toll war, oder weil ich nun wirklich nach neun Tagen Reise total ausgepowert war. Am Ende verlor der österreichische Vizemeister Vienna Capitals 0:3 gegen den Meister aus Salzburg. Es war ein Ausflug, den man sich mal geben konnte, aber jedes Wochenende EBEL möchte ich mir nun auch nicht antun. Ich bin gespannt, wie Ende November mein Ausflug in das schweizerische Eishockey, in die NLA wird, nach Zürich, Ambri und Kloten.

Diverses
Eisbärenkapitän André Rankel und der Verteidigungsminister Frank Hördler wurden für den Deutschland Cup vom 6. bis 8. November in Augsburg nominiert. Hördler kann die Nominierung allerdings nicht wahrnehmen, da er 4 bis 6 Wochen aufgrund von Knieproblemen ausfällt.
Das jährliche Gazprom Charity-Spiel gewannen in alter Tradition die Russen. Diesmal 7:2. Die Torschützen für die Eisbären Allstars waren Nico Pyka und Tore Vikingstadt. 2.000 Flüchtlinge und Helfer von „Moabit hilft“ waren auch zu dem Spiel eingeladen. Von dem Spiel profitieren finanziell „Moabit hilft“ und – so wie in den letzten Jahren auch – die Eisbären Juniors. Gedanken sollte man sich um die Zuschauerentwicklung machen. 2013 waren noch 8.000 Zuschauer in der Arena, 2014 waren es 6.000 Zuschauer und jetzt, 2015, nur noch 4.210 Zuschauer. Stargäste auf Eisbärenseite waren Marc Fortier, der Ende der 90er Jahre Kapitän bei den Eisbären war, und Thomas Sjögren.
Marc Fortier trainierte am Donnerstag vor dem Gazpromspiel unter anderem auch die Eisbären Juniors mit.
Der ehemalige Eisbärenmanager Lorenz Funk ist an Krebs erkrankt.
In der vergangenen Saison wurden von den Eisbären beim „Pink in the Rink“ 15.000 Euro für die Susan G. Komen Stiftung zur Bekämpfung von Brustkrebs gesammelt. In den vergangenen 16 Jahren seit der Gründung der Stiftung waren es insgesamt 1,2 Millionen Euro. In dieser Saison sehen die Zahlen BISHER wie folgt aus: 1.500 Euro Spenden wurden durch den Fanbogen – und 5.913 Euro durch freiwillige Helfer in der Arena gesammelt. Mal sehen, wie viel noch zusammenkommt bis zur Endabrechnung. Aber 7.413 Euro sind erstmal kein schlechter Start.
Ab der nächsten Saison möchten sich die Eisbären an der 1998 ins Leben gerufenen Kampagne #HockeyFightsCancer aus der NHL beteiligen. Es könnte sein, dass wir dann statt Pink ziemlich viel Lavendel/Lila sehen.

In eigener Sache
Apropos Kampf gegen den Krebs: Neben LiMa+, schreibe ich noch für den Hockeyblog „The Big Hockey Theory“. Dort sammeln meine Mitstreiter und ich während des „Movembers“ im November Geld für den Kampf um die Männergesundheit und gegen Hodenkrebs, Prostatakrebs, Bewegungsmangel und psychische Krankheiten. Unter http://moteam.co/the-big-hockey-theory-tbhtoder http://mobro.co/wally44 könnt auch ihr den einen oder anderen Euro spenden. Vielen Dank dafür! Mehr Informationen über den Movember findet ihr hier: http://thebighockeytheory.de/?p=537

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Ciao and Take care!

Wally #WHC

Original erschienen bei lichtenbergmarzahnplus.de

Wally44

Wally oder wie ihn seine Eltern kennen, Christian betreibt d. Blog wally44.de erst seit dem Jahr 2014. Zurzeit schreibt er nebenbei noch bei thebighockeytheory.de als Hockey Writer und hat seine Kolumne #WallysHockeyCorner bei lichtenbergmarzahnplus.de. #WHC

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